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Mehr Schutz für Natur im Travetal

Flora-Fauna-Habitat Mehr Schutz für Natur im Travetal

Das Travetal liegt idyllisch. Für Tiere und Pflanzen soll es nun ein noch schönerer Flecken werden. Um den Naturraum nach EU-Vorgaben zu verbessern, wurde eine sogenannte Managementplanung begonnen. Flussanrainern soll aber nichts aufgezwungen werden.

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Weil die Trave unter EU-Schutz steht (FFH-Gebiet), muss der Flusslauf für Tiere und Pflanzen verbessert werden.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Kreis Segeberg. Ziel sind einvernehmliche Lösungen. Leisten wird die Planungsarbeit der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL). Er ist im Auftrag des Landes tätig. Der Verband ist eine Dachvereinigung von Landschaftspflegeverbänden, lokalen Aktionen, Landnutzern, Kommunen und Naturschützern. Die Organisation versteht sich als Mittler zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

 Denn mehr Naturschutz kann auf Kosten der Nutzung von Flächen am Traveufer gehen. Mögliche Maßnahmen nannte DVL-Mitarbeiterin Dr. Wiebke Sach während einer Auftaktveranstaltung vor rund 50 Besuchern im Kreishaus in Bad Segeberg. Denkbar wäre, Gewässer-Randstreifen anzulegen und zu schützen, Anrainerfelder weniger zu düngen, Grünland nur extensiv zu nutzen, Äcker in Grünland umzuwandeln, standortgerechte Laubbäume anzupflanzen, naturnahe Gärten zu schaffen und Befestigungen an Uferzonen zu vermeiden.

 9300 Hektar groß ist die Gesamtfläche des betroffenen Travetals, zwischen Wardersee nordöstlich von Bad Segeberg und der Mündung in die Ostsee bei Lübeck. Ein Viertel davon liegt im Kreis Segeberg. Erfasst wird zwischen Warderbrück und Groß Rönnau sowie zwischen Herrenmühle und Traventhal beidseits des Flusses ein jeweils zehn Meter breiter Uferstreifen. In den anderen Zonen des Flusslaufs ist das Gebiet breiter.

 Der Hintergrund für die Managementplanung: Seit 2006 steht das Travetal unter strengem EU-Schutz. Es gilt als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH). Damit verbunden ist die Verpflichtung, seltene Lebensräume sowie wildlebende Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und die Lebenswelt zu verbessern.

 Dr. Wiebke Sach will in den nächsten Monaten Einzelgespräche mit Flächeneignern und Nutzern führen. Kontakt aufnehmen wird sie auch mit den Wasser- und Bodenverbänden, die für die Flusspflege zuständig sind, sowie mit dem Sportfischerverband und mit Wassersportverbänden.

 Kreisbaudirektor Thomas Falck bat alle Beteiligten darum, sachlich vorzugehen.

 Es soll „mit möglichst viel Transparenz im Einvernehmen geschehen“, versicherte Dr. Sach. Sie strebt freiwillige Nutzungsvereinbarungen mit Flussanrainern und Flussnutzern an. Vorarbeit sei bereits geleistet worden. Seit 2000 gelte die europäische Wasserrahmen-Richtlinie. Die für die Trave zuständigen Wasser- und Bodenverbände, die Gewässerpflegeverbände, die Wasserbehörden der Kreise und des Landes hätten deshalb bereits Konzepte entwickelt, um die Trave in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Mit der Umsetzung, vorwiegend über die Unteren Naturschutzbehörden der Kreise, sei bereits begonnen worden.

 Für ihren eigenen Managementplan hat Dr. Sach bereits Inventur im Travetal gemacht und den aktuellen Zustand von Flora und Fauna geprüft. Jetzt würden Einzelgespräche mit Flächeneigentümern und Nutzern folgen. Einen Vorentwurf für ihren Plan werde sie danach mit den Betroffenen diskutieren, anschließend einen endgültigen Entwurf dem Land zur Genehmigung vorlegen.

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