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Bürgerpreis für ein Dorf

Tensfeld Bürgerpreis für ein Dorf

300 Euro sind nicht viel Geld. Trotzdem herrschte im Tensfelder Dorfgemeinschaftshaus große Freude, als der Kreisvorstand der Segeberger FDP Urkunde und Preisgeld des Liberalen Bürgerpreises überreichte – für eine außergewöhnliche Hilfsaktion.

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Tensfelds Bürgermeisterin Beatrix Klüver und Wehrführer Mike Mischker (rechts) nahmen den Liberalen Bürgerpreis aus der Hand des FDP-Kreisvorsitzender Stephan Holowaty entgegen.

Quelle: Detlef Dreessen

Tensfeld. Joachim Behm hatte in der Segeberger Zeitung davon gelesen, dass das Dorf sich kollektiv für die Familie Heuser eingesetzt hatte, deren Haus vor fast genau einem Jahr, am 28. Juni 2014, nach der Explosion ihres Ethanol-Ofens abgebrannt war.

 „Das ist fantastisch“, lobte FDP-Kreisvorsitzender Stephan Holowaty. Solch ein Einsatz füreinander sei in wenigen Gemeinden zu erwarten. Die meisten Menschen sagten: Dafür kommt doch die Versicherung auf – und kümmerten sich nicht weiter um die Betroffenen.

 „Bei uns ist das selbstverständlich“, klärte Bürgermeisterin Beatrix Klüver die Besucher auf. In den vergangenen 15 Jahren habe es fünf Großbrände in der 700-Einwohner-Gemeinde gegeben. Jedes Mal hätten die Einwohner zusammengehalten.

 René Heuser musste ein paar Tränen der Rührung wegwischen. „Die Leute waren phänomenal, das war der Hammer! Obwohl wir Zugezogene sind. Sie haben für die Feuerwehr Getränke und Brötchen gebracht, und am Abend nach dem Brand hatten wir schon eine Wohnung mit Möbeln, so dass wir mit den beiden Kindern nicht ins Hotel ziehen mussten.“ Bis hin zu seinem Arbeitgeber, den Kieswerken Andresen, hätten alle monatelang jegliche nötige Unterstützung gegeben, bis seine Frau, die drei Monate im Koma gelegen habe, wieder zu Hause war. „Die Leute haben die Wohnung gestrichen, haben Geld, Klamotten und einen ganzen Hausstand gesammelt.“ Als die Versicherung den Bau eines neuen Hauses ermöglichte, hätten einige Freunde sogar noch Steine geschleppt.

 75 Dorfbewohner, die sich besonders engagiert hatten, feierten ihre Dorfgemeinschaft anschließend noch mit einem fröhlichen Picknick. Für die 300 Euro Preisgeld hatte Beatrix Klüver schon eine passende Verwendung: Die große Feier zum 125-jährigen Bestehen der Tensfelder Freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahr.

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