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Imker rechnen mit weniger Honig

Ernte im Kreis Segeberg Imker rechnen mit weniger Honig

Viel zu kalt und viel zu nass: Wegen des verregneten Sommers wird die Ernte des Sommerhonigs schlecht ausfallen. „Einige Imker haben uns berichtet, dass sie gar keinen Sommerhonig vermarkten werden“, sagt Gernot von Hagen vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker.

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Die Bienen im Stock von Imkerin Heidi Butenschön stechen nur sehr selten.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Auch Heidi Butenschön aus Wankendorf, Profiimkerin in fünfter Familiengeneration, hat eine geringere Ernte. „Es werden zehn Tonnen werden, weniger als sonst.“

 Aber nicht nur das schlechte Wetter hat den Bienen zugesetzt, die am liebsten bei guter Witterung ab zwölf Grad fliegen. Auch die Landwirtschaft hat ihren Einfluss. So wird Raps inzwischen so gezüchtet, dass er früh im Jahr und nur kurz blüht. Wenn Landwirte Felder mit Pestiziden besprühen, müssen die Imker und Bienen ebenfalls Obacht geben. „Aber inzwischen spritzen die Bauern ihre Pflanzen weniger“, sagt Butenschön.

 Auch das Jakobskreuzkraut mit seinem Gift ist zu beachten. Es setzt den Bienen zwar nicht zu, hat aber in Honig nichts zu suchen. „Wir wechseln dann den Standort“, sagt Butenschön. Mit Teilen ihrer 200 Völker ist sie in der Republik unterwegs. Sie setzt sie für ein paar Tage immer dort ein, wo es Nahrung für die Tiere gibt oder Pflanzen bestäubt werden sollen: Akazien in Brandenburg, Kirschbäume bei Mainz und später im Jahr auf dem Stockseehof, wo Butenschön am Wochenende einen Info-Stand aufgebaut hatte.

 Bienenflug ist ein Geschäft des Gebens und Nehmens. Die Bienen befruchten Plantagen, was dem Landwirt eine bessere Ernte ermöglicht. Und die Imkerin profitiert durch Honigertrag.

 14 verschiedene Sorten kann Butenschön anbieten, im Direktverkauf, über Bauernmärkte und in Edeka-Läden. Der Honig werde regelmäßig untersucht: „Bislang ohne Beanstandungen.“

 Die Sommerbiene lebt nur etwa sechs Wochen, die Winterbiene sechs Monate, die Königin bis zu vier Jahre. Als Schmarotzer gelten die männlichen Bienen. Sie werden nur benötigt, um die Königin zu begatten, die ein paar Hunderttausend Eier legt. Die Drohnen werden irgendwann des Stocks verwiesen und verhungern. Für Menschen sind sie harmlos. Sie besitzen keinen Stachel. Im Gegensatz zu den Weibchen. Sie stechen aber selten. Wenn Heidi Butenschön am Stock arbeitet, setzt sie die Rauchmaschine ein. Die Bienen sind dann ganz auf sich konzentriert, weil sie einen Waldbrand vermuten und sich hektisch mit Honigvorräten vollsaugen. Auch wenn die Imkerin mal gepiekst wird, gibt es ein Gegenmittel, erzählt ihr Vater Horst Nette. Dann biete sich Propolis an, ein Harz, den die Bienen produzieren. Die Familie verkauft es, aus rechtlichen Gründen aber nur als Kosmetikartikel.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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