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Container für mehrere Jahre

Flüchtlinge im Levo-Park Container für mehrere Jahre

Das Land will auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände in Bad Segeberg - jetzt Levo-Park - ein Container-Dorf als Erstaufnahme-Unterkunft für bis zu 2000 Asylbewerber einrichten. Bürgermeister Dieter Schönfeld rechnet mit einem langfristigen Bedarf.

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Einst trieben hier Bundeswehrsoldaten Sport, auf dem Platz nebenan wurde exerziert. In einigen Tagen sollen auf den Flächen der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne 2000 Kriegsflüchtlinge unterkommen.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. „Mindestens für die nächsten zwei, drei Jahre“ werde das Container-Dorf wohl stehen. Die Vorbereitungen dazu können schon ab Mitte November anlaufen. Das hat die Kieler Landesregierung Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld nach seinen Angaben offiziell angekündigt. Die Bestätigung dieser Auskunft gab öffentlich auch ein Sprecher der Landespolizei.

 Von der Landespolizei, zuständige Organisationsbehörde für die Einrichtung von derartigen Sammelunterkünften des Landes, waren bereits im vorigen Monat entsprechende Überlegungen zu einer Erstaufnahme-Einrichtung auf dem ehemaligen Exerzierplatz und dem brachliegenden Sportplatz durchgesickert. Allerdings war dabei noch von der Unterbringung von 800 Asylsuchenden die Rede gewesen. Von rund 10000 fehlenden Asylbewerber-Unterkünften im gesamten Bundesland wurde seinerzeit berichtet.

 Aus dem Landesinnenministerium verlautete nun aktuell dazu, dass bis zum Jahresende eine ausreichende Zahl von Wohncontainern zur Verfügung stehen sollten. Das Land habe gegenwärtig eine Kapazität von rund 12500 Plätzen, zu 98 Prozent mit Flüchtlingen belegt. Deren zunehmende Zahl erfordere es, die Kapazitäten bis zum Jahresende zu verdoppeln.

 Bürgermeister Schönfeld sagte, er stehe dem Projekt positiv gegenüber: „Von der Lage, Größe und Beschaffenheit her ist der Levo-Park geeignet für diese Aufgabe.“ Wasser- und Stromanschlüsse am Sportplatz und eine Bushaltestelle direkt vor dem Nordtor seien weitere Pluspunkte. „Wir als Stadt werden nach unseren Möglichkeiten konstruktiv daran mitarbeiten,“ bekundete Schönfeld.

 Angesichts des drastischen Anstiegs der Asylbewerber-Zahl aus Krisen- und Kriegsgebieten gebiete es die Achtung der Menschenwürde, so eine Lösung zu befürworten „und alle Möglichkeiten auszunutzen, um dem Bedarf gerecht zu werden“, meinte auch der Segeberger SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes zu dem Plan des Landes. „Wir müssen uns dem stellen, ob wir wollen oder nicht“.

 Schönfeld äußerte die Hoffnung, dass die Bewohner des vorgesehene Container-Dorfes länger als in anderen zentralen Sammelunterkünften des Landes verbleiben können, „auch über den Winter hinweg“. Das nehme Druck von der Kommune und verschaffe Zeit, um mehr angemessene Flüchtlingsunterkünfte herzurichten.

 So äußerte sich Schönfeld auch gegenüber der Wankendorfer Baugenossenschaft dankbar für ihre Planung, an der Theodor-Storm-Straße einen dreigeschossigen Mehrfamilien-Neubau für Asylbewerber zu errichten. Knapp 60 Menschen sollen dort wohnen können. Die Stadt mietet das Gebäude für zunächst fünf Jahre. Später sollen die Wohnungen für Senioren barrierefrei umgebaut werden.

 Für 2016 sei der Stadt bereits die Zuweisung von 208 weiteren Asylbewerber vom Land angekündigt, erklärte der Bürgermeister. „Damit haben wir dann seit 2013 insgesamt rund 450 Leute unterzubringen.“ Im laufenden Jahr seien bis jetzt 119 Asylsuchende in Bad Segeberg neu aufgenommen worden. „Wie haben die vierfache Zahl dessen unterzubringen, was wir zunächst als Grundlage angenommen hatten.“

 Welche Auswirkungen die Belegung des künftigen Container-Dorfes im Levo-Park auf die Stadt im einzelnen haben wird, lässt sich nach Einschätzung des Bürgermeisters im gegenwärtigen Planungsstadium noch nicht konkret abschätzen. In der ersten Phase sei zunächst die angemessene Unterbringung und Versorgung der Neuankömmlinge vordringliche Aufgabe. Dafür sei das Land zuständig, sowohl was die professionelle Organisation angehe als auch den Bau, die Verträge und die Kosten.

 Erst nachdem diese Fragen geklärt sind, folge die Sorge um Ausbildung und Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft. „Mit der Erstaufnahme werden noch keine Einwohner-Rechte in der Stadt für die Asylbewerber begründet“, erklärte Schönfeld. Somit gebe es auch keine höheren Schlüsselzweisungen für die Stadt. Erst wenn die Flüchtlinge an die Kommunen überwiesen werden, sind sie Einwohner im Sinne des Meldegesetzes. „Im übrigen haben wir ja noch gar keinen Überblick, wer aus welchem Herkunftsland kommt, wann sie kommen und wie viele es sind, ob Familien mit schulpflichtigen Kindern, alleinreisende Minderjährige oder junge Erwachsene“, erklärte der Bürgermeister.

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