18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlingsrat fordert Schutz vor Korruption

Ermittlungen gegen Asylberater Flüchtlingsrat fordert Schutz vor Korruption

Nach den Korruptionsvorwürfen gegen einen 38-jährigen Asylberater des Kreises Segeberg wird jetzt der Ruf nach Konsequenzen laut, um Flüchtlinge grundsätzlich besser zu schützen

Voriger Artikel
Haus Rönnau runderneuert
Nächster Artikel
Gildefest mit Büttenrede

Der Flüchtlingsrat fordert nach Bekanntwerden des Falls eine bessere Aufklärung von Asylsuchenden.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Kiel/Bad Segeberg. „Im aktuellen Fall haben die Kontrollmechanismen letztlich funktioniert, wir gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Martin Link, Vorsitzender des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein. Wie berichtet ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gegen einen Dolmetscher der Ausländerbehörde des Kreises Segeberg. Dieser soll von einer syrischen Familie Geld für die gemeinsame Unterbringung verlangt und die Betroffenen massiv unter Druck gesetzt haben. Die Familie erstattete Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung. Laut Polizei wurde bereits im Sommer 2015 gegen den Kreismitarbeiter ermittelt.

Der Flüchtlingsrat fordert nach Bekanntwerden des Falls eine bessere Aufklärung von Asylsuchenden: „Viele kommen aus Ländern, in denen Korruption Alltag ist und die schlichtweg nicht wissen, dass dies bei uns verboten ist“, sagt Link. Um dem vorzubeugen, müssten Flüchtlinge besser über das hiesige Rechtssystem aufgeklärt werden. Eine Forderung, der sich Torsten Döring, stellvertretender Flüchtlingsbeauftragter des Landes anschließt. „Die beste Prävention gegenüber Korruption ist eine frühzeitige und umfassende Beratung über Rechte und Pflichten, und zwar nicht nur im Hinblick auf den Ablauf des Asylverfahrens, sondern auch zu Leistungsansprüchen oder Fragen der Unterbringung“, so Döring. Hierfür seien haupt- wie ehrenamtliche Beratungsstellen in der Pflicht. „Wer ausreichend gut informiert ist, dem kann auch nicht mit falschen Versprechungen Geld abgeluchst werden“, so der Landesbeauftragte. Der ehemaligen DRK-Dolmetscherin, die der Leiterin der Schackendorfer Unterkunft von den Korruptionsvorwürfen berichtet hatte und die anschließend entlassen wurde, hat Döring ein Gespräch angeboten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Korruptionsfall in Segeberg
Foto: In der Flüchtlingsunterkunft in Schackendorf kam ein Teil der Familie aus Aleppo unter, zwei Familienmitglieder wurden nach Norderstedt geschickt. Eine Übersetzerin in der DRK-Unterkunft versuchte, den Syrern zu helfen.

Der Fall um die Korruptionsvorwürfe gegen einen Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Kreises Segeberg zieht weitere Kreise: Jetzt spricht eine Dolmetscherin der Schackendorfer Gemeinschaftsunterkunft des Deutschen Roten Kreuzes. Sie wurde entlassen, als sie auf die schweren Vorwürfe hinwies.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3