19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Mehr Unterkünfte neu bauen

Bad Bramstedt Mehr Unterkünfte neu bauen

Nicht kleckern, sondern klotzen möchten die Kommunalpolitiker angesichts der wachsenden Asylbewerberzahlen. Die Akten stapeln sich, mehr Wohnraum wird benötigt. Deshalb plädierte der Sozialausschuss für den Neubau von Unterkünften für 120 Flüchtlinge auf dem Bundespolizeigelände.

Voriger Artikel
Vorhang auf im Theater
Nächster Artikel
BHs und ihr Geheimnis

Im Bad Bramsteter Rathaus wachsen mit dem Zustrom von Flüchtlingen auch die Aktenberge.

Quelle: Anna Maria Persiehl

Bad Bramstedt. Außerdem soll eine Vollzeitkraft eingestellt werden, die den Helfern bei der Betreuung zur Seite steht und ein Bindeglied zwischen Verwaltung und Ehrenamtlern ist.

 Dem Sozialausschuss, der seine Tagesordnung angesichts der aktuellen Lage spontan um den Punkt „Flüchtlingsangelegenheiten“ erweiterte, lag die drei Tage alte Empfehlung des Bauausschusses vor, auf dem gut 7000 Quadratmeter großen Areal der Bundespolizei am Düsternhoop Unterkünfte in konventioneller Bauweise für 50 Asylbewerber zu errichten. Die Stadt hat das Gelände vom Bund gekauft.

 Dass der Ausschuss gleich eine große Lösung für 120 Asylbewerber befürwortete, lag sicher auch an den dramatisch steigenden Asylbewerberzahlen, die der Leiter des Bürgeramtes, Jörg Kamensky, dem Ausschuss präsentierte (siehe links). Kamensky machte deutlich, wie schnell sich die Situation ändern kann: „Wir haben heute Nachmittag fünf weitere Asylbewerber aufnehmen müssen.“

 Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach ist mit der Bad Bramstedter Bewältigung der Flüchtlingskrise zufrieden. „Wir haben bisher alle Asylbewerber in abgeschlossenen Wohnungen unterbringen können.“ Er hob die enorme Leistung der städtischen Fachabteilung bei der Wohnungssuche in den vergangenen Wochen hervor.

 Wie Kamensky ergänzte, sind derzeit 43 Wohnungen und Appartements angemietet. 35 weitere Asylbewerber könnten noch untergebracht werden. „Wir müssen aber als Stadt zusehen, dass wir selbst ganz schnell für mindestens 120 Personen Wohnraum schaffen.“

 Zwar werde der Investor, der an der Kieler Straße einen Neubau für 30 Asylbewerber errichtet und auf dem dortigen Gelände ebenfalls Garagen zu Wohnungen umgebaut hat, elf weitere Garagen aufstocken. Doch auch das wird neben der Suche nach weiterem, vor allem bezahlbarem Wohnraum nicht ausreichen. „Wir ziehen wirklich alle Register“, beteuerte Bürgermeister Kütbach.

 Der Ausschuss machte angesichts der geschilderten Lage einvernehmlich Nägel mit Köpfen: Auf dem ehemaligen Antreteplatz der Bundespolizei soll nun Wohnraum für 120 Flüchtlinge geschaffen werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, dazu mit einem Investor Gespräche über sozialen Wohnungsbau aufzunehmen. Den Mitgliedern des Sozialausschusses war klar, dass die vom Bauausschuss ins Auge gefasste eingeschossige Bauweise von zunächst zwei Gebäuden nicht genügen wird. Wie das Projekt letztlich realisiert wird, hängt auch von den Vorstellungen des Wohnungsbauunternehmens ab, das die Gebäude an die Stadt vermieten soll.

 Aufgrund des wachsenden Zustroms an Asylbewerbern geraten auch das Personal im Rathaus und die ehrenamtlichen Helfer an die Grenzen der Belastbarkeit. Die CDU-Fraktion stellte im Sozialausschuss den Antrag, eine weitere qualifizierte Kraft einzustellen. Eine Halbtagsstelle, auf zwei Jahre befristet, schwebte der Partei vor. Aufgabe soll sein, die Ehrenamtlichen zu beraten und deren Arbeit zu koordinieren. „Wir möchten erreichen, dass diejenigen, die ihre Dienste ehrenamtlich anbieten, auch einen Ansprechpartner haben und damit auch gewisse Rechtssicherheit bekommen“, erklärte CDU-Fraktionschef Werner Weiß.

 Dieses Ziel stieß im Ausschuss auf offene Ohren. Ob es eine pädagogisch ausgebildete Kraft oder ein Verwaltungsexperte wird, ließ der Ausschuss offen. Die Mitglieder folgten einmütig dem Rat des Vorsitzenden Dr. Manfred Spies, eine Vollzeitstelle anzustreben, allerdings ebenfalls auf zwei Jahre befristet.

 Von der neuen Stelle würde auch das für die Asylbewerber zuständige Bürgeramt profitieren. Amtsleiter Kamensky und Sachgebietsleiterin Soziales Jessica Klinger können die Verstärkung dringend gebrauchen. Über die Neueinstellung müssen noch der Hauptausschuss und die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Bei der Finanzierung soll die vom Land Schleswig-Holstein per Erlass eingeführte einmalige Integrationspauschale von 900 Euro pro Flüchtling helfen, wie Bürgermeister Kütbach ankündigte.

 Die steigenden Asylbewerberzahlen erfordern auch Aktivitäten an anderer Stelle. Der Ausschuss unterstützte den Wunsch von Jörg Kamensky, eine „Task Force“ einzurichten. Neben ihm und dem Bürgermeister sowie dem Sozialausschussvorsitzenden Spies soll diesem „Krisenstab“ auch jeweils ein Vertreter aller vier Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung angehören.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Anna Maria Persiehl

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3