5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Dieck tritt zurück

Enttäuscht über CDU Dieck tritt zurück

In der CDU im Kreis Segeberg rumort es. Anlass war die Nominierung von Ole Plambeck zum Landtagskandidaten in Segeberg-West. Tief erschüttert über „Randerscheinungen“ legt der unterlegene Mitbewerber Claus Peter Dieck seine Ämter im CDU-Kreisvorstand und als CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender nieder.

Voriger Artikel
„Die letzte Flut“ kommt
Nächster Artikel
Leerstehendes Haus brannte

Claus Peter Dieck zeigte sich enttäuscht von der CDU.

Quelle: Alexander Christ

Kreis Segeberg. Als Nachfolger ist wohl Kreistagsabgeordneter Hauke von Essen (Kaltenkirchen) im Gespräch.

 Was Dieck Teilen seiner Partei ankreidet, ist nicht, dass er unterlag. „Darüber gräme, dafür schäme ich mich nicht. Das ist Ausdruck lebendiger Demokratie.“ Wobei ergänzt werden muss: Schon 2014 war Dieck im Kreistag bei der Wahl zum Landrat gescheitert. Und Dieck selbst sagt, Antrieb sei auch immer der Wunsch gewesen, eines Tages mal ein hauptamtliches Mandat auszuüben.

 Seine Enttäuschung rühre aus dem Ablauf der vergangenen Wochen, sagt Dieck. Die CDU sei doch eigentlich eine „Partei der Werte“. Doch leider habe es vor und bei der Nominierung missliche Dinge gegeben, sagt er, ohne Einzelheiten zu nennen. Außerdem besitze er wohl nicht mehr den Rückhalt aller Fraktionsmitglieder. All das habe sein Vertrauen erschüttert.

 Wer sich in der CDU umhört, bekommt viele Versionen zu hören. Da ist die Rede davon, dass Plambeck-Befürworter massiv Stimmung betrieben hätten, auch mit Druck und mit Ködern. Auch von Postengeschacher ist die Rede. In der Kreistagsfraktion, der Plambeck angehört, sollen sich mehrere Abgeordnete auf dessen Seite geschlagen haben.

 Ganz offen werden auch Fehler von Dieck angesprochen: Er habe seine Truppen nicht so gut mobilisiert, und Plambeck mit der Jungen Union, dessen Kreisverband er leitet, eine schlagkräftige Unterstützergruppe gehabt. Plambeck habe sich rhetorisch schulen lassen, früh seine Kandidatur angemeldet, anders als Dieck im Wahlkreis gewohnt.

 Dieck will seine Vorwürfe nicht konkretisieren, keine schmutzige Wäsche waschen. „Ich bin aber von manchen menschlich enttäuscht.“ Um der Fraktion einen „vernünftigen Übergang“ zu ermöglichen, will er seinen Vorsitz erst Ende Juni abgeben. Wenn sich vorher jemand finde, dann vielleicht aber auch schon früher, sagt er. Einen Nachfolger empfehlen will er nicht. Kreistagsabgeordneter und stellvertretender Landrat möchte er bleiben. Ob er zur nächsten Kreistagswahl für die CDU antritt, weiß er noch nicht. „Der Stachel sitzt tief.“ Er geht jetzt erst mal in Osterurlaub.

 Als Nachfolger im Gespräch ist offenbar Hauke von Essen. „Ich bin noch nicht angesprochen worden“, sagt der umtriebige Unternehmer. Nein sagen würde er aber wohl nicht. Parteiintern wird gemunkelt, deshalb wolle er nicht mehr für die Wiederwahl als CDU-Ortsvorsitzender in Kaltenkirchen antreten.

 Ole Plambeck, neben Jörg Buthmann (Wensin) und Doris Grote (Norderstedt) bislang Stellvertreter Diecks, will jedenfalls nicht die Fraktion führen. „Ich werde eher nicht dafür zur Verfügung stehen.“ Den Verdacht, dass seine Wahlkampagne von schmutzigen Tricks begleitet gewesen sei, weist er zurück. „Das war ein offener und fairer Wettbewerb. Ich habe ein gutes Gewissen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr zum Artikel
Landtagswahl 2017
Foto: Vor der Abstimmung über den Landtagskandidaten für die CDU zeigten sich die Kontrahenten Ole-Christopher Plambeck (rechts) und Claus Peter Dieck entspannt.

Ole-Christopher Plambeck (30) wird bei der Landtagswahl 2017 als Kandidat der CDU im Wahlkreis Segeberg-West für den Landtag kandidieren. 85 der 124 stimmberechtigten CDU-Mitglieder in der Kaltenkirchener Bürgerhalle stimmten für ihn.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3