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An Formalie gescheitert

Feuerwehr Tensfeld An Formalie gescheitert

Große Enttäuschung bei der Tensfelder Wehr. Ihr Versuch, den dritten von fünf möglichen Sternen bei der Leistungsprüfung „Roter Hahn“ zu schaffen, scheiterte am Sonnabend schon in den ersten Minuten. Und das aufgrund eines Missverständnisses.

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Viele Tensfelder schauten der Darbietung ihrer Feuerwehr interessiert zu, auch wenn diese von der Leistungsprüfung zur reinen Übung geriet.

Quelle: Detlef Dreessen

Tensfeld. „Wir sind ein bisschen geschockt“, sagte Bürgermeisterin Dr. Beatrix Klüver. Die 22 Kameraden hatten sich seit Wochen intensiv auf die Prüfung vorbereitet. Vom Knoten bis zum kompletten Löschangriff war alles bis ins Kleinste geübt, damit jeder Handgriff sitzt. Wehrführer Mike Mischker hatte noch einmal alle Akten durchgesehen, dass ja alles penibel dokumentiert ist.

 Doch dann kam der Moment, in dem Christian Blöcker, Vorsitzender der Prüfungskommission, darauf aufmerksam machte, dass ein Jahr etwas anderes ist als 365 Tage. Laut Feuerwehrdienstvorschrift müssen Atemschutzgeräteträger jährlich eine Teststrecke in der Feuerwehrzentrale durchlaufen. Einmal pro Kalenderjahr, hatte es Mischker bisher verstanden.

 Doch wie Blöcker klarstellte, steht in den Regularien, dass spätestens nach 365 Tagen ein neuer Test auf Herz und Nieren bestanden werden muss. Da ein Kamerad im März 2014 dabei war, den Gang 2015 aber noch vor sich hatte, war damit in den Augen der Kommission ein wichtiger Punkt nicht erfüllt. Auch in Einsätze dürfe er nun nicht gehen, bevor das nachgeholt ist, stellte Blöcker klar.

 Die Enttäuschung stand den Kameraden ebenso ins Gesicht geschrieben wie zahlreichen Dorfbewohnern, die das Geschehen als Zuschauer verfolgten. „Kleinlich“, fand manch einer das Ganze. Die Prüfung hätte man doch nachholen können, schlug ein anderer vor. „Das nimmt den Kameraden die Motivation. So macht doch keine Wehr mehr diese Leistungsbewertung mit“, schimpfte ein Feuerwehrmann.

 „Da wären wir auch durchgefallen“, gestand Bornhöveds ehemaliger Wehrführer Hans-Georg Kruse, der die Prüfung verfolgte. Die Bornhöveder hätten für ihre Atemschutzprüfungen zwei Termine im April und November. „Wer im April nicht kann, geht dann eben im November.“ Das sei bei vielen Wehren üblich. Doch wohl nicht mehr lange. „Wenn ein Atemschutzträger zu Schaden kommt und der Kursus liegt zu lange zurück, kann es passieren, dass die Feuerwehrunfallkasse nicht zahlt.“

 Als bei den Tensfeldern der erste Frust verflogen war, kehrte Tapferkeit ein. Es sei ja richtig, dass Vorschriften die Sicherheit der Feuerwehrleute gewährleisten, sagte Beatrix Klüver. „Ich bin mir sicher, dass sie es noch einmal versuchen und beim nächsten Mal Erfolg haben.“

 Immerhin konnten die Zuschauer sich selbst davon überzeugen, was die Wehr drauf hat. Unter fachkundiger Moderation durch Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski zelebrierten die Kameraden eine Übung, die sie für die Stern-Prüfung vorbereitet hatten und erhielten dafür großen Applaus. Und dann gab es etwas, von dem Mike Mischker sagte, es sei viel wichtiger als der Roter-Hahn-Stern: Im Namen der Feuerwehrleute überreichte Beatrix Klüver ihm ein gemaltes Herz mit einem Stern drin und der Inschrift „Stern der Herzen“.

 Trotz allem wurde denn auch noch ausgiebig im Festzelt das 125-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Tensfeld gefeiert.

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