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Kükels Schilder-Schabernack

Gleich drei Schilder im Abstand von wenigen hundert Metern verbieten eine Durchfahrt bis zur Badestelle am See. „Schilderwahn“, schimpft ein Anlieger. Doch die Gemeinde will so das Parken am Weg verhindern und Rettungsfahrzeugen den Weg freihalten.

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Landwirt Bernd Kröger aus Kükels mit dem „Stein des Anstoßes“, dem beweglichen Verkehrsschild im Seeweg I am Beginn der Betonspurbahn, die zu Feldern, dem Anlegeplatz des Wassersport- und Anglervereins und zur unbewachten Naturbadestelle am Mözener See führt.

Quelle: Karsten Paulsen

Kükels. Das schöne Badewetter lockt Wasserfreunde an den See. Nicht jeder beachtet das Durchfahrtverbot für Fahrzeuge, das nach 150 Metern an einem Wendehammer am Seeweg I beginnt – zum Leidwesen der Gemeinde und von Anliegern. Um es durchzusetzen, hat die Gemeinde mitten auf der Betonstraße des Seeweges ein Verkehrsschild aufstellen lassen. Es verbietet erneut die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art, ausgenommen Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge sowie Anlieger, land- und forstwirtschaftlicher Verkehr.

 Über diesen „Schilderwahn“ ärgert und wundert sich Bernd Kröger. Der Bauer muss, wie drei weitere Anlieger, über diesen Weg zu seinen Feldern fahren. Denn zwei Verbotsschilder für Fahrzeuge stehen bereits am Beginn des Seeweges I und nach 150 Metern am Wendehammer, wo die Zufahrtsmöglichkeit endet. Vor etwa zwei Wochen wurde der weitere Weg mit dem neuen Schild (abermals) gesperrt. Es verbot ursprünglich sogar die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art, ausnahmslos, staunt Kröger. Wenig später sei nachgebessert worden.

 Das Zusatzschild hängt an einer kurzen Kette, damit es nicht geklaut wird, kann aber aus der Verankerung gehoben werden. „Jedes Mal, wenn wir zu unseren Flächen fahren, müssen wir das Schild herausnehmen, flach in Fahrtrichtung hinlegen, durchfahren und sofort wieder hochkant verankern und die Prozedur nach der Rückkehr wiederholen“, ärgert sich Kröger. „Das ist reiner Schabernack!“ Radfahrer und Fußgänger könnten bei Dunkelheit dagegenstoßen. Er meint, die bisherigen beiden Verkehrsschilder seien völlig ausreichend.

 Das sieht Bürgermeister Holger Möller (CDU) ganz anders. Mit diesem zusätzlichen Sperrschild soll versucht werden, den Weg freizuhalten, „bevor etwas passiert“, sagt er. Seit vielen Jahren hätte die Gemeinde Probleme mit zahlreichen uneinsichtigen Falschparkern, die den engen Seeweg so blockieren, dass Rettungsfahrzeuge oder Feuerwehr nicht durchkämen.

 Im Übrigen sei es nicht erforderlich, das bewegliche Verkehrsschild nach der Durchfahrt sofort wieder aufzustellen, sagt Möller. Das könne auch nach der Rückfahrt erfolgen. In der Gemeindevertretung sei auch über eine Umwidmung eines Teiles vom öffentlichen Weg in einen Privatweg diskutiert worden. Möller: Dann hätte die Gemeinde nicht mehr die Verantwortung zu tragen.

 Rückendeckung erhält Möller vom Vorsitzenden des Wald-, Wege- und Umweltausschusses, Kristian Draeger (AFWK). Für dieses Problem gebe es keine andere Lösung, argumentiert er. Damit sollen Landwirt Kröger und die anderen Anlieger nicht behindert werden, im Gegenteil: Die Durchfahrt werde für Fahrzeuge gesperrt, die sonst verbotenerweise an der Badestelle und sogar auf dem Feld von Bernd Kröger parken würden.

 Die Verkehrsaufsicht des Kreises Segeberg sieht offenbar keinen Handlungsbedarf. Das neue Schild sei nur eine Wiederholung dessen, was die Behörde bereits mit den vorhandenen Verkehrsschildern genehmigt habe, hieß es auf Anfrage der SZ. Allerdings sei das Aufstellen des Schildes mitten auf der Fahrbahn fragwürdig.

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Ein Artikel von
Karsten Paulsen

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