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Forderung: Fakten auf den Tisch!

Fahrenkrug Forderung: Fakten auf den Tisch!

Einwohner und Kommunalpolitiker Fahrenkrugs sind besorgt und verärgert. Das wurde in der Diskussion um einen Acht-Punkte-Forderungskatalog zur Flüchtlingspolitik an Innenminister Studt deutlich. Enttäuschung herrscht über die Informationspolitik des Landes.

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1600 Einheimische leben in Fahrenkrug. Nun soll die Gemeinde 150 Flüchtlinge aufnehmen – fast 10 Prozent davon.

Quelle: Michael Stamp

Fahrenkrug. Der Wunsch der Fahrenkruger: Es sollten endlich alle Fakten auf den Tisch gelegt werden.

 Die Sondersitzung der Gemeindevertretung hatten die CDU-Fraktion und parteiübergreifend weitere Gemeindevertreter auf den Weg gebracht. Das besondere Interesse im Dorf am Thema Flüchtlinge liegt an dessen unmittelbarer Nähe zum Containerdorf, das gerade im Bad Segeberger Levo-Park aufgebaut wird. Dort sollen 2000 Asylbewerber einquartiert werden.

 Gemeindevertreter Sebastian Fuß (CDU) schilderte das Dilemma, das manche Kritiker der Flüchtlingspolitik empfinden. Wer in der Öffentlichkeit starke Sicherheitsbedenken äußere, dem werde „schnell das Verlassen des Grundgesetzes unterstellt“. Parteikollege Bernd Reimers warnte davor, Ängste gegenüber Flüchtlingen zu schüren. Die Versammlung im Bürgerhaus solle dazu dienen, „dass keine weiteren Ängste aufkommen“.

 Der Fahrenkruger Michael Thiele, der rund 15 Jahre Soldat in der Lettow-Vorbeck-Kaserne (dem jetztigen Levo-Park) war, schilderte seine eigenen, auch negativen Erfahrungen mit solchen Containern bei Auslandseinsätzen. Wenn die geplanten 2000 Flüchtlinge im Containerdorf, das rund ein Drittel der Gesamtfläche des Levo-Parks ausmacht, für jeweils sechs Wochen auf engstem Raum leben sollen, dann werde es „sehr schwierig“ werden, meinte Thiele. Seine Anregung: „Tausend hätten es auch getan.“ Dafür war ihm der Beifall des Publikums sicher.

 Rede und Antwort stand Verwaltungsleiter Rainer Andrasch vom Amt Trave-Land bei Fragen zur Zuweisung von Flüchtlingen nach Fahrenkrug. Bis zu 150 Flüchtlinge soll die Gemeinde aufnehmen – bei gerade mal 1600 Einheimischen. Dorfbewohner Heinz Jürgensen befürchtet, dass auf diese Weise eine Integration der Neubürger nicht verantwortet werden könne.

 Andrasch räumte ein, dass das Konzept des Amtes, Flüchtlinge dezentral in Wohnungen in den Gemeinden zu verteilen, im Herbst 2015 wegen der großen Flüchtlingswelle gescheitert sei. So müssen nun doch größere Gebäude zu Unterkünften umgebaut werden. Dazu zählen in Fahrenkrug das frühere Fahrradgeschäft KAP-Mobiles, das Hotel/Restaurant Busch & Busch am Kirchwegskamp und das bisherige Altenheim am Schackendorfer Weg.

 Die Flüchtlinge sollen schrittweise zugewiesen werden. Das habe sich bewährt, erklärte Gemeindevertreterin Karin Peters, die mit einem Helferkreis die Neuankömmlinge ehrenamtlich betreut. Auf ihre Nachfrage sagte Andrasch, dass die ersten Gespräche mit Busch & Busch wegen der Unterbringung von Flüchtlingen bereits im Spätsommer 2015 geführt worden seien. Die Entscheidung über eine Anmietung sei aber erst Mitte Januar gefallen und dann auch umgehend öffentlich gemacht worden. Während Busch & Busch überwiegend in Form von Zwei-Zimmer-Wohnungen genutzt werde, sollen in das erworbene Geschäftshaus möglichst Familien mit Kindern einziehen. Weitere Anmietungen und Käufe in Fahrenkrug schloss Andrasch aus.

 Vor dem Hintergrund der jüngsten Berichte über gewalttätige Übergriffe von Asylbewerbern auf Frauen forderte Dagmar Höppner-Reher ein Sicherheitskonzept für Frauen und Kinder. Neben den Ehrenamtlern müsse es zudem vor Ort auch hauptamtliche Kräfte geben, um all die Aufgaben bewältigen zu können.

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Karsten Paulsen

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