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Kläger hat Recht und verliert

Schilderstreit in Winsen Kläger hat Recht und verliert

In dem seit drei Jahren andauernden Streit zwischen Winsener Bürgern und der Verkehrsaufsicht des Kreises Segeberg über den richtigen Standort des Ortseingangsschildes an der Kisdorfer Straße (K49) hat nun das Verwaltungsgericht Schleswig ein Urteil gefällt. Es ist ein wenig kurios.

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Winsens Bürgermeister Kurt Bonekamp (links) und sein Bruder Berthold Bonekamp-Kerkhoff, hier vor dem echten (links) und dem falschen Winsener Ortsschild, wollen im Streit um die Rückversetzung der Ortstafel an ihren ursprünglichen Standort nicht nachgeben.

Quelle: Alexander Christ

Winsen. Das Gericht bestätigte die Entscheidung der Kreisbehörde, die das Ortsschild im Juni 2013 rund 150 Meter weiter in den Ort hinein versetzt hatte. Abgewiesen wurde die Klage des Anwohners Berthold Bonekamp-Kerkhoff. Er hatte die Rückversetzung des Ortsschildes an den alten Standort angestrebt. Bis jetzt hat Bonekamp-Kerkhoff, der Bruder des Winsener Bürgermeisters Kurt Bonekamp, bereits fast 9000 Euro für Rechtsanwälte und Gerichtskosten aus eigener Tasche bezahlt.

 Die Begründung für das Urteil: Dem Kläger sei durch die Versetzung des Ortsschildes kein persönlicher Nachteil entstanden. Gleichzeitig wies das Gericht jedoch darauf hin, dass der alte Standort, an dem die Ortstafel seit 1959 stand, der richtige sei. „Der jetzige Standort der Ortstafel an der K49 kurz vor der Einmündung in die Dorfstraße befindet sich nicht am Beginn der geschlossenen Ortschaft, sondern ein ganzes Stück innerhalb der geschlossenen Ortschaft. Zwingende Gründe, die eine Änderung des ursprünglichen Standorts erforderten, liegen nicht vor“, heißt es in der Urteilsbegründung. Außerdem stellte das Gericht fest, dass andere Ortstafeln in Nachbargemeinden wie Kisdorf und Oersdorf an ähnlichen Stellen stehen, wie es in Winsen früher der Fall war.

 Dass die Winsener Tafel heute am falschen Standort steht, hatte das Gericht bei einem Vor-Ort-Termin Anfang Juli erkannt. Es wurde zweifelsfrei festgestellt, dass unmittelbar hinter dem alten Standort des Schildes eine geschlossene Wohnbebauung beginnt. Dort ist jetzt aber Tempo 70 erlaubt. Darüber ärgern sich die vier Grundstückseigentümer an der Straße Zum Felde, darunter auch Familien mit Kindern.

 Die kuriosen Folgen der vor zwei Jahren erfolgten Verlegung der Ortstafel hatten bundesweit Aufsehen erregt. Denn schon wenige Tage nach der behördlichen Umsetzung im Juni 2013 buddelte ein Unbekannter, von den Winsenern „Robin Hood“ genannt, nachts das Ortsschild aus und grub es am alten Standort wieder ein. Wenige Tage später brachten Mitarbeiter des Kreises die Ortstafel wieder an den neuen Standort zurück. Dieses Prozedere wiederholte sich inzwischen 34 Mal. Die letzte nächtliche Schilderwanderung ereignete sich vor wenigen Tagen – kurz nachdem das Urteil des Schleswiger Verwaltungsgerichts bekannt geworden war.

 Trotz des Urteils wollen die Brüder Bonekamp nicht aufgeben. „Wir werden nun weitere Schritte prüfen und gegebenenfalls Berufung einlegen“, erklärte Berthold Bonekamp-Kerkhoff. Denkbar sei auch, dass nun die Gemeinde oder eine Familie mit Kindern gegen die Entscheidung des Kreises klage. Die von den Bonekamps jedoch am meisten gewünschte Lösung wäre ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Kreises. Beide hoffen immer noch auf eine außergerichtliche Einigung. Das ist auch das Bestreben des stellvertretenden Landrats Claus Peter Dieck aus Todesfelde. „Ich möchte das Urteil nicht kommentieren. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv. Das Vernünftigste wäre aber, wenn sich beide Parteien an einen Tisch setzten und miteinander redeten“, meint Dieck.

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