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Neu und alles frisch gestrichen

Flüchtlingsunterkunft Schackendorf Neu und alles frisch gestrichen

Die Inneneinrichtung der 30 Zimmer ist spartanisch, enthält nur Mindestausstattung und strahlt den Charme von Jugendherbergsräumen aus. So präsentiert sich die neue Gemeinschaftsunterkunft des Kreises für bis zu 86 Asylbewerber. 1,9 Millionen Euro hat der Kreis Segeberg investiert.

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Die 30 Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft bieten bis zu 86 Asylbewerbern Platz. Die Aufteilung ist kleinteiliger geworden: Mehr kleine Zimmer, Sanitärbereiche und Küchenzeilen.

Quelle: Gerrit Sponholz

Schackendorf. Das Gebäude ist modern, die Haustechnik zeitgemäß, die Zuwegung behindertengerecht, alles frisch gestrichen. Bevor Innenminister Stefan Studt das Gebäude bei Schackendorf in wenigen Tagen einweiht, durfte sich die Segeberger Zeitung umsehen.

 1,9 Millionen Euro hat der Kreis investiert, 70 Prozent davon zahlte das Land, sagt Elke Andrasch, Leiterin der Flüchtlingsbetreuung beim Kreis. Kosten- und Zeitrahmen seien eingehalten worden. Eine Gliederung des DRK, die Betreuungsdienste, wird das Haus führen. Hausleiterin Ileana Buhociu wird zwei Mitarbeiter haben. Den Hausmeister stellt der Kreis. Buhociu hatte zuvor unter anderem in der Erstaufnahmeeinrichtung in Kellinghusen gearbeitet.

 Sie ist sehr angetan von dem Haus, das vor vielen Jahren zu einer Tankstelle und einem Gasthof gehörte und das der Kreis seit langem als Unterkunft für Asylbewerber betreibt. Das Gebäude war heruntergekommen, zeitweise stark überbelegt. Der Kreis entschied sich zum großen Schnitt, ließ das Gebäude komplett sanieren.

 Vieles wurde geändert. Den Bewohnern wird damit mehr Privatsphäre ermöglicht. Die Zimmer nehmen nur noch maximal vier Bewohner auf. Die Grundausstattung für jeden ist schmal: ein rustikales Bett, ein einfacher Stuhl, ein Metallspind. Die Zimmerbewohner teilen sich einen Tisch, ein Sideboard und einen Kühlschrank. Sie sind Gebrauchtware.

 Statt zweier Küchenzeilen gibt es jetzt elf, darunter eine große Gemeinschaftsküche. Die Zahl der Bäder wurde erhöht, darunter ist eines mit Spezialvorrichtungen für Menschen mit Behinderung. Wegen der vielen Bäder müssen sich nun keine Staus mehr bilden wie früher vor dem Duschraum. Denn gemeinsam zu duschen – das ist für die Migranten undenkbar, weiß Hausleiterin Buhociu. „Man zeigt sich nicht nackt vor anderen.“

 Ein ausgeklügeltes Schlüsselsystem ermöglicht, dass die Bewohner nur zu ihren Räumen Zutritt haben und nicht zu allen. Jeder Bewohner wird für seinen Bereich verantwortlich sein, auch dafür, ihn sauber zu halten. WLAN und damit Internetempfang gibt es, aber nur im Gemeinschaftsraum, in den Zimmern TV-Steckdosen, aber keine Fernseher.

 Bei der Frage, was vielleicht noch wünschenswert wäre, fallen Ileona Buhociu vom DRK und Silke Maaß von der Kreisverwaltung spontan drei Dinge ein: Fahrräder für Wege in Nachbarorte, ein Fußballtor zum Spielen und Nähmaschinen. Mit ihnen ließe sich auch Kleidung passend umnähen, und das Nähen in der Gruppe stifte ein Gemeinschaftsgefühl.

 Elke Andrasch ist optimistisch, dass die Asylbewerber eine gute Zeit im neuen Haus haben werden. Der Kreis mit seinen vielen Fachdiensten und das DRK würden helfen. „Das sind zwei starke Träger mit Netzwerk.“ Die neue Unterkunft werden den Flüchtlingen eine Ruhezone bieten. Das sei nach den Fluchterlebnissen wichtig.

 Andere Sorgen, die die Asylbewerber umtreiben, kann das moderne Haus ihnen aber nicht nehmen: Wie geht es der Restfamilie im Herkunftsland? Wo werde ich künftig leben und wohnen? Und vor allem: Wie geht mein Asylverfahren aus? „Dieser Punkt“, sagt Elke Andrasch, „zieht sich meist hin und macht den Asylbewerbern am meisten zu schaffen.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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