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Ein ganz besonderer Treffpunkt

Friedhof Kaltenkirchen Ein ganz besonderer Treffpunkt

Der Friedhof an der Kieler Straße in Kaltenkirchen ist ein sehenswerter Ort – das finden nicht nur Friedhofsverwalter Reiner Junge und Meike Brandes, die Vorsitzende des Gemeinderates: Angehörige kommen, um die Gräber für den Winter vorzubereiten, andere treffen sich dort und klönen.

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Friedhofsverwalter Reiner Junge und die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Maike Brandes (Foto oben) sind stolz auf den Friedhof an der Kieler Straße in Kaltenkirchen. Mitarbeiter Hartmut Hansen (Foto unten) macht die Gräber winterfest.

Quelle: Nicole Scholmann

Kaltenkirchen. Ganz nebenbei kann man sich auf dem Friedhof über die verschiedenen Möglichkeiten der Bestattungen informieren. „Anders als in Ruheforsten zum Beispiel bieten wir Baumgräber im Sarg an“, erklärt Junge, der seit 1982 auf dem Kaltenkirchener Friedhof tätig ist und jede noch so versteckte Ecke „seines“ Friedhofes kennt. Während in den privat betriebenen Ruheforsten oder Friedwäldern lediglich Urnen in die Erde gelassen werden dürfen, ist auf dem Kaltenkirchener Gottesacker eine Bestattung im Sarg möglich. „Wir haben unter den Bäumen genug Platz“, sagt Junge beim Gang über das Gelände. Gerade die unzähligen alten Bäume geben dem Friedhof ein besonderes Gepräge. Das rot gefärbte Laub sorgt für eine beschauliche Atmosphäre – aber auch für viel Arbeit für die fünf Friedhofsangestellten. „Bis Weihnachten haben wir gut zu tun“, gibt Junge zu.

 1853 war die erste Beerdigung an der Kieler Straße. Seitdem wurde das Gelände mehrfach auf inzwischen fast neun Hektar erweitert, ebenso das Angebot, wie Bestattungen vollzogen werden können. „Im Trend sind pflegeleichte Gräber“, sagt Junge. Zum einen hätten viele Angehörige nicht mehr die Zeit, um ein großes Familiengrab zu pflegen, zum anderen hätten viele Menschen heutzutage Berührungsängste und wollen laut Meike Brandes mit dem Thema Tod und Sterben nichts zu tun haben.

 Die sehenswerten Urnengrabfelder sind beliebt und relativ schnell belegt. „Wir haben etwa 200 Beerdigungen im Jahr“, erklärt Junge. 60 Prozent davon sind Urnenbeisetzungen, 40 Prozent der Verstorbenen werden im Sarg zu Grabe getragen. Für Urnen gibt es Reihengräber und Wahlgräber. Im Unterschied zu Reihengräbern können bei der zweiten Art Angehörige nebeneinander bestattet werden. In der Reihe geht das nicht.

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