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Aderlass bei Hausärzten

Experten-Diskussion in Bad Segeberg Aderlass bei Hausärzten

Wer in ein paar Jahren noch einen Hausarzt in seiner Nähe hat, kann sich glücklich schätzen – denn die Allgemeinmediziner sind quasi eine von Aussterben bedrohte Art. Über dieses Problem sprach eine Diskussionsrunde im Vitalia Seehotel mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

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In der Diskussionsrunde trat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (mit Mikrofon) für eine Stärkung der Telemedizin und die Schaffung von Medizinischen Fachzentren ein.

Quelle: Sönke Ehlers

Bad Segeberg. Die von der CDU organisierte Diskussionsrunde war - neben Gröhe - hochkarätig besetzt: Bernd Krämer (Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein), Dr. Monika Schliffke (Kassenärztliche Vereinigung), Dr. Franz-Josef Bartmann (Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein) und AOK-Landesdirektor Thomas Haeger.

 CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther stellte seine Überlegungen für ein Landeskrankenhausgesetz vor: „Mit einem Landeskrankenhausgesetz werden wir die Koordinierung für eine wohnortnahe Versorgung im Land übernehmen.“ Dazu gehören laut Günther auch die Geburtshilfe und die Telemedizin, die in die Regelversorgung integriert werden müsse.

 Mit Bundesgesundheitsminister Gröhe war sich Günther einig, dass die Hochschulen im Land bei der Aufnahme ihrer Medizinstudenten auch darauf achten, dass viele Schleswig-Holsteiner dabei sind. Darauf wies auch Dr. Monika Schliffke von der Kassenärztlichen Vereinigung hin: „Wenn einer von hier kommt, bleibt er in der Regel auch gern hier.“

 Laut Kassenärztlicher Vereinigung wird in den kommenden fünf Jahren etwa ein Drittel der Hausärzte in Rente gehen. Allerdings haben nur 10 Prozent der Medizinstudenten Interesse an Allgemeinmedizin, und nur ein Bruchteil von ihnen würde eine Praxis auf dem Land übernehmen wollen.

 Die illustre Runde drei Monate vor der Landtagswahl konnte über eines nicht hinwegtäuschen: Natürlich handelte es sich in erster Linie um eine Wahlkampfveranstaltung für den CDU-Spitzenkandidaten Günther. Dennoch hatten am Ende alle etwas davon, zumal sich Gröhe Zeit für einen Blick hinter die Klinik-Kulissen nahm.

 Moderne Technik müsse stärker genutzt werden, sagte Minister Gröhe. „Die Gesundheitskarte müsste mehr können.“ Und per Telemedizin und Breitbandversorgung könne die Versorgung von Patienten in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein spürbar verbessert werden. „Manche Patienten schleppen ihre Röntgenbilder noch in einer braunen Tüte von einem Arzt zum anderen.“

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