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Flüchtlinge in Bad Segeberg Weitere Unterkünfte entstehen

Auf die Südstadt kommt die nächste Flüchtlingsunterkunft zu: Auf dem Gelände am Bienenhof soll ein zusätzliches Gebäude für 30 Menschen aufgestellt werden, zeitlich befristet bis Ende 2017. Darauf einigte sich die Stadtvertretung nach kontroverser Diskussion.

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Der Parkplatz am Bienenhof soll mit einem Flüchtlingsheim bebaut werden.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Außerdem soll an der Oldesloer Straße ein Mehrfamilienhaus hochgezogen werden, in dem in den nächsten Jahren Flüchtlinge einquartiert werden.

 Vor allem die Bienenhof-Entscheidung war hochgradig umstritten. Das Ergebnis fiel entsprechend knapp aus: Elf Stadtvertreter stimmten dafür, acht dagegen und neun enthielten sich. Das ehemalige Gebäude des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes ist bereits zum Flüchtlingsheim mit 50 Plätzen umgebaut worden.

 Bei einer Versammlung unter der Moderation des Sozialausschussvorsitzenden Jens Lichte (SPD) war den Südstadt-Bewohnern vor einigen Monaten zugesagt worden, dass am Bienenhof keine weiteren Flüchtlinge untergebracht werden. „Wir stehen bei den Anwohnern im Wort“, erklärte Torsten Bohlmann, neuer Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft BBS. Auch Lichte betonte, sich in seiner Haut nicht wohlzufühlen.

 Vorgesehen ist am Bienenhof ein Zweckbau, der aus vorgefertigten Holzelementen zusammenmontiert ist und später problemlos wieder entfernt werden kann. Bauamtsleiterin Antje Langethal rechnet mit Kosten von maximal 400000 Euro. Sie hält 320000 Euro für realistisch. „Wir haben aber eine etwas höhere Ermächtigung, damit wir nicht an 3 Euro scheitern müssen.“

 In dem neuen Haus solle es zwar eine neue Küche samt Essecke geben, aber die Flüchtlinge sollen weitgehend die Infrastruktur und die Betreuung im Haupthaus am Bienenhof nutzen.

 In der Stadtvertretung wurde eifrig gefeilscht, wie lange der Neubau am Bienenhof stehen muss. Eine Frist bis Ende 2016 galt als zu kurz, eine Formulierung ohne zeitliche Festlegung („bis anderswo genügend Wohnraum zur Verfügung steht“) galt als zu schwammig. Die CDU positionierte sich als Verfechter eines konkreten Abbautermins; die SPD war vollkommen dagegen, weil sie fürchtet, dass die Stadt den zugesagten Termin dann nicht einhalten kann.

 Bürgermeister Dieter Schönfeld erklärte schließlich, dass er mit dem Kompromiss – einer Genehmigung bis Ende 2017 – leben könne. Er befürchtete, dass sich die Fraktionen mit ihren gegenseitigen Anträgen in eine Situation manövrieren könnten, in der schließlich gar nichts beschlossen würde. Die Stadt habe aber die Pflicht, im Jahr 2016 Wohnraum für 260 Flüchtlinge vorzuweisen. Da sie im vergangenen Jahr 34 Flüchtlinge mehr versorgt hat, als sie gemusst hätte, geht diese Zahl allerdings von den 260 ab.

 Sollte die Stadtvertretung nicht den Bau neuer Wohnungen auf den Weg bringen, so machte Schönfeld deutlich, sei er durch die Vorgaben des Landes und des Bundes gezwungen, die Flüchtlinge in bestehenden Gebäuden unterzubringen. „Das finde ich nicht witzig.“ Dazu würden nämlich Turnhallen und andere öffentliche Einrichtungen zählen. „Wir haben da keine Gestaltungsspielräume. Es nützt niemandem, wenn wir uns vor einer Entscheidung drücken oder sie verschieben.“ Ob man die Belastung für zumutbar halte oder nicht, sei egal. „Wir müssen uns daran halten.“

 Ebenfalls gebaut werden soll an der Oldesloer Straße am Parkplatz „Alter Speicher“, der von den Karl-May-Spielen vor allem als Stellfläche für Reisebusse genutzt wird. Daneben befindet sich ein maroder Speicher, den die Stadt nun abreißen und mit einem Wohnhaus für Flüchtlinge bebauen will. Laut Antje Langethal handelt es sich um exakt dasselbe Gebäudemodell, das an der Theodor-Storm-Straße von der Wankendorfer Baugenossenschaft hochgezogen wird und Platz für 60 Menschen bietet. Am Speicher baut die Stadt aber in Eigenregie. Kostenpunkt: 1,8 bis 2 Millionen Euro.

 Es handelt sich um ein Projekt nach dem „Kieler Modell“ – sprich: Nach der Nutzung als Flüchtlingsheim wird es zu regulären Wohnungen umgebaut und durch Balkone und einen Fahrstuhl ergänzt. Ob das Haus dann von Senioren oder Familien bewohnt wird, steht noch nicht fest.

 Antje Langethal hält es im übrigen nicht für ein Problem, dass im Sommer direkt neben dem Haus bis gegen 23 Uhr reger Fahrzeugverkehr durch die Tourismus-Busse herrscht. Parkplätze neben Wohnhäusern habe man ja anderswo in der Stadt auch – zum Beispiel am Gieschenhagen.

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