17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Ein faszinierendes Bauwerk

Götzberger Windmühle Ein faszinierendes Bauwerk

„Die Götzberger Windmühle ist ein faszinierendes Bauwerk, im Kreis Segeberg einzigartig. Wir wundern uns, dass nicht viel mehr Einheimische und Auswärtige die historische Konstruktion mit der ausgeklügelten Technik erkunden wollen“, meint Wolfgang Sievers, Vorsitzender des überaus rührigen Fördervereins für das Wahrzeichen des Ortes.

Voriger Artikel
Einkaufen in der Gartenkulisse
Nächster Artikel
Streik in vier von zehn Kitas

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: An einer Handmühle können Kinder in der Mühle das Prinzip der Kraftübertragung auf die Mahlsteine buchstäblich erfassen.

Henstedt-Ulzburg. Die 1877 erbaute Mühle befindet sich zwar in Privatbesitz, darf aber vom 2004 gegründeten Förderverein aufgrund eines Nutzungsvertrages fast jederzeit für Führungen genutzt werden. Und das ehrenamtliche Team um Wolfgang Sievers hat noch etliche Termine frei. Auf Wunsch wird auf Platt erklärt, sogar englische Erläuterungen sind möglich.

 Insbesondere dem Nachwuchs möchten die zehn sich abwechselnden Mühlenführer die mal mehr, mal weniger stürmischen Kapitel Heimatgeschichte näherbringen. So wie kürzlich Rolf Schüller, der eine Gruppe vom Norderstedter Kinderhaus zu Gast hatte. Mit pädagogischem Geschick und einem großen Fundus an Geschichten gelang es dem 75-jährigen Ingenieur, die Lütten – und ebenso die Erzieherinnen sowie die mitgekommenen Eltern – für die historische Art der Windenergienutzung zu begeistern. Dabei half auch eine frische Brise, die mit Leichtigkeit die 19 Meter langen Flügel rotieren ließ, in der Mühle ein kompliziertes Gefüge aus hölzernen Wellen und Zahnrädern in Gang setzte und damit tonnenschwere Mahlsteine in Bewegung brachte.

 Das Rattern des Getriebes vermischte sich mit dem Knarzen der Balken, dem Rumpeln der Mahlsteine und dem Rauschen der sich drehenden Flügel. Allein die Geräuschkulisse war für die Neulinge in der Mühle beeindruckend. Und als dann vor den Augen der Besucher Hunderte Getreidekörner zu Schrot gemahlen wurden, war das Staunen perfekt. „Dass alles noch so toll funktioniert, hätte ich nicht gedacht“, sagte Kinderhaus-Leiterin Christine Leege, die nicht zufällig mit ihren Schützlingen nach Götzberg gekommen war: „Wir beschäftigen uns zurzeit mit gesunder Ernährung und regionalen Produkten. Im Mühlen-Laden wollen wir Mehl kaufen und daraus Brötchen backen.“

 Aber vorher gab es drinnen und draußen noch ein paar Geschichten zu hören, wobei auch ein trauriges Ereignis nicht unerwähnt blieb. „Vor elf Jahren stürmte es gewaltig, dabei brach einer der damals noch hölzernen Flügel ab und war, wie andere kaputte Teile auch, nicht mehr zu gebrauchen. Neue Flügel aus Metall wurden eingebaut, die alten zu Sitzbänken umfunktioniert“, erklärte Mühlen-Experte Rolf Schüller und bat die Gruppe zum Probesitzen auf den ungewöhnlichen Bänken am Fuße des Wahrzeichens. „Diese Mühle wurde errichtet, als es noch keine Handys, ja noch nicht einmal Telefone gab. Dafür wurden aber die weithin sichtbaren Mühlen als Nachrichtenübermittler genutzt“, schilderte der Rentner, der schon seit acht Jahren Gruppen rund um und durch die Mühle führt. Wenn früher im Dorf ein Kind geboren wurde, ein Paar heiratete oder jemand gestorben war, dann stoppte der Müller die Flügel in jeweils einer ganz bestimmten Stellung, deren Bedeutung damals allgemein bekannt war.

 Diese und andere Mühlengeschichte(n) würden Wolfgang Sievers, Rolf Schüller und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter vom Förderverein gern noch viel mehr Besuchern erzählen. Am Geld kann es nicht liegen, dass der Andrang so gering ist. Für Schulklassen und Kindergartengruppen aus Henstedt-Ulzburg ist die Besichtigung kostenlos. Auswärtige Kinder zahlen 1 Euro, Erwachsene generell lediglich 2 Euro pro Führung, die – je nach Interesse und Konzentrationsfähigkeit der Besucher – bis zu zwei Stunden dauern kann. Vor der Mühle ist ein großer Platz zum Picknicken. Bei klarer Sicht reicht der Fernblick bis nach Hamburg.

 Eingeladen sind nicht nur Schulklassen und Kindergartengruppen, auch Landfrauenvereine, Seniorenclubs und andere Gruppen dürfen die Götzberger Windmühle erkunden.

 Die Erreichbarkeit dürfte, trotz der momentanen Baustelle mit Straßensperrung zwischen Henstedt und Götzberg, kein Problem sein. Die Bushaltestelle vor der Mühle wird zwar bis Mitte Mai nicht angefahren, aber per Auto ist die Zufahrt jederzeit möglich, so von Henstedt aus über den Wohldweg bis nach Götzberg. Aus der anderen Richtung (über Wakendorf II) ist die direkte Zufahrt nach wie vor frei. Bis zum Mühlentag am Pfingstmontag, 25. Mai, soll die Baustelle verschwunden sein. Von 11 bis 18 Uhr wird gefeiert. Auch Wind ist willkommen, damit die Besucher die Mühle in Betrieb bestaunen können.

 Führungen: Interessenten melden sich während der Öffnungszeiten im Mühlenbüro (Telefon: 04193 / 2226): montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 12 Uhr.

  www.vereingoetzbergerwindmuehle.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Michael Zwicker

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige