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Erneut Bombendrohung gegen Bauausschuss

Kieler Kripo ermittelt Erneut Bombendrohung gegen Bauausschuss

Schockierte Bürger, verunsicherte und ratlose Gemeindevertreter: Wegen der Bombendrohung eines noch Unbekannten fiel die für Donnerstag angesetzte Sitzung des Bauausschusses im Gemeindehaus aus. Die Polizei war mit Sprengstoffspürhunden vor Ort, fand aber nichts.

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Die für Donnerstag angesetzte Sitzung des Bauausschusses im Gemeindehaus fiel wegen der Bombendrohung aus. Foto ach

Quelle: Alexander Christ

Oersdorf.  Die schriftliche Androhung eines Bombenanschlags erreichte Oersdorfs Bürgermeister Joachim Kebschull und die Verwaltung des Amtes Kisdorf in Kattendorf eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn. In beiden Fällen wurde sofort Anzeige bei der Polizei erstattet. Die reagierte prompt, schickte zwei Beamte nach Oersdorf und forderte zudem Hamburger Kollegen mit speziell ausgebildeten Sprengstoffspürhunden an.

 Da sich die Bombendrohung nicht nur auf das Gemeindehaus, sondern auch auf das benachbarte Feuerwehrgerätehaus bezog, in das die Mitglieder des Bauausschusses hätten ausweichen können, entschloss sich Bürgermeister Kebschull, die Sitzung abzusagen.

 Bereits vor vier Wochen war wegen eines Drohbriefs die für damals angesetzte Bauausschusssitzung abgesagt worden. Das Schreiben seinerzeit trug rechtsextreme Züge und war mit „american sniper“ (übersetzt: amerikanischer Scharfschütze) unterzeichnet. In diesem wie dem aktuellen Brief von Donnerstag hatte der Täter davor gewarnt, den Umbau eines von der Gemeinde gekauften ehemaligen Bauernhofs an der Dorfstraße 5 in eine Flüchtlingsunterkunft zu beschließen. Diese Pläne sind allerdings schon lange vom Tisch.

 Bürgermeister Kebschull: „Wir wollten auf der Sitzung die Pläne für den Umbau des Bauernhofs in eine Wohnanlage für Senioren vorstellen. Das ist bereits seit langer Zeit im Dorf bekannt, hat sich jedoch offensichtlich noch nicht bis zum Verfasser dieser Drohbriefe herumgesprochen.“ So verunsichert und ratlos der Bürgermeister an diesem Abend auch war: Er freute sich über die zahlreichen Bürger, die an der Sitzung des Bauausschusses teilnehmen wollten. „Ich hatte nach Eingang des ersten Drohbriefs die Bürger gebeten, sich mit uns zu solidarisieren und der Sitzung beizuwohnen. Mehr als 50 Oersdorfer, darunter auch zahlreiche Feuerwehrleute, sind dieser Bitte nachgekommen.“ Für eine Ausschusssitzung auf einem Dorf ist das in der Tat eine außergewöhnliche Zahl. „Das macht mich stolz, Bürgermeister dieses Dorfes zu sein“, sagte Kebschull.

 Gemeinsam mit den Bürgern versammelten sich die Bauausschussmitglieder während des rund dreieinhalbstündigen Polizeieinsatzes, bei dem die Sprengstoffspürhunde die Räume in beiden Gebäuden ergebnislos nach Sprengsätzen absuchten, auf dem Vorplatz vor dem Feuerwehrhaus. „Wir waren alle schockiert und diskutierten lange miteinander, wie es nun weitergehen wird,“ erklärte der Bürgermeister, „schließlich trafen wir die Entscheidung, dass wir das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit in der Gemeindevertretung diskutieren werden.“

 Den bislang unbekannten Verfasser der beiden Drohbriefe wollen nun die Beamten der Kieler Kriminalpolizei ermitteln. „Momentan stehen wir noch ganz am Anfang und können aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben machen“, erklärte Polizeipressesprecher Oberkommissar Matthias Arendt aus Kiel.

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