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Kleines Dorf ehrt großen Sohn

Fredesdorf Kleines Dorf ehrt großen Sohn

Der mit Schnee bepuderte Dorfplatz in Fredesdorf war Schauplatz einer besonderen Aktion: Bürgermeister Klaus-Peter Waldheuer enthüllte am Sonntag einen Gedenkstein für den Maler Christian Rohlfs, der von 1851 bis 1870 mit kurzen Unterbrechungen in dem kleinen Dorf lebte.

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Fredesdorfs Bürgermeister Klaus-Peter Waldheuer (links) und sein Stellvertreter Udo Rohlfs (rechts) enthüllten den von Steinmetz Dietmar Schaz aus Hamburg-Ottensen kunstvoll bearbeiteten Gedenkstein, der an den bekannten Maler Christian Rohlfs (1849-1938) erinnert.

Quelle: Harald Becker

Fredesdorf. „Gleich dreifach wird jetzt in unserer Gemeinde an den bedeutenden Künstler Christian Rohlfs erinnert. Eine Straße wurde nach ihm benannt, ein Stromverteilerkasten wurde mit einem Motiv von Rohlfs verschönert und jetzt der Gedenkstein auf dem Dorfplatz zentral im Mittelpunkt des Ortes“, sagte Waldheuer. Der Hamburger Steinmetz Dietmar Schaz hatte den Gedenkstein kunstvoll mit einer Tulpe, die einer Holzschnitzarbeit von Rohlfs ähnelt, verziert.

 Rund 1000 Euro hat der Gedenkstein gekostet. Durch verschiedene Sponsoren sind der Gemeinde dabei keine Kosten entstanden. Auch der Heimatverein des Kreises Segeberg zählte mit einem kleinen Betrag zu den Geldgebern. Dessen Vorsitzender Ernst Steenbuck betonte: „Neben Chronik und Archiv ist der Gedenkstein eine Form der Erinnerung, der Auskunft über die Heimat gibt.“

 Schaz bearbeitete den großen Stein auch mit der Inschrift: „Der Maler und Graphiker Christian Rohlfs verlebte seine Jugendzeit in Fredesdorf.“ Rohlfs-Kenner Claus Bärwald fand das Werk gelungen: „Der Stein ist nicht überkandidelt. Passend zu seiner Schaffensperiode 1922, als Rohlfs kurzzeitig nach Fredesdorf zurückkehrte und die schleswig-holsteinischen Landschaften für sich entdeckte, ist auch die stilisierte Tulpe auf dem Stein.“

 Besonders freute sich stellvertretender Bürgermeister Udo Rohlfs über die dem Maler zuteil gewordene Aufmerksamkeit. Rohlfs ist Urgroßneffe des Malers und durfte bei der Enthüllung mit Hand anlegen.

 

Rohlfs malte Blumen und Landschaften

 Christian Rohlfs gilt als einer der wichtigen deutschen Maler des Expressionismus. Seine Werke haben es bis ins weltbekannte Pariser Louvre-Museum gebracht.

 Am 22. Dezember 1849 wurde Christian Rohlfs in Groß Niendorf in Holstein geboren. Zweijährig zog er mit seinen Eltern und dem älteren Bruder nach Fredesdorf. Während eines zweijährigen Krankenlagers – er war von einem Baum gestürzt und hatte sich am Bein schwer verletzt – von 1864 bis 1866 wurde Rohlfs von dem Arzt Dr. Stolle betreut, der die malerische Begabung des Jungen entdeckte und förderte. In dieser Zeit entstanden die ersten Zeichnungen.

 Als junger Mann ging er 1870 an die Kunstakademie in Weimar, um Malerei zu studieren. Das Beinleiden verschlimmerte sich derart, dass ihm 1873 ein Bein amputiert werden muss.

 Als Historien- und Genremaler fand Rohlfs die Anerkennung des Großherzogs von Sachsen-Weimar, der ihn jahrelang unterstützte. 1901 siedelte Rohlfs nach Hagen/Westfalen über. Als Sechzigjähriger fand er zu einem expressiven Spätstil. Die Farbe ist der bedeutendste Ausdrucksträger seiner Werke – vor allem Landschaften und Blumenstillleben.

 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Rohlfs 1937 aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen, 412 seiner Bilder wurden als „entartet“ aus deutschen Museen entfernt. Ein Jahr später, am 8. Januar 1938, starb Christian Rohlfs in seinem Hagener Atelier.

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