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„Es ist unfassbar, eine Tragödie“

Familiendrama in Oering „Es ist unfassbar, eine Tragödie“

Trauer, Fassungslosigkeit, Bestürzung, Ratlosigkeit – auf unterschiedliche Weise reagierten Nachbarn und Kolleginnen auf die Tragödie um eine Familienmutter (40), die am Donnerstagabend gewaltsam zu Tode kam. Mutmaßlicher Täter ist ihr 20-jähriger Sohn.

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Tief betroffen reagierten die direkten Nachbarn des Opfers, Margrit und Helmut Hengst, auf die Nachricht von den schrecklichen Vorfällen am Donnerstagabend.

Quelle: Alexander Christ

Oering. Das Opfer lebte seit etwa 20 Jahren mit ihrem Ehemann, dem älteren Sohn sowie dessen 15-jährigem Bruder in der gepflegten Doppelhaushälfte an der Hauptstraße in Oering – neben der Haushälfte ihrer Eltern.

 „Ich bin tief erschüttert. Zwar kannte ich die Familie nur flüchtig, aber eine solch schreckliche Tat – und das im eigenen Dorf – berührt natürlich schon“, sagte der 14-jährige Schüler Mattis Studt. Ebenfalls entsetzt über den gewaltsamen Tod seiner Nachbarin ist der 21-jährige Polizeibeamte Niklas Nagel. „Ich bin mit dem Sohn gemeinsam in die Grundschule gegangen, und wir haben uns anfangs gut vertragen. Als ich jedoch vor zwei Jahren mitbekam, dass er Drogen nahm, habe ich sofort den Kontakt zu ihm abgebrochen. Seine Mutter war eine sehr nette und freundliche Frau“, erzählte Nagel.

 Auch die direkten Nachbarn, die 73-jährige Rentnerin Margrit Hengst und deren 75-jähriger Ehemann Helmut Hengst, haben die Ereignisse noch nicht verarbeitet. „Es ist unfassbar, eine Tragödie. Wir trauern mit den Hinterbliebenen“, sagte Margrit Hengst. Die Familie des Opfers sowie deren Eltern seien Mitte der 1990er Jahre als Spätaussiedler aus Russland nach Oering gekommen, wo sie sich ihr Doppelhaus gebaut hätten. „Dort lebten sie sehr zurückgezogen. Viel Kontakt hatten wir nicht miteinander. Dennoch sind wir tief betroffen“, sagte Helmut Hengst. Das Opfer beschrieben die Nachbarn als einen stets fröhlichen und herzlichen Menschen.

 Erschüttert auf die Nachricht vom gewaltsamen Tod ihrer bei Kunden und Mitarbeitern gleichermaßen beliebten Kollegin reagierten Sabrina Kruse und Katja Tuffentsammer, die beiden stellvertretenden Filialleiterinnen des Itzstedter Netto-Marktes, in dem die Oeringerin als Kassiererin gearbeitet hatte. „Sie war immer gut gelaunt und einfach nur eine wunderbare Kollegin, die von allen sehr geschätzt wurde“, versicherte Sabrina Kruse. „Wenn wir über private Dinge plauderten, hat sie sehr viel über ihren jüngeren Sohn geredet, über den älteren nie. Außerdem hat sie sich oft die Zeit zurückgewünscht, in der ihre beiden Söhne noch kleiner gewesen waren“, berichtet Katja Tuffentsammer.

 Eigentlich hätte die Mutter am Freitagmorgen Frühschicht gehabt, doch zu diesem Zeitpunkt war sie bereits tot. Die traurige Nachricht überbrachte der Ehemann. Er erschien kurz nach Geschäftseröffnung im Netto-Markt und teilte den beiden Frauen mit, dass seine Frau am Abend zuvor umgebracht worden sei und bat sie, die personellen Angelegenheiten seiner getöteten Frau zu regeln. „Er machte äußerlich einen gefassten Eindruck. Doch wer weiß, wie es in seinem Inneren aussah“, sagte Katja Tuffentsammer mit trauriger Stimme.

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Oering
Foto: Die Staatsanwaltschaft Kiel hat die Ermittlungen nach der Tragödie in Oering bereits aufgenommen.

Eine Familientragödie erschüttert Oering im Kreis Segeberg. Eine 40-jährige Frau wurde dort am Donnerstag getötet, der Tat verdächtigt ist ihr 20-jähriger Sohn. Am frühen Abend war ein Notruf bei der Polizei eingegangen. Als Rettungskräfte wenig später eintrafen, lebte die Frau noch, doch Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

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