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Hundeturnier mit Nachspiel

Fahrenkrug Hundeturnier mit Nachspiel

Ein Ehepaar ist erbost darüber, dass auf dem benachbarten Sportplatz ein Agility-Turnier mit weit über hundert Hunden stattfinden durfte. In einem offenen Brief machen die Anwohner der Gemeindevertretung bittere Vorwürfe. Der Bürgermeister kann die Aufregung nicht nachvollziehen.

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Ein Agility-Turnier auf dem Sportplatz sorgt in Fahrenkrug für Gesprächsstoff. Anwohner empören sich über Lärm und Hundekot, der das Gelände verunreinigt haben soll.

Quelle: Archiv

Fahrenkrug. Mit der Entscheidung für das Hunde-Turnier habe man „eine Ignoranz bewiesen, die ihresgleichen sucht“, schreiben Dagmar Höppner-Reher und Ehemann Bernd. „Auf einen Sportplatz, den tagtäglich Kinder und Erwachsene nutzen, um sich sportlich zu betätigen, dort im Spielbetrieb auch auf den Rasen fallen oder sich in den Spielpausen dort hinsetzen, lasst ihr 130 Hunde und mehr über einen Parcours laufen“, empören sich die Rehers. „Es gibt einen Beschluss der Gemeinde, dass auf dem Sportplatz niemand seinen Hund spazieren führen darf!“

 Besonders aus hygienischen Gründen halten die Eheleute solch eine tierische Veranstaltung auf dem Sportgelände für undenkbar. „Allein die Vorstellung, wo diese Tiere mit ihren Fäkalien bleiben, lässt den Ekel aufsteigen“, heißt es in dem Brief. Zwar hätten viele Hundehalter darauf geachtet, dass die Tiere ihr „Geschäft“ nicht mitten auf dem Platz verrichten, aber das Sportgelände haben sie wegen der Pinkelpause nicht verlassen.

 „Auf einem Turnier sind die Tiere verständlicherweise aufgeregt“, schreiben die empörten Anwohner. „Das führt zu vermehrter Darm-Entleerung – und auch, wenn der Haufen sofort entfernt wird, hat er dort für kurze Zeit gelegen. Der Urin klebt an den Büschen und am Gras.“ Und wenig später spielten auf dem Gelände wieder Kinder. Ehepaar Reher: „Auf dem Rasen liegen Unmengen von Hundehaaren, am Rand wurde Hundejauche abgesetzt. Es ist eine Zumutung.“

 Doch noch aus einem zweiten Grund halten die Rehers das Agility-Turnier für eine krasse Fehlentscheidung: „Wir wurden von Freitagnachmittag bis Sonntag später Nachmittag ununterbrochen, wirklich ununterbrochen mit Hundegebell beschallt. Urteile zur Lärmbelästigung durch Hundegebell besagen, dass Hunde täglich nicht länger als 30 Minuten und nicht länger als 10 Minuten ununterbrochen bellen dürfen.“ Daher sei die Zusage an den Hundesportverein „rücksichtslos“ gewesen.

 Zugleich legen die Eheleute Wert darauf, nicht als dorffeindliche Querulanten abgestempelt zu werden. „Seit vielen Jahren wohnen wir neben dem Sportplatz. Bei unserer Entscheidung war uns bewusst, dass dort Sportbetrieb auf den Außenplätzen und auch dem Verein entsprechende Veranstaltungen stattfinden. Die dazugehörigen Geräusche und der dazugehörige Lärm waren für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Man habe den TuS viele Jahre bei Veranstaltungen unterstützt (unter anderem in der Vorstandsarbeit) und sich auch in der Gemeinde auf vielerlei Weise eingebracht. „Das zeigt, dass wir durch und durch diesem Ort verbunden sind.“

 Bürgermeister Rolf-Peter Mohr hat den offenen Brief mit Interesse gelesen. Eine Reaktion der Gemeinde an die Eheleute Reher habe es bislang nicht gegeben. „Ich schätze aber, da wird nochmal im Ausschuss drüber geredet.“ Im Grunde habe die Gemeinde mit dem Problem aber auch nichts zu tun. „Wir haben den Sportplatz vermietet. Die Entscheidungen dort trifft allein der TuS. Wir könnten höchstens zu denen hingehen und sagen, dass sie den Platz nicht mehr an den Hundesport vergeben sollen.“ Daran sei bislang aber nicht gedacht.

 Mohr kann die Aufregung der Anwohner ohnehin nicht so recht nachvollziehen. „Die Hunde saßen bei der Veranstaltung mit ihren Besitzern in einem Zelt“, sagt er. Zum Gassigehen seien sie den Schackendorfer Weg entlang geschlendert. „Die Leute hatten alle ihre Hundekotbeutel dabei.“ Zudem werde gerade dieser Weg auch von vielen Fahrenkrugern mit ihren Hunden Tag für Tag genutzt.

 Beim TuS Fahrenkrug weiß der Vorstand nicht so recht, wie er auf die Vorwürfe reagieren soll. „Es ist viel an den Haaren herbeigezogen“, sagt Vorsitzende Heike Spahr. „Es war eine sportliche Veranstaltung – und der Sportverein ist in der Pflicht, das Gelände auch anderen Fahrenkruger Vereinen zu überlassen.“

 Dass nach dem Agility-Turnier ein verdrecktes Umfeld zurückgeblieben ist, sei nicht richtig. „Die haben den Platz super gereinigt, und sogar das Sportlerheim haben sie sauber gemacht. Es war da kein Hundekot.“ Die Vergabe des Platzes an den Hundesport sei im übrigen mit den Fußballern des TuS Fahrenkrug im Vorfeld abgestimmt gewesen.

 Auch den Vorwurf der Lärmbelästigung weist die TuS-Vorsitzende entschieden zurück. „Die Veranstaltung ging jeweils nur bis 17 Uhr. Spätestens ab 18 Uhr war keiner mehr da, und alles war ruhig.“

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