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Kreisjugendamt stark gefordert

Flüchtlinge im Kreis Segeberg Kreisjugendamt stark gefordert

Der Mangel an Unterkünften für Asylbewerber zwingt den Kreis zu Maßnahmen. Im Gasthof am See in Warder werden wohl ab März bis zu 88 Flüchtlinge wohnen. In der Jugendakademie in Bad Segeberg werden 11 minderjährige, elternlose Asylbewerber einquartiert.

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Kreisjugendamtsleiter Manfred Stankat: Durch junge Asylbewerber sind 40 Prozent mehr Fälle zu bearbeiten.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. Außerdem baut der Kreis seine Gemeinschaftsunterkunft in Schackendorf weiter aus.

 Nicht von den Kommunen, wie bei erwachsenen Asylbewerbern üblich, sondern vom Kreisjugendamt werden die minderjährigen Flüchtlinge betreut, die ohne Eltern nach Deutschland geflohen waren. 259 Asyl-Vormundschaftsfälle im Kreis Segeberg zählte Manfred Stankat, Leiter des Kreisjugendamtes, seit Anfang 2015. Fast alle Kinder sind über 14 Jahre alt, und fast alle sind junge Männer. Meist flohen sie aus ihrem Heimatland, weil sie fürchteten, von Bürgerkriegsparteien rekrutiert zu werden.

 Von den 259 Jugendlichen sind mittlerweile 44 volljährig geworden, werden also künftig, wie alle erwachsenen Flüchtlinge, von den Städten und Ämtern betreut.

 Von den übrigen 211 jungen Menschen kamen 36 in Gastfamilien unter. Weitere 40 fanden Quartiere in Einrichtungen. So wurden elf Jugendliche in einer Etage des Bettenhauses der Jugendakademie in Bad Segeberg untergebracht. Um sie kümmert sich im Auftrag des Kreises ein freier Träger. Viele andere jugendliche Flüchtlinge fanden bei Verwandten Unterschlupf.

 Die restlichen 84 jungen Asylbewerber konnten bislang noch nicht aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt weitervermittelt werden. Sie sind also weiter in einer Massenunterkunft; der Schulpflicht können sie kaum nachkommen.

 Das Kreisjugendamt sei stark gefordert, sagt Stankat. 40 Prozent mehr Fälle habe es zu bearbeiten. Zusätzliche Vormünder, Sozial- und Sachbearbeiter müssen eingestellt werden, die Etats wurden aufgestockt.

 Es werden noch mehr Flüchtlinge hinzukommen. Im Januar sind dem Kreis Segeberg 288 Asylbewerber vom Land neu zugewiesen worden, berichtet Rolf Meenen, Leiter der Kreisausländerbehörde. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum nur 85 gewesen. „Wir erwarten in diesem Jahr im Kreis mindestens 4000 neue Asylbewerber.“

 Allerdings gab es Mitte Januar einen Bruch in der Zuwanderung. Statt wie zuvor bis zu 100 Asylbewerber pro Woche klopften plötzlich nur noch rund 40 an die Türen des Kreishauses in Bad Segeberg. Meenen vermutet, dass das Land derzeit weniger Asylbewerber an die Kreise weitergibt, weil die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes noch über freie Plätze verfügen. Allerdings weiß Meenen auch: Erfahrungsgemäß kommt der große Schwung an Asylbewerbern stets in der zweiten Jahreshälfte.

 Die sanierte Gemeinschaftsunterkunft des Kreises bei Schackendorf mit rund 80 Plätzen wird Innenminister Stefan Studt (SPD) am 4. März einweihen. Ein Erweiterungsbau (100 Plätze) ist bereits geplant. Auch der Gasthof am See in Rohlstorf-Warder, als Unterkunft vorgesehen, ist jetzt in Besitz des Kreises. Mitte Januar war die Schlüsselübergabe.

 Voraussichtlich nicht vor Mitte März werden in Warder die ersten Asylbewerber einziehen, sagt Kreispressesprecher Gernot Schramm. Es seien noch einige Umbauten nötig. Bis zu 88 Menschen hätten Platz. Belegt werde nach und nach. Mit der Betreuung wurde das DRK beauftragt. Es will vier Kräfte einsetzen. In der Gemeinde selbst hat sich ein ehrenamtlicher Helferkreis gebildet. Die Gemeinde unterstützt mit einer Koordinatorin.

 Weitere Immobilien für die Unterkunft von Asylbewerbern, so Schramm, will der Kreis vorerst nicht kaufen oder mieten.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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