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Möglichkeiten der Inklusion

Freizeit-Messe Möglichkeiten der Inklusion

Rollstühle zum Ausprobieren für Nichtbehinderte – eine Möglichkeit, die Lebenswelt von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen einander näher zubringen. Das war nur eine der Einlagen im Rahmenprogramm der Messe des Netzwerkes Inklusion.

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Beim Wheel-Soccer konnten auch Nichtbehinderte Rollstühle ausprobieren.

Quelle: Patricia König

Kreis Segeberg. Dass es schon sehr viele Freizeit- und Sportangebote für Menschen mit Behinderung gibt, das zeigten eindrucksvoll rund ein Dutzend Aussteller den etwa 150 Besuchern in der Jugendakademie. Sie schossen mit dem Ball auf die Torwand (Lebenshilfe), spielten Bingo und gewannen schöne Geschenke (Segeberger Wohn- und Werkstätten) oder machten mit beim Rollstuhlball (Verein „Menschen in Bewegung“).

 „Wir müssen noch mehr Vereine dazu ermuntern, ihre Angebote für beeinträchtigte Menschen zu öffnen“, erklärte Silvia Johannsen, Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe Bad Segeberg. Dazu gehöre auch, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Freizeit verbringen, Sport treiben und Veranstaltungen besuchen. Um auch nicht behinderte Menschen ins Boot zu holen, hat sich das Netzwerk Inklusion Kreis Segeberg – unter der Federführung des Fachdienstes Eingliederungshilfe in der Kreisverwaltung – nun etwas Neues ausgedacht. „Nach drei Teilhabekonferenzen, bei denen wir die Teilnehmer gefragt haben, was sie sich wünschen, haben wir jetzt gedacht, wir zeigen mal, was es alles schon so an Angeboten hier gibt“, erläuterte Fachdienstleiterin Annett Rohwer. Doch neben Betreuern und manchen Familienangehörigen waren es fast ausschließlich Männer und Frauen mit Behinderungen, die die Freizeit-Messe besuchten.

 Das Netzwerk Inklusion besteht seit drei Jahren; Mitglieder sind Lebenshilfe Bad Segeberg, Jugendakademie Segeberg, Stadt Bad Segeberg, Evangelische Freikirche Bad Segeberg, Gemeinde Klein Gladebrügge und Kreis Segeberg. Es wird von der Aktion Mensch gefördert und soll als Beispiel dafür dienen, wie sich Inklusion in der Gesellschaft auf regionaler Ebene nachhaltig umsetzen lässt.

 An den Ständen in der Jugendakademie zeigten die Aussteller, was sie für Menschen mit und ohne Behinderung auf die Beine stellen. Dazu gehörten neben der Lebenshilfe unter anderem der Pflegestützpunkt Kreis Segeberg, der Landesverein für Innere Mission, die Rheuma-Liga, der Sportverein für Gesundheit und Rehabilitation Segeberg, die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, der Erlebniswald Trappenkamp, die Ambulante und teilstationäre Psychiatrie und der Verein Menschen in Bewegung Bad Segeberg und Lübeck.

 „Wir würden uns sehr wünschen, dass es mehr nichtbehinderte Besucher bei solchen Veranstaltungen gibt“, stellte Dr. Wolfgang Arnhold, Projektkoordinator des Netzwerkes, fest. Man habe in Bezug auf die Inklusion schon viel erreicht, doch eine solche Veränderung geschehe eben nicht von heute auf morgen.

 Das sich die Menschen mit Behinderungen das anders wünschen, machte auch Sascha Lang bei der Eröffnung der Messe deutlich. Der sehbehinderte Mann erzählte im Gespräch mit Landrat Jan Peter Schröder von seinem Traum, dass alle Menschen gleich sind und vieles gemeinsam tun. „Lange waren wir Menschen mit Behinderungen in einem Dornröschenschlaf und haben andere entscheiden lassen, wie die Inklusion geschieht“, so Lang. Doch nun würden Menschen mit Behinderung das endlich selbst in die Hand nehmen. „Wir müssen uns in der Gesellschaft zeigen und mitmachen“, erklärte er kämpferisch. „Inklusion fängt im Kopf an“, ergänzte Schröder, und deswegen sei so eine Messe wichtig, um zu zeigen, welche Möglichkeiten es schon gibt.

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