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Zeit und Arbeit stecken in den Tannen

Fuhlendorf Zeit und Arbeit stecken in den Tannen

Rund 1000 Besucher kamen auf Hof Schümann; viele um sich ihren Weihnachtsbaum auszusuchen, einige nur der schönen Atmosphäre wegen. Auf rund 40 Hektar in Fuhlendorf baut Jürgen Schümann Tannenbäume an.

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Kaum Zeit zum Verschnaufen hatte Bad Bramstedts Bademeister Hans-Peter Kalusok beim Anspitzen der vielen Tannenbäume.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Fuhlendorf. Es ist eine arbeits- und zeitintensive Prozedur notwendig, bis sie auf dem Markt angeboten werden können.

„Bei uns zählt der Gesamteindruck des Baumes“, sagte Kundin Michaela Haupt aus Neumünster. Obwohl der Tannenbaumverkauf bei Jürgen Schümann offiziell erst ab 11 Uhr losging, waren die Parkplätze schon lange vorher belegt. Auch bei den jungen Familien wird die Tradition des Weihnachtsbaumes gepflegt: „Lila geschmückt, mit elektrischen Kerzen wegen unseres zweijährigen Sohnes Lian Kevin“, beschreibt Janina Schöning ihren Baum, den sie zusammen mit Ehemann Marcel aus Wiemersdorf schmücken wird. „Bei uns kommt auch noch der Weihnachtsmann und unsere siebenjährigen Nichten sagen ein Gedicht auf.“

 „Ich habe meinem Vater schon als Kind auf dem Großmarkt in Hamburg geholfen, Bäume zu verkaufen“, erinnert sich der studierte Forstwirt Schümann. Die Bäume werden aus Samen seiner Kultur gezogen. „Tannenzapfen kann man erst ernten, wenn die Bäume etwa 30 Jahre alt sind“, erklärt der Fachmann. Nachdem die Samen zwei Jahre getrieben haben, werden sie an einen anderen Platz gesetzt. Zehn bis zwölf Jahre müssen die Bäume wachsen, bis sie eine Größe von etwa zwei Metern erreicht haben. „Der größte Baum, den ich bisher verkauft habe, war 15 Meter hoch“, sagt Schümann. Sogar dem Bundesratspräsidenten, damals Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU), hat Schümann schon einmal einen rund 13 Meter hohen Baum geliefert.

 „Damit sich die Bäume gut entwickeln, muss der Untergrund von Unkraut freigehalten werden, er muss gefräst und gemulcht werden“, erklärt Schümann, der sich zusammen mit seinem Vorarbeiter außerhalb der Saison um die Baumpflege kümmert: „Jeder Baum wird im Jahr zwei Mal angefasst.“ Das ist bei mehreren Tausend Bäumen pro Hektar reichlich Arbeit. In der Verkaufssaison beschäftigt Schümann im Durchschnitt zehn Saisonkräfte aus Polen, alles langjährige Mitarbeiter, die vielfach ihren Urlaub dafür opfern, um vor Weihnachten einen Nebenverdienst mit nach Hause nehmen zu können.

 22 Euro müssen Käufer pro Meter Nordmanntanne zahlen. „Damit haben wir seit zehn Jahren den Preis gehalten, obwohl die Kosten gestiegen sind“, sagt Schümann. Das sei nur möglich, indem er mehr Bäume verkaufe, erklärt er: „Das funktioniert nur über gute Qualität und Mund-zu-Mund-Propaganda.“ Tradition hat neben dem Baumverkauf auch sein kleiner Weihnachtsmarkt an beiden Sonntagen vor Heiligabend. Seit 20 Jahren kommen die Familien zu ihm, um bei Suppe oder Grillwürstchen, Glühwein und Livemusik sich in Ruhe einen Baum auszusuchen. Auch viele Firmen aus dem Umland haben die Veranstaltung als Dankeschön für ihre Mitarbeiter entdeckt und statten sie mit Gutscheinen für Tannenbäume, Essen und Getränke im Rahmen eines Firmenausfluges aus. Und die kleinen Gäste dürfen sich kostenlos einen Kindertannenbaum mitnehmen. „Damit sie von Anfang an nur bei mir einen Tannenbaum kaufen möchten“, erklärt Schümann schmunzelnd.

 Nächster Tannenbaumverkauf mit Weihnachtsmarktatmosphäre bei Schümann ist am Sonntag, 20. Dezember, von 11 bis 17 Uhr.

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