27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Genuss ohne Normen

Schnippeldisko in Blunk Genuss ohne Normen

In Metropolen wie Hamburg, Berlin oder Paris strömen die Massen zu sogenannten Schnippeldiskos. Jetzt ist die Idee im 600-Einwohner-Dorf Blunk angekommen. Bei der ersten solchen Party im Landhaus Schulze-Hamann bereiteten rund 60 Leute Essen zu, das eigentlich in der Mülltonne hatte landen sollen.

Voriger Artikel
Markt wieder am Bleeck
Nächster Artikel
Polizei sucht Zeugen über Facebook

Angela und Frederik Schulze-Hamann hatten die besondere Disko organisiert.

Quelle: Sönke Ehlers

Blunk. Dabei waren das Obst und Gemüse weder verdorben, noch ungesund oder für den Menschen schädlich. „Es entspricht nur nicht den Verkaufsnormen“, sagte Initiator Frederik Schulze-Hamann, der Mitglied der Slowfood-Youth (Jugend für nachhaltige Esskultur) Deutschland ist. Diese Initiative propagiert Schnippeldiskos und versteht sie als „kulinarische Protestaktion, um der sinnlosen Verschwendung leckerer Lebensmittel die Stirn zu bieten“. Der junge Mann, der in Berlin studiert, nutzte dabei das Gasthaus seiner Eltern.

 Zuvor organisierten die Schulze-Hamanns Obst und Gemüse aus der Nachbarschaft, das nicht in den Handel gegangen wäre, weil es zu klein, zu dick, zu krumm oder sonstwie nicht normgerecht war. Dann wurde in einer lockeren Atmosphäre gemeinsam geschnippelt, was das Zeug hält. Junge und ältere Leute machten mit. Schnell fanden sich Gruppen zusammen und schnitten die Früchte zurecht. Die Köche des Landhauses Schulze-Hamann bereiteten daraus dann Leckereien wie Wok-Gemüse, Salate, Suppen und Kartoffelpuffer.

 Mit dabei waren Timm Grünhagen und Bjarne Zielke. Sie hatten in der Zeitung eine Ankündigung der Veranstaltung gelesen und wollten unbedingt mitmachen. Die Freunde haben unterschiedliche Essgewohnheiten. Timm bezeichnet sich selbst als Vegetarier, während Bjarne gerne zugibt, dass er Fleisch isst. Beiden hat ihre erste Schnippeldisko gefallen. „Die Stimmung aus Schnippeln, Musik und Essen ist toll“, sagte Bjarne.

 Pia Bröker aus Tensfeld hatte Frederik Schulze-Hamann bereits bei einer Schnippeldisko in Hamburg getroffen. Gemeinsam mit Marius Menzel und Peer Vollert überlegen sie, eine Schnippeldisko auch mal für die Dahlmannschule in Bad Segeberg zu planen. „Man hat heute gesehen, dass mit ,Müll’ noch viel gekocht werden kann“, sagte Peer Vollert.

 Sebastian Wenzel (Slowfood Hamburg) räumte mit dem Vorurteil auf, alle Slowfood-Anhänger würden vegetarisch beziehungsweise vegan leben. „Slowfood bedeutet, dass man verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umgeht und anders als beim Fastfood das Essen auch genießt“, so Wenzel. Er selbst sei Fünf-Tage-Vegetarier, genießt also in der Woche zwei Hauptmahlzeiten mit Fleisch.

 Später, als alle satt waren, konnte Diskjockey Timon Schaper die Teilnehmer mit seiner Musik noch zum Tanzen bringen, was den gelungenen Abend abrundete. Schulze-Hamanns ernteten viele positive Rückmeldungen ihrer Gäste. „Mit einfachen Dingen super leckeres Essen zubereitet“, „das mache ich jetzt auch zu Hause“ und „beim nächsten Mal geht die Veranstaltung durch die Decke“, waren nur einige Kommentare.

 Am wichtigsten schien die Frage: „Es gibt doch ein nächstes Mal, oder?“ Frederik Schulze-Hamann konnte die besorgten Teilnehmer beruhigen. „Am 7. Februar gehen wir in die zweite Runde“, versprach er und blickte zufrieden auf einen erfolgreichen Abend zurück.

Von Sönke Ehlers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3