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Kommt die Drehleiter überall hin?

Bad Segeberg Kommt die Drehleiter überall hin?

Der Einsatz selbst - eine verqualmte Küche - war in einer Viertelstunde erledigt, doch wo die Feuerwehr schon mal da war, probierte sie am Hochhaus in der Rantzaustraße gleich aus, ob sie mit der Drehleiter alle Wohnungen erreicht. Sie tat es nicht - aber das soll sich bald ändern.

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Interessiert verfolgten viele Bewohner von ihren Balkons aus die Arbeit der Feuerwehr. Dass nicht alle Wohnungen von außen erreichbar sind, war am Wochenende das Gesprächsthema Nummer 1 im Haus.

Bad Segeberg. Ein wenig schmunzeln musste Wehrführer Mark Zielinski nach dem eigentlichen Einsatz: „Der ältere Herr staunte nicht schlecht, als wir da plötzlich in seiner Küche standen.“ Dem Senior war am Freitagabend die Zubereitung seines Essens auf dem Herd - so Zielinski - „etwas misslungen“. Das Missgeschick hatte zu einer größeren Rauchentwicklung geführt - den der Wehrführer vor Ort gleich noch für eine größere Übung nutzte.

 Nachdem in der Wohnung im dritten Obergeschoss der Rauchmelder ausgelöst hatte, habe der Mann eigentlich alles richtig gemacht, lobte Bad Segebergs Wehrführer. „Er hat den Topf mit Öl von der heißen Platte entfernt, den Herd ausgeschaltet und das Küchenfenster geöffnet, um zu lüften“. Vollkommen korrekt gehandelt habe dann auch eine Anruferin, die den Rauch von der Straße aus sah und daraufhin über den Notruf 112 Hilfe herbeirief.

 „Bei einem solchen Alarm müssen wir immer mit großer Besetzung ausrücken“, erläuterte Zielinski - unter anderem mit der Drehleiter, wenn die betroffene Wohnung wie in diesem Fall im dritten Stock liegt und eine Rettung womöglich nur von außen möglich ist. Um 18.08 Uhr war der Alarm bei der Leitstelle Holstein aufgelaufen, die umgehend vier Fahrzeuge mit knapp 20 Einsatzkräften in Marsch setzte. Auch die Polizei und ein Rettungswagen waren vor Ort, weil zunächst nicht klar war, ob Menschenleben in Gefahr sind.

 Vor Ort stellte sich die Lage zwar schnell als weniger dramatisch dar, doch der ältere Bewohner ist etwas schwerhörig und hatte ausgerechnet in dieser Situation sein Hörgerät nicht angeschaltet. Deshalb vernahm er weder das Klingeln noch das Klopfen der Feuerwehrleute an seiner Wohnungstür. „Wir haben die dann ganz vorsichtig aufgebrochen und nach dem Rechten geschaut“, berichtete Zielinski.

 Der eigentliche Einsatz war bereits um 18.25 Uhr beendet, und die schon ausgerollten Schläuche konnten wieder eingepackt werden. Doch für das Team der großen Drehleiter gab es noch eine ungeplante Verlängerung. „Da wir nun schon vor Ort waren, wollten wir auch einmal testen, ob wir mit unserer Leiter wirklich überall hinkommen und im Ernstfall jede Wohnung erreichen“, erklärte der Wehrführer.

 Deshalb fuhr die Drehleiter auf die Auffahrt und versuchte von dort aus, mit dem Rettungskorb alle straßenseitigen Balkone des markanten Gebäudes zu erreichen. Dabei wurden die Blauröcke von den Bewohnern, die schon den vorausgegangenen Einsatz verfolgt hatten, sehr interessiert beobachtet.

 Bei dem improvisierten Testlauf stellte sich heraus, dass von der dafür vorgesehenen Stelle mit der Drehleiter nicht alle Wohnungen des siebenstöckigen Gebäudes zu erreichen sind. Doch die Bewohner könnten beruhigt sein, so Zielinksi. Auf der Seite zum Sportplatz des MTV Segeberg hin solle in Kürze eine Zufahrt eingerichtet werden, damit die Feuerwehr in einem Ernstfall - etwa wenn das Treppenhaus bei größerer Rauchentwicklung als Fluchtweg ausfällt - auch wirklich allen Bewohnern zu Hilfe kommen kann.

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