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Integration braucht Sprache

Flüchtlinge Integration braucht Sprache

Keine Integration ohne Sprachkenntnisse: 385 Asylbewerber im Kreis Segeberg lernen deshalb zurzeit bei verschiedenen Bildungsträgern Deutsch. Sie profitieren von einem Sonderprogramm der Bundesagentur für Arbeit (BA).

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Deutsch lernen die Brüder Eido und Fadil Alahmad aus Syrien (vorn von links). Über die ersten Erfolge im Kursus der Volkshochschule Kaltenkirchen freuen sich (hinten von links) Thomas Kenntemich (Bundesagentur für Arbeit, Elmshorn), Migrationsbeauftragte Marlies Rathsack, Lehrerin Ursula Kuckuk, VHS-Leiterin Nadja Hahn und Lehrerin Heidrun zu Höhne.

Quelle: Ulrike Bundschuh

Kreis Segeberg. Es ermöglichte zum Start im Herbst 2015 eine schnelle und unbürokratische Hilfe zur Sprachförderung von Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive. Die Einstiegskurse für Asylbewerber sollen erste Schrift- und Sprachkenntnisse in Deutsch vermitteln und die Wartezeit bis zur Zulassung zu einem Integrationskursus sinnvoll überbrücken.

 „Mit dem ersten Kursus sollen Verständigungsmöglichkeiten auf einfachem Niveau erlernt werden, um eine Grundlage für weitere sprachliche Fördermaßnahmen zu schaffen“, sagte Nadja Hahn, Leiterin der Volkshochschule Kaltenkirchen. Dort läuft ein Einstiegssprachlehrgang mit 14 Teilnehmern.

 Bei einem Besuch von Thomas Kenntemich, Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn, demonstrierte Gymnasiallehrerin Heidrun zu Höhne in einem Frage-Antwort-Spiel erste Lernerfolge ihrer Schüler. Alltagsfragen wie „Wie alt bist Du?“, „Wo wohnst Du?“ oder „Was ist Dein Beruf?“ konnten einige bereits beantworten.

 385 Flüchtlinge - die Hälfte davon ist jünger als 25 Jahre - lernen Deutsch bei Bildungsträgern in Norderstedt, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Bad Segeberg und Bad Bramstedt. 74 Prozent der Teilnehmer kommen aus Syrien, 13 Prozent aus dem Irak, 7 Prozent aus Eritrea und 6 Prozent aus dem Iran. Nur jeder achte Teilnehmer ist eine Frau.

 Mit bis zu 100000 Deutsch-Schülern hatte die Bundesagentur bundesweit bei ihrem Sofortprogramm gerechnet. Tatsächlich haben die Bildungsträger weit mehr als 200000 Flüchtlinge in ihren Kursen.

 „Die meisten Geflüchteten sind jung und wissbegierig und sehen eine große Chance, sich hier ein neues Leben aufzubauen, vielleicht eine Berufsausbildung zu machen – und so die Fachkräfte von übermorgen zu werden“, sagt Agenturchef Thomas Kenntemich. Er zeigte sich sicher, dass sich das Vertrauen und die Investition in diese Menschen langfristig für alle lohnen werde.

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