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Erstwähler wollen an die Urne

Schule Auenland Erstwähler wollen an die Urne

Mit dem Projekt "jung & wählerisch" haben drei Studentinnen der Uni Kiel den Erstwählern der Bad Bramstedter Gemeinschaftsschule Auenland zur Wahlteilnahme motiviert und interaktive Diskussionen angeregt. Bei den Schülern kam das gut an: Alle wollen am 24. September wählen gehen.

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Die Kieler Studentinnen gaben 90 Minuten Unterricht zum Thema Bundestagswahl: (von links) Meike Claaßen, Jana Jöhnk und Verena Heimann.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. Die Parteien kämpfen knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl um jede Stimme. Auch um die der Erstwähler. So stellten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz sogar den Fragen bekannter deutscher Youtuber. Doch die Erfahrungen zeigen, dass vor allem junge Wähler den Weg zur Urne scheuen. Zur Bundestagswahl 2013 lag die Beteiligung der unter 21-Jährigen bei unterdurchschnittlichen 64,2 Prozent (Gesamtbeteiligung lag bei 72,4 Prozent).

Um das zu ändern, gibt es auch in diesem Wahljahr das Projekt „jung & wählerisch“ vom Amt des Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein, das sich an Schüler richtet, die zum ersten Mal wahlberechtigt sind. Parteiprogramme oder politische Positionen spielen dabei keine Rolle. Ziel ist es, die 18- und 19-Jährigen über das Wahlsystem aufzuklären und sie zur Wahlteilnahme zu motivieren.

Letzteres war aber eigentlich gar nicht mehr nötig, dann alle 18 Schüler der Klasse 13a haben angegeben, wählen gehen zu wollen. Wo es bei den jungen Abiturienten allerdings hapert: Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert. Im Unterricht komme das Thema Wahl laut der Schüler kaum zum Tragen. Wo sie sich über die Parteiprogramme informieren, wollten die drei Studentinnen wissen, die für dieses Projekt eine Teamer-Fortbildung absolvierten. Antwort der Schüler: im Internet oder im Fernsehen. Die klassischen Infostände der Parteien auf Wochenmärkten finden beim jungen Volk jedenfalls nicht statt. Der Wahlomat ist ebenfalls ein Mittel zur Informationsbeschaffung. Und: „Ich habe das Kanzler-Duell im Fernsehen gesehen, seitdem weiß ich, wen ich wähle“, sagte ein Schüler.

Wählen auf Bundesebene schon ab 16? Oder erst ab 21? Wäre eine Wahlpflicht sinnvoll? Wie wichtig ist die Wahlbeteiligung für das Fortbestehen der Demokratie? Die Schüler diskutierten mit den drei Studentinnen das Für und Wider. Die Meinungen waren unterschiedlich. Zur Wahlberechtigung ab 16 sagte ein Schüler, der dafür ist: „Man kann in jedem Alter uninformiert sein, auch mit 38.“ Andere argumentierten dagegen: „Mit 16 findet man es vielleicht ganz witzig, extreme Parteien zu wählen.“

Mit 18 wählen zu gehen, fanden allerdings alle Schüler gut und wichtig. Michail Kalpakidis hat die griechische Staatsbürgerschaft und darf nicht in Deutschland wählen, er würde es aber auf jeden Fall tun, „weil ich es schade finde, wenn nur die Älteren entscheiden, was passiert“. Seine Mitschülerin Anna-Karin Krause erinnerte an die Brexit-Abstimmung in Großbritannien: „Die Jüngeren wollten in der EU bleiben, sind aber nicht wählen gegangen. Später haben sie dann gegen den Wahlausgang protestiert.“ Dazu soll es in Deutschland nicht kommen, meinte sie.

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