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Fremdenfeindlichkeit in der Feuerwehr?

Tarbek Fremdenfeindlichkeit in der Feuerwehr?

Im Mini-Dorf mit 160 Einwohnern und sieben Gemeindevertretern wurde ein Kommunalpolitiker abgewählt. Er hatte bedenkliche Rundschreiben mit fremden- und flüchtlingskritischen Inhalten innerhalb der örtlichen Feuerwehr angeprangert.

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Sebastian Hippe wehrte sich vergebens, ihn aus dem Bauausschuss zu werfen.

Quelle: Detlef Dreessen

Tarbek.  Wehrführer Jörg Blanke hatte ein Plakat versandt, das die Angst propagiert, man werde als Nazi bezeichnet, wenn man nicht erst Flüchtlingen sondern den eigenen Kindern etwas zu essen gibt. Das Bild, das ein anderer Feuerwehrmann weiterschickte, zeigt eine Vielzahl bunter Gesichter mit der Unterschrift „Das ist die Flüchtlingswelle, nimm sie zu Hause auf, oder schicke sie weiter.“ Beide hatten dafür eine Whats-app Gruppe der Feuerwehr genutzt und ohne böse Absicht gehandelt, wie sie inzwischen betonten.

 Feuerwehrmann Sebastian Hippe sah darin die Gefahr, dass rechtsradikales Gedankengut in der Wehr um sich greifen könnte, und schrieb zurück, die Kameraden sollten doch gleich „das Feuerwehrauto braun anmalen“. Zudem teilte er seinen Austritt mit, die Dienstkleidung legte er vor die Tür des Feuerwehrhauses. Das empfand nicht nur der Wehrführer sondern auch Bürgermeister Jörn Saggau offenbar als einen Affront und forderte Hippe auf, sein Mandat als bürgerliches Mitglied im Bauausschuss niederzulegen. Eine schlüssige Erklärung für diesen Zusammenhang blieb aus.

 Warum kein klärendes Gespräch zustande kam, war am Dienstag im Laufe einer lautstark geführten Diskussion strittig. Am Ende stimmten vier Gemeindevertreter für die Abwahl Hippes aus dem Bauausschuss, eine Gemeindevertreterin stimmte dagegen, eine enthielt sich der Stimme. Tobias Endelmann soll nachrücken.

 Am Morgen nach der Sitzung zeigte sich Saggau voller Sorge über die Folgen. Er befürchte, dass nun „gewaltbereite Personen“ nach Tarbek kommen. Die Feuerwehrleute hätten ja ihr Bedauern geäußert, dass sie den Dienstfunk für politische Kundgebungen benutzt haben. Fremdenfeindlichkeit gebe es nicht in seiner Wehr, versicherte Saggau. „Wenn irgendwann wirklich Flüchtlinge in Tarbek untergebracht werden, wird die Feuerwehr die erste sein, die hilft.“

 Dass er die ehemaligen Kameraden verbal in die braune Ecke gestellt hatte, sei wohl zu hart gewesen, sagte Hippe (34). Vom Bürgermeister hätte er sich versprochen, dass dieser Brücken baut. Keinesfalls könne er nachvollziehen, dass ein Streit in der Feuerwehr dazu führt, dass er sein kommunales Mandat verliere. „Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.“

 Allein fühlt Hippe sich nicht im Dorf. „Von den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, habe ich eher Zuspruch erlebt.“ Und: Es habe schon vor der konkreten Auseinandersetzung „Unstimmigkeiten“ zwischen den Beteiligten gegeben.

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