18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Keiner weiß, wann es los geht

Erstaufnahme im Levo-Park Keiner weiß, wann es los geht

Der „fünfte Stadtteil“ wächst. Doch wann genau die ersten der angekündigten 2000 Flüchtlinge in die inzwischen bereits aufgestellten Container im Levo-Park in Bad Segeberg ziehen werden, kann aktuell auch das schleswig-holsteinische Innenministerium noch nicht sagen.

Voriger Artikel
Freifunker schaffen WLAN
Nächster Artikel
Moderne Züge nur auf der A1

In diesen Tagen werden die neuen Container der Erstaufnahme-Einrichtung im Bad Segeberger Levo-Park aufgestellt und bezugsfertig gemacht.

Quelle: Andreas Wicht

Bad Segeberg. Das Innenministerium trägt die Verantwortung für die neue Erstaufnahme-Einrichtung. „Sie wird in diesem Monat für den Erstbezug vorbereitet und wäre ab Februar nutzbar“, erklärte Ministeriumssprecher Hendrik Peters. Ein konkreter Eröffnungstermin könne derzeit nicht genannt werden, weil zunächst einmal freie Kapazitäten in bereits genutzten Einrichtungen ausgeschöpft werden sollen. Ursprünglich war sogar einmal der Dezember 2015 als Starttermin genannt worden.

 An der Informationspolitik aus dem Hause von Minister Stefan Studt hatte sich zuletzt in Bad Segeberg scharfe Kritik entzündet. Wehrführer Mark Zielinski nannte sie auf der jüngsten Jahreshauptversammlung schlicht „unterirdisch“, Bürgermeister Dieter Schönfeld bezeichnete sie als „suboptimal“ – was bei dem in der Wortwahl eher abwägenden Verwaltungschef in etwa dasselbe bedeutet. Zielinski kritisiert, dass die später für das Container-Dorf und seine Bewohner zuständigen Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Segeberg, Fahrenkrug, Schackendorf und Wittenborn nicht wüssten, worauf sie sich einzustellen hätten. Es müsse bereits jetzt ein so genannter Alarmplan erstellt werden, mahnte der Wehrführer. Nicht nur er befürchtet, dass es hier genauso läuft wie anderswo auch: Auf einmal stehen die ersten Busse mit Männern, Frauen und Kindern vor der Tür. Sicher ist bislang nur, dass die vier genannten Wehren im Ernstfall immer alle gleichzeitig gerufen werden sollen.

 Für erhebliche Unruhe hat in der Kreisstadt darüber hinaus zuletzt das Gerücht gesorgt, der Levo-Park sei im Gegensatz zu anderen Erstaufnahmeeinrichtungen im Land, wie etwa die in Boostedt oder Neumünster, von Anfang an als eine Art reines „Abschiebe-Lager“ vorgesehen – wo nach und nach diejenigen Flüchtlinge und Asylbewerber zusammengefasst werden, die keinerlei oder nur sehr geringe Aussichten auf ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland haben. In diesem Fall, so die Sorge, würden dort nach relativ kurzer Zeit in großer Zahl ausschließlich Menschen leben, die ohne jede Perspektive seien und folglich kaum mehr etwas zu verlieren hätten.

 Aus dem Kieler Innenministerium kam auf Nachfrage am Mittwoch zumindest kein klares Dementi. Nur so viel mochte Sprecher Hendrik Peters sagen: „Spekulationen über einzelne Standorte kommentiert das Innenministerium nicht.“ Von Interesse dürfte diese mögliche Aussicht nicht zuletzt für die Polizei sein, die vor Ort eine eigene Station mit zunächst einmal sechs Beamten (darunter der Leiter) beziehen wird. Sie werden dazu vorübergehend komplett in die Erstaufnahmeeinrichtung an der Kreisstraße 102 Richtung Fahrenkrug versetzt. Von dieser Seite wird auch der Zugang zu dem inzwischen mit einem hohen Holzzaun vom Rest des Levo-Parks abgetrennten Areal geschaffen, auf dem am Ende insgesamt 625 Wohn- und 375 Funktionscontainer stehen sollen.

 Die betreffenden Kollegen, die aus dem Personalbestand der Polizeidirektion Bad Segeberg kommen, seien bereits ausgewählt worden, erklärte deren Sprecherin Silke Westphal. Sie alle könnten quasi sofort ihren Dienst in der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne antreten. Gerüchte, denen zufolge die auf ihren Einsatz wartenden Ordnungshüter ihren angestammten Stationen bereits jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen, wies die Polizeihauptkommissarin zurück: „Sie arbeiten bis zur Eröffnung der Einrichtung alle ganz normal weiter.“

 Ob das abgestellte Personal auf Dauer ausreicht, muss sich im Übrigen noch zeigen. Denn sobald eine Erstaufnahme die Grenze von 2000 Bewohnern überschreitet, sieht das Land laut Westphal eine Stationsbesetzung von elf Beamten vor.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3