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Klare Mehrheit gegen Windkraft

Föhrden-Barl Klare Mehrheit gegen Windkraft

Die Gemeindevertretung stimmte auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit einer großen Mehrheit gegen Windanlagen auf Gemeindegebiet. Es ging um eine Stellungnahme an die Landesregierung, an der die Bürger mitformuliert hatten.

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Die Region nördlich und westlich von Bad Bramstedt ist schon heute ein Schwerpunkt der Windenergie. Diese Anlagen stehen rund fünf Kilometer Luftlinie von Föhrden-Barl entfernt bei Quarnstedt.

Quelle: Jann Roolfs

Föhrden-Barl. „Abschließend ist festzuhalten, dass die Gemeinde Föhrden-Barl auf Grund der vorliegenden Kriterien einer Anerkennung der Windeignungsgebiete, wie in der bisherigen Landesplanung vorgesehen, mehrheitlich negativ gegenüber steht.“ Mit diesem Satz wendet sich die Gemeindevertretung des Dorfes mit acht Stimmen bei einer Gegenstimme dagegen, dass in und nahe Föhrden-Barl Windkraftanlagen aufgestellt werden. Wie sehr das Votum die Kieler Planer beeindruckt, wird sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zeigen.

 Der Konflikt um Windräder hat die rund 300 Föhrden-Barler schon mehrmals beschäftigt, 2009 und 2012 sprachen sie sich in Bürgerentscheiden gegen Windkraftanlagen aus. Im Moment läuft eine neue Runde: Das Land überplant ganz Schleswig-Holstein, um geeignete Flächen zu markieren, auf denen Windräder aufgestellt werden können. Anders als beim ersten Anlauf vor einigen Jahren haben die Gemeinden diesmal allerdings keinen großen Einfluss darauf, welche Flächen ausgewiesen werden. Das Verwaltungsgericht hatte diese Mitsprache für unzulässig erklärt. Sie können Stellung beziehen, wie jeder Bürger auch, aber berücksichtigt werden nur stichhaltige Argumente. Ein schlichtes „Wir wollen keine Windkraftanlagen in unserem Dorf“ genügt nicht.

 Auf den aktuellen Karten sind in und um Föhrden-Barl zwei Gebiete orange markiert und damit als geeignet für Windräder gekennzeichnet. Eins liegt an der Grenze zu Hitzhusen und erstreckt sich auch auf Teile des Gebietes der Nachbargemeinde, eine größeres im Westen an der Kreisgrenze zu Steinburg. Das kleine Dorf Hingstheide ist hier mitbetroffen. Und ein Investor steht auch schon parat: Das Ingenieurbüro Lüth aus Wiemersdorf möchte in der Gegend sechs 200 Meter hohe Windkraftanlagen bauen. Dr. Hans-Günther Lüth will nach Wiemersdorfer Vorbild einen Bürgerwindpark gründen, an dem sich die Einwohner beteiligen können. Der Streit darum sorgte schon für heftige Auseinandersetzungen im Dorf.

 Mit einer Versammlung zum Thema, Wurfzetteln an alle Haushalte und einer öffentlichen Arbeitssitzung hatten sich die Föhrden-Barler Gemeindevertreter darauf vorbereitet, ihre Einwendungen gegen die aktuelle Planung zu formulieren. Die Resonanz im Dorf enttäuschte Bürgermeister Hans Jochen Hasselmann: Von 110 verteilten Zetteln mit Bitten um Beiträge seien nur 13 zurück gekommen.

 In ihrer Stellungnahme, die nach Kiel geschickt wird, weisen die Föhrden-Barler nun darauf hin, dass die Bewohner sich schon zwei Mal in Bürgerentscheiden gegen Rotoren ausgesprochen haben. Sie führen das Rotwildwandergebiet in der Region an und verweisen auf die Vorkommen geschützter Vogelarten wie Kornweihe, Sumpfohreule, Baumfalke und Uhu. Außerdem nennen sie das Storchengebiet Hitzhusen/Föhrden-Barl als Argument gegen Windräder.

 Hitzhusens Bürgermeisterin Claudia Peschel hörte genau zu, ihre Gemeinde arbeitet noch an einer Stellungnahme zur Planung.

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