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Für oder gegen Windkraft?

Föhrden-Barl Für oder gegen Windkraft?

Die Gemeindevertretung tut sich schwer damit, auf die geänderte Rechtslage zum Bau von Windparks zu reagieren. Am Donnerstagabend beschloss sie, eine Stellungnahme auszuarbeiten, wobei aber offen blieb, ob sie nun für oder gegen die Windenergiegewinnung auf Gemeindeland formuliert wird.

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Nicht nur die Gemeindevertretung ist gespalten, sondern auch das Dorf. Viele Einwohner haben Plakate gegen die Windkraft an ihre Zäune und Häuser gehängt, doch es gibt auch Befürworter.

Quelle: Einar Behn

Föhrden-Barl. Die Neue Wählergemeinschaft (NWG) ist Befürworter der Windkraft und hat eine Stimme mehr als die ALFB (Aktives Lebenswertes Föhrden-Barl). Aber einige NWG-Mitglieder könnten befangen sein, und Bürgermeister Hans-Jochen Hasselmann hält sich selbst für „das Zünglein an der Waage“.

 Zweimal schon hatten sich die Föhrden-Barler in Bürgerentscheiden mehrheitlich gegen Wildkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet entschieden. Doch dann erklärte das Oberverwaltungsgericht alle bisherigen Regionalpläne für ungültig und schränkte die Mitwirkungsmöglichkeiten der Gemeinden drastisch ein. Für von der Landesplanung ausgewiesene Eignungsflächen kann die Gemeinde die Zustimmung nicht mehr versagen, so der Gerichtsbeschluss. Die Entmachtung der Gemeinden stößt zunehmend auf Kritik. Auch Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat bereits bekundet, die betroffenen Orte wieder stärker am Verfahren beteiligen zu wollen. Offen blieb bisher allerdings, wie.

 Einig waren sich die Gemeindevertreter des 300-Einwohner-Dorfes, in Sachen Windkraft nicht einfach über ihre Köpfe hinweg bestimmen zu lassen. Sie wollen zumindest eine Stellungnahme abgeben, die bis Mitte Mai von einer Arbeitsgruppe unter Bürgerbeteiligung formuliert werden soll. Abschließend soll sie dann per Gemeinderatsbeschluss zur offiziellen Haltung der Gemeinde erklärt und an die Landesregierung geschickt werden.

 So weit waren sich alle einig. Doch die vierköpfige ALFB drängte darauf, die Stellungnahme eindeutig gegen Windkraftanlagen zu formulieren. „Wir hatten schon zwei Bürgerentscheide contra Windenergie, daran sind wir gebunden“, sagte Gemeindevertreter Sven Peters. Die NWG-Fraktion wollte sich nicht darauf einlassen. „Das werden wir dann sehen“, sagte Bürgermeister Hasselmann (NWG).

 Die Mehrheitslage ist nicht ganz eindeutig. Hasselmann erklärte, dass drei seiner fünf Fraktionskollegen befangen sein könnten, weil sie oder Verwandte Grundstücksbesitzer in den infrage kommenden Gebieten sind. „Wir müssen juristisch abklären, wer an der Abstimmung über die Stellungnahme überhaupt teilnehmen darf“, sagte er der Segeberger Zeitung. Aber auch wenn alle fünf abstimmen dürfen, ist die Mehrheit der Befürworter keineswegs sicher. Hasselmann will noch nicht bekannt geben, ob er nun für oder gegen die Windkraftanlagen stimmen wird. „Ich bin das Zünglein an der Waage“, erklärte er der SZ. Wenn er sich der Stimme enthält, würde ein Patt von vier zu vier Stimmen entstehen, die Stellungnahme hätte keine Mehrheit und wäre damit abgelehnt.

 Überrascht wurde der Bürgermeister von Berichten der ALFB-Vertreter, dass auf Gemeindegebiet offenbar nicht nur im Westen ein Windpark ermöglicht werden soll. Daran hat bereits der Windparkbetreiber Dr. Hans-Günther Lüth aus Wiemersdorf Interesse bekundet. Die Landesregierung hat im Internet eine Karte veröffentlicht, auf der drei Windenergie-Abwägungsbereiche auf Föhrden-Barler Gebiet verzeichnet sind. Die anderen beiden liegen im Norden und im Südosten. Diese Abwägungsbereiche haben allerdings noch keinerlei Rechtsverbindlichkeit. Das Landesplanungsamt prüft dort zurzeit, ob es besonders schützenswerte Flora und Fauna oder andere Kriterien gibt, die Windkraftanlagen ausschließen.

 Doch die Windpark-Investoren verfolgen solche Pläne offenbar genau und versuchen schon jetzt, sich durch Vorverträge die Grundstücke zu sichern. „Die Firma Windwärts aus Hannover hat bereits Leute im Dorf auf das Gebiet im Südosten angesprochen“, berichtete ALFB-Gemeindevertreter Sven Peters.

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