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Thaler kommt nach Hause

Firma zog nach Bad Bramstedt Thaler kommt nach Hause

Ein bisschen ist es, wie nach Hause zu kommen, sagt Chefin Brigitte Loose. Die Firma Jakob Thaler, gegründet 1964 in Weddelbrook, kehrt nach 14 Elmshorner Jahren zurück: Seit kurzem werden in Bad Bramstedt Winden und Zubehör zum Verlegen von Rohren und Leitungen.

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Karl Finnern montiert einen Hydraulikschlauch im Motorraum einer Kabelziehwinde. Er ist einer der 32 Angestellten beim Unternehmen Jakob Thaler, das jetzt im Gewerbegebiet Nord sitzt.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. Rund 4,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen im Gewerbegebiet Nord in seinen neuen Firmensitz. Platznot trieb die Firma aus Elmshorn, das soll so schnell nicht wieder passieren. Das Grundstück ist 13200 Quadratmeter groß, die Adresse umfasst gleich mehrere Hausnummern: Hunenkamp 6 – 12. Bebaut wurden 4200 Quadratmeter; genug Platz für eine großzügige Fertigungshalle, ein Hochregallager und Büros. Neu dazu kam eine eigene Lackierhalle, in der die Maschinen in RAL 5015, der blauen Firmenfarbe, lackiert werden

 Den Umzug nutzt Geschäftsführerin Brigitte Loose zum Durchstarten: Im Obergeschoss des Firmensitzes wird ein Schulungsraum eingerichtet. Dort sollen Kunden lernen, das neueste Produkt der Firma zu bedienen: ein Protokollierungsgerät für Kabeleinblasgeräte. Vor allem Glasfasern werden beim Verlegen normalerweise per Druckluft durch Rohre geblasen. Wenn dabei etwas schief geht, zum Beispiel die Faser bricht, gibt es oft teuren Streit darüber, wer die Schuld daran trägt. Mit dem neuen Protokollierungsgerät lässt sich exakt rekonstruieren, wie das Einblasen ablief. „Wir werden das am 8. Dezember erstmals öffentlich vorstellen“, kündigt Verkaufsleiterin Melanie Brandt an.

 Dritte große Neuerung bei Jakob Thaler: eine Lichtwellenleiter-Teststrecke. Lichtwellenleiter, kurz: LWL, lautet die korrekte Bezeichnung für Glasfaserkabel zur Datenübertragung – sprich: Breitband. Die Teststrecke in Bad Bramstedt wird nierenförmig angelegt, damit die Techniker die verschiedenen Biegeformen einer Leitung untersuchen und herausfinden können, wie man die Glasfaser am besten durch solche Kurven bekommt.

 Außerdem soll im kommenden Jahr der erste gewerbliche Lehrling bei Jakob Thaler anfangen. Bisher bildet das Unternehmen nur im Büro aus, ab Sommer dann auch einen Industriemechaniker.

 Wichtigstes Produkt der Firma sind Kabelziehwinden mit Leistungen zwischen 500 Kilo und 10 Tonnen Zugkraft. Die großen Winden werden auf Anhänger-Fahrgestelle montiert, die dann per Pkw- oder Lkw-Kupplung gezogen werden. Eine dreistellige Zahl von Maschinen produziert Jakob Thaler pro Jahr, das Geschäft brummt: „In den letzten Jahren steigend“ sei der Umsatz, erklärt Brigitte Loose. Die Hälfte des Umsatzes macht Thaler im Export; die USA, Saudi Arabien und Finnland sind wichtige Märkte. Weltweit geht die Tendenz dahin, Stromleitungen unter die Erde zu legen, in den USA gibt es noch viele Freileitungen: Der Bedarf scheint noch lange nicht gestillt.

 „Es ist immer noch ein Nischenprodukt“, stellt Brigitte Loose klar. Eins, das in der Welt vom Ruf deutscher Wertarbeit zehrt: „Made in Germany“ ziehe noch ganz gut, registriert die Chefin. Verkaufsleiterin Brandt weist auf Thalers Vorsprung durch Nachdenken hin: „Wir haben viele Maschinen in der Schublade, die wir noch gar nicht produziert haben.“

 Gegründet wurde das Unternehmen vor 51 Jahren in Weddelbrook vom Südtiroler Jakob Thaler. Bis 2001 saß die Firma in dem Dorf; dann übernahm Loose gemeinsam mit drei Mitgesellschaftern das Unternehmen. Verkaufsleiterin Melanie Brandt, die viel auf Messen unterwegs ist, lobt das Betriebsklima: „Mit einer Frau als Chefin ist es sehr familiär.“

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