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Endlich kommt der Digitalfunk

Kreisfeuerwehrverband Endlich kommt der Digitalfunk

Seit Jahren warten die Feuerwehren darauf, dass sie die lang versprochenen Digitalfunkgeräte bekommen. Landesweit als erster soll nun der Kreis Segeberg mit der neuen Technik ausgestattet werden.

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Matthias Struck wurde extra als Leiter der Digitalfunkservicestelle beim Kreisfeuerwehrverband Segeberg eingestellt. Er zeigt - noch auf dem Bildschirm - wie die neuen Digitalfunkgeräte aussehen, die ab September in Segeberg eintreffen und von zwei neuen Mitarbeitern, die ihren Job noch nicht angetreten haben, ausgeliefert werden.

Quelle: Detlef Dreessen

Kreis Segeberg. „Wir bekommen die Geräte ab September geliefert“, sagte Kreiswehrführer Holger Gebauer der SZ. Im Rahmen einer Schulung habe er eins der hochmodernen Geräte bereits in der Hand gehalten - und sich an sein uraltes Handy erinnert. „Es erinnerte mich an mein altes Nokia 6310.“ Nur die Antenne sei kürzer.

 In der Tat sehen Farben und Tasten des Motorola-Gerätes einem alten Handy ähnlich. Die Unterschiede verbergen sich im Inneren. Vor allem die größere Anzahl an Kanälen ist ein Unterschied zum bisherigen analogen Funk. Auf dessen nur zwei vorhandenen Kanälen kam man sich leicht in die Quere. „Demnächst können verschiedene Gruppen eingerichtet werden“, sagte Gebauer. So können Führungsstab, Atemschutzgeräteträger und andere Einsatzgruppen parallel und von einander ungestört kommunizieren.

 „Außerdem sind die Geräte abhörsicher, so dass ,Katastrophentourismus’ eingeschränkt wird“, sagte Gebauer. Jedes Gerät ist mit GPS verbunden, so dass Mitarbeiter der Einsatzleitstelle etwa im Falle eines Verkehrsunfalls sehen können, welches Feuerwehr- oder Rettungsfahrzeug in der Nähe ist. Auch die Sicherheit der Retter wird verbessert. Per Notfallknopf können sie schnell ein Signal abgeben, wenn sie selbst in Not geraten. Sollte ein Gerät verloren gehen, sei auch dieses Problem zu beheben. „Es kann geortet und jederzeit über das Netz abgeschaltet werden.“

 Auch in die Fahrzeuge werden neue Geräte eingebaut - neben die vorhandenen Analoggeräte. Sie werden noch gebraucht - für die Kommunikation mit Feuerwehren, die die Digitaltechnik noch nicht haben. Vor allem bei kreisübergreifenden Einsätzen im Norden Segebergs ist das noch eine ganze Weile der Fall: Im Kreis Plön werden die Digitalfunkgeräte erst ab Februar 2016 ausgeliefert. Neumünster ist das Schlusslicht und erst ab Januar 2018 dran.

 Im Laufe eines Jahres sollen alle Segeberger Wehren mit den Geräten ausgestattet werden. Der Kreisfeuerwehrverband hat einen hauptberuflichen „Leiter der Digitalfunkservicestelle“ angestellt. Matthias Struck (46) aus Schellhorn ist schon seit August 2014 damit beschäftigt, die Einführung vorzubereiten. Neue Funkrufnamen sind zu vergeben, Schulungen für alle 5000 Feuerwehrleute vorzubereiten, der Auslieferungsplan aufzustellen. Und wenn die Geräte da sind, muss jedes einzelne programmiert werden.

 Zwei Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis will der Kreisfeuerwehrverband einstellen. Sie sollen 190 Geräte pro Monat ausliefern. Zuerst werden die „Meistfunker“ beliefert: Rettungsdienste und Katastrophenschutz. Dann sind die einzelnen Wehren dran - von Norderstedt folgen die Gemeinden entlang der A 7, zuletzt die Gemeinden im Nordosten des Kreises. Neben den Feuerwehren stattet der Kreisfeuerwehrverband auch die Rettungsdienste und die DLRG aus. Anschließend wird wohl das Telefon in der Servicestelle glühen. „Es gibt eine Menge Beratungsbedarf“, weiß Struck. Einige Schulungen haben schon stattgefunden.

 Angst vor großen Pannen mit der neuen Technik hat Holger Gebauer nicht. Die Polizei habe ja schon zwei Jahre damit Erfahrungen gesammelt. Sicher werde es hier und da noch ein bisschen haken, aber man habe eine Übergangszeit. Spannend wird es, wie das neue System im Segeberger Forst funktioniert. Für den Analogfunk mussten bisher im Einsatz mobile Funkzellen eingerichtet werden.

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