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Sechs Windräder könnten es werden

Föhrden-Barl Sechs Windräder könnten es werden

Bereits 2009 und 2012 hatte sich eine Mehrheit bei Bürgerentscheiden gegen Windkraft in Föhrden-Barl entschieden. Dennoch wird ein dritter Versuch unternommen. Dr. Günther Lüth GmbH aus Wiemersdorf möchte sechs Windkraftanlagen bauen.

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Der Investor: Ingenieur Dr. Günther Lüth.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Föhrden-Barl. In einer Einwohnerversammlung wurden Argumente von Gegnern und vom potenziellen Investor ausgetauscht. Frank Hartmann vom Fachdienst Kreisplanung erklärte die neue rechtliche Lage. Rund 80 Einwohner kamen ins Bramauhus, um sich an der sachlich geführten Diskussion zu beteiligen.

 Günther Lüth erläuterte seine Pläne für die Gebiete Bachholz, Reethorn und Beekwiese, rund 2000 Meter westlich des Ortskerns: Sechs Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe (wo der Rotor sitzt) von 134 Metern könnten gebaut werden. Jede Anlage würde rund 10 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren und damit rein rechnerisch 2900 Haushalte mit Strom versorgen können. „Die Drehzahl der heutigen Anlagen ist geringer, damit wirken sie optisch ruhiger, außerdem wurde der Schallpegel reduziert“, warb Lüth für sein Projekt. Desweiteren würde die Befeuerung, die der Warnung von Flugzeugen dient, nur noch bedarfsgerecht eingeschaltet werden und nicht mehr rotes Dauerblinklicht aussenden.

 Frank Rotermund, Thomas Martin und die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Breuer-Tantzen von der Wählergemeinschaft „Aktives Lebenswertes Föhrden-Barl“ (ALFB) argumentierten gegen den Bau von Windkraftanlagen. Der Ultraschall sei schädlich, die Messung der Schallstärke müsse in Frage gestellt werden und außerdem hätten die Anlagen auch schädliche Auswirkungen auf das Wild und die Vögel. Und nicht zuletzt würden Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen unter hohem Wertverlust leiden.

 Frank Hartmann vom Fachdienst Kreisplanung in Bad Segeberg verwies darauf, dass der bloße Bürgerwille für die Ablehnung von Windkraftanlagen künftig nicht mehr ausschlaggebend sei. „Es geht nicht mehr um ein bloßes Ja oder Nein wie bei den letzten Bürgerentscheiden“, erklärte Hartmann. Diese Möglichkeit ist durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig gekippt worden, das die bis dahin geltenden Regionalpläne aufhob. Derzeit arbeitet die Landesplanung an neuen Regionalplänen. Welche Bereiche für Windkraftanlagen letztlich in Frage kommen, wird anhand einer Liste von Bedingungen geprüft - etwa Natur- und Wasserschutzgebiete, Abstände zu Bebauung, Straßen und Schienenwegen. Wo diese Einschränkungen nicht zutreffen, handelt es sich zunächst um potenzielle Suchräume für Winanlagen. Weitere sogenannte „Kriterien für den weiteren Abwägungsprozess“ sind letztlich ausschlaggebend dafür, ob diese Suchräume schließlich als konkrete Eignungsgebiete ausgewiesen werden. Dann können sich Gemeinden oder Bürgerinitiativen nicht mehr gegen den Bau wehren.

 Verhindert werden könnte der Bau von Windkraftanlagen nur dadurch, dass Landbesitzer den Investoren keinen Grund und Boden zur Verfügung stellen. Doch viele Landwirte entdecken in Windkraft- oder Biogasanlagen gesicherte Einnahmen. Und so gibt es auch in Föhrden-Barl bereits rund 20 Verträge, die der Wiemersdorfer Firma die Möglichkeit zur Errichtung von Windkraftanlagen sichern – sofern Föhrden-Barl als Eignungsgebiet ausgewiesen wird.

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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