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Das macht den Sport kaputt

Todesfelde | Trappenkamp Das macht den Sport kaputt

Ernst-Georg Wetzstein versteht die Welt nicht mehr. Nach dem SH-Liga-Spiel zwischen den Fußballern des SV Todesfelde und dem VfR Neumünster brannte am Mittwoch der nagelneue Mercedes des 81-Jährigen komplett aus. „Es ist mir unbegreiflich, wie man so etwas machen kann!“

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Von dem ausgebrannten Mercedes blieb nur ein deformierter Haufen Blech und Plastik. Der Schaden, ausgelöst von Fußball-Rabauken, beläuft sich auf 50
000 Euro.

Quelle: Felix König

Todesfelde. Drei Männer, die der Fanszene des VfR zugeordnet werden konnten, sollen laut Augenzeugen das rund 50000 Euro teure Fahrzeug des Rentners gegen 20.30 Uhr mit sogenannten Bengalos entzündet haben. Die Polizei ermittelt. „Ich war völlig fertig und fühle mich noch heute schlecht“, schildert Wetzstein die dramatischen Minuten, in denen er mitansehen musste, wie sein Auto den Flammen zum Opfer fiel.

 Der Trappenkamper, der jedes Heimspiel und auch die näheren Auswärtsspiele der Todesfelder besucht, hegt keinen Groll gegen die Vereinsvertreter des VfR Neumünster, die ihm am Mittwochabend Trost spendeten. „Gerd Grümmer, der Vorsitzende des VfR, hat sich den ganzen Abend um mich gekümmert“, erzählt Wetzstein, der früher selbst für den Verein mit den lila-weißen Trikots kickte. „Das war in den 1950er Jahren.“

 Eddy Münch, im Schleswig-Holsteinischen-Fußballverband Sicherheits-Beauftragter und Beauftragter für gesellschaftliche Entwicklung, ist entsetzt über die jüngsten Vorfälle rund um den Fußball in Schleswig-Holstein. „Das hat mittlerweile eine neue Qualität angenommen, die unseren schönen Sport kaputt macht“, spielt er auf ein weiteres Ereignis aus der vergangenen Woche an. In einem Kieler Billardsalon soll Christopher Kramer, Stürmer des Regionalligisten VfB Lübeck, von Fans von Holstein Kiel geschlagen worden sein, weil er das Siegtor beim 1:0-Sieg des VfB im Landespokalfinale erzielt hatte. „Es macht langsam keinen Spaß mehr, Sicherheitsbeauftragter zu sein.“

 Im Fall des Autobrandes von Todesfelde will sich Münch an keinerlei Spekulationen beteiligen, ob auf die beteiligten Vereine ein Verfahren zukommt. „Erst wenn alle Stellungnahmen vorliegen und die Polizei den Fall komplett abgeschlossen hat, können wir das Geschehen beurteilen und entscheiden, wie es weitergeht.“

 Wetzstein, der am Mittwoch noch bis 23.30 Uhr vor Ort war, hat den Schaden gleich am nächsten Morgen seiner Versicherung gemeldet. Der Rentner wird auch weiterhin den Fußballern des SV Todesfelde die Daumen drücken und morgen, wenn der SVT die zweite Mannschaft von Holstein Kiel empfängt, im Joda-Sportpark zu Gast sein. „Ich kenne genügend Leute, die aus Trappenkamp regelmäßig nach Todesfelde fahren. Irgendjemand wird mich schon mitnehmen.“

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