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Besorgnis wegen der Flüchtlinge

Rohlstorf Besorgnis wegen der Flüchtlinge

Der Kreis will offenbar über hundert Asylbewerber im Gasthof am See in Warder unterbringen. Manche Rohlstorfer sind besorgt, fühlen sich schlecht informiert. Sie luden zu einem Bürgertreffen ein, das aus Angst vor dem Besuch Rechtsradikaler wieder abgesagt wurde.

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Der Gasthof am See in Warder: Anwohner sorgen sich, dass zu viele Asylbewerber einziehen.

Quelle: Gerrit Sponholz

Rohlstorf. Auslöser für die Unruhe waren Presseberichte über Pläne des Kreises, den Gasthof am See in Warder zu kaufen. Von 120 Plätzen für Asylbewerber war die Rede. Kreispressesprecher Gernot Schramm bestätigte gestern, der Kreis suche „Immobilien zum Zwecke der Unterbringung von Flüchtlingen“. Abgeschlossen seien bislang keine Kaufverträge. Landrat Jan Peter Schröder werde „in den nächsten Wochen zu einem Gespräch mit den Bürgern in Rohlstorf sein“. Der Termin sei noch offen.

 Pastor Roland Scheel, dessen Kirche gleich neben dem Gasthof liegt, organisiert bereits einen Helferkreis. Nach Angaben von Bürgermeister Dirk Johannsen (CDU) kommen am Mittwochabend Vertreter der Gemeindepolitik, Verbände und Feuerwehr zusammen.

 Parallel dazu grummelt es bei Einwohnern. Axel Weißhaupt aus Warder, Prof. Dr. Peter Kröger aus Wardersee und „weitere besorgte Bürger“ luden per Hauswurfzettel zu einem Treffen am Freitag, 16. Oktober, in der Alten Schule in Warder ein. „Bürger informieren Bürger“ stand darauf, und: „Pro Asyl – Kontra Erstaufnahme“. Thema soll ein „Containerdorf auf dem Spielplatz in Quaal und / oder Gasthof am See in Warder“ sein.

 Bürgermeister Johannsen zeigte prinzipiell Verständnis für die Initiative und dafür, dass Bürger sich Sorgen machen. Besser sei jedoch, eine geplante Informationsversammlung der Gemeinde Anfang November abzuwarten. Landrat Schröder habe zugesagt, dass der Kreis keinen Kaufvertrag unterschreibe, bevor nicht die Bürger informiert worden seien. Es sei noch alles offen. Ein Bürgertreffen könne „aus dem Ruder laufen“. Es könnten „andere kommen, die aufhetzen“.

 Stellvertretender Bürgermeister Michael Roelofs (Aktive Rohlstorfer) hadert mit der Initiative der Bürger. Er sorgt sich, dass „die Stimmung aufgeheizt wird“ und mit der Einladung „diffuse Ängste“ geschürt würden. Container seien in Quaal gar nicht geplant. Jetzt gehe es darum, Informationen zu sammeln und die Flüchtlingshilfe konstruktiv zu gestalten.

 Dafür zeigt sich Axel Weißhaupt, einer der Initiatoren, prinzipiell offen. Doch er beklagt, die Gemeindespitze informiere nicht, selbst die Gemeindevertreter aus Warder nicht, darunter seine Frau. „Wir hören nur Gerüchte.“ Er verwahrt sich dagegen, fremdenfeindlich zu sein. Er sei nicht gegen eine Asylbewerberunterbringung, sondern gegen Form und Maß. Das Haus reiche vielleicht für 84 Asylbewerber, aber nicht für 120. In einem ähnlich großen Dorf wie Warder mit schlechter Anbindung und Infrastruktur seien 120 Flüchtlinge zu viele. Es kämen Männer, nicht Familien, und wohl nur für kurze Zeit, ohne sich einzuleben. „Ich habe Angst, dass Leute auf der Straße sind, die nichts mit sich anzufangen wissen.“ Er sagte das für Freitag geplante Treffen ab. Da die Einladung Wellen geschlagen habe, befürchtet er, dass Rechtsradikale kommen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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