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Asylunterkünfte: Erstmal abwarten

Fahrenkrug Asylunterkünfte: Erstmal abwarten

In kaum einem Segeberger Dorf war die Aufregung über den angekündigten Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern vor einigen Wochen größer als in Fahrenkrug. Denn die Gemeinde sollte einen hohen Anteil an Unterbringungsmöglichkeiten bereitstellen. Nun scheint sich die Situation aber erst einmal zu entspannen.

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Während auf den Umbau des Gaststättenbereichs einstweilen verzichtet wird, sollen die ehemaligen Hotelbetten von Busch & Busch in Fahrenkrug bald mit Flüchtlingen und Asylbewerbern belegt werden.

Quelle: Patricia König

Fahrenkrug. Die weitgehende Abriegelung der sogenannten Balkan-Route und das EU-Abkommen mit der Türkei machen sich auch in Fahrenkrug deutlich bemerkbar. Auch wenn es aktuell keine wirklich verlässlichen Prognosen gibt, was die Entwicklung der Flüchtlingszahlen angeht, passt die Amtsverwaltung ihre Verteilungspolitik der aktuellen Lage an. „Wir fahren sämtliche besonders kostenintensiven Maßnahmen erst einmal stark zurück“, sagte der Leitende Verwaltungsbeamte Rainer Andrasch am Dienstag der Segeberger Zeitung. Man werde sich zunächst einmal auf Objekte konzentrieren, die entweder ohne größeren Aufwand hergerichtet werden können oder für die bereits längerfristige Mietverträge abgeschlossen worden sind.

 Für Fahrenkrug bedeutet das zweierlei: Trotz inzwischen vorliegender Genehmigung des Kreises Segeberg wird die Halle des früheren Fahrrad-Geschäftes „Kap mobiles“ nicht umgebaut. „Da warten wir jetzt ab“, erklärte Andrasch. In den Komplex aus Halle und Geschäftsräumen am Kirchwegskamp, den das Amt vor einiger Zeit gekauft hat, sollten ursprünglich bis Jahresmitte 25 bis 30 Menschen unterkommen. Darüber hinaus soll darauf verzichtet werden, den bisherigen Gaststättenbereich des auf fünf Jahre von den Eigentümern gepachteten Hotel-Restaurants Busch & Busch in Wohneinheiten umzubauen. „Dort nutzen wir zunächst nur das Bettenhaus, wo außer ein paar Kleinigkeiten, etwa der Einbau einer Brandschutztür, nicht mehr viel gemacht werden muss.“

 Nachdem dem Amt Trave-Land für das laufende Jahr vom Land Schleswig-Holstein zunächst bis zu 340 Neuankömmlinge in Aussicht gestellt worden waren, war der Handlungsdruck gewaltig – jetzt, wo wohl deutlich weniger kommen, ist es in erster Linie der Kostendruck. Überall, wo das Amt zunächst lediglich Grundstücke erworben hat, werde einstweilen nichts passieren, erklärt Andrasch. „Wo wir aber schon etwas hingestellt haben, wie die Holzhäuser für jeweils bis zu vier Personen in Schieren oder Groß Rönnau, bringen wir bevorzugt unter.“

 Das gilt natürlich auch für bereits gekaufte und bezugsfertige Immobilien wie das ehemalige Altenheim am Schackendorfer Weg. „Die Unterkunft ist jetzt fast voll“, erläuterte Andrasch. Dort hat sich auch die Besorgnis der Nachbarn spürbar gelegt, seit klar wurde, dass in dem Wohngebiet vor allem Familien mit Kindern untergebracht werden. Die Aussicht, dass dort womöglich 20 bis 30 alleinstehende junge Männer einziehen könnten, hatte für einige Unruhe gesorgt.

 Solche Sorgen kann natürlich auch Rainer Andrasch grundsätzlich nachvollziehen. Dass Fahrenkrug unter den 27 amtsangehörigen Gemeinden eine besonders starke Last tragen sollte, gefiel auch den Verantwortlichen in Bad Segeberg nicht. Sie halten eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auch vor dem Hintergrund einer gewünschten Integration für sinnvoller. Doch zeitweilig sei der Druck so groß gewesen, dass dem Amt keine Wahl mehr geblieben sei. Und in Fahrenkrug sei man eben mehrfach fündig geworden.

 Auch Bürgermeister Rolf-Peter Mohr von der Wählergemeinschaft (WGF) hielt die „gebündelte Unterbringung“ im Bereich Kirchwegskamp für nicht sonderlich glücklich. Das Thema sei „brisant und wird heiß diskutiert“, sagte er seinerzeit der SZ. Die örtliche CDU-Fraktion sprach in einer Pressemitteilung sogar von „Angst und Schrecken“ unter der Bevölkerung. Und auch die Entscheidung der Familie Busch, ihre Gaststätte zu schließen und zu verpachten, hatte maßgeblich mit den Zuweisungsplänen zu tun.

 Ganz vom Tisch sind die laut Rainer Andrasch natürlich noch nicht. „Sollte sich der Zuzug doch wieder verstärken, müssen wir reagieren.“ Der Betten-Trakt bei Busch & Busch wird bei Bedarf kurzfristig mit bis zu 40 Bewohnern belegt. Wenn die Immobilie „wirklich bis unters Dach“ (Andrasch) genutzt wird, also inklusive vollständigem Umbau, würden 60 bis 65 Menschen hineinpassen.

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