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Fundort rückt wieder in den Blickpunkt

Todesfall Nadine L. Fundort rückt wieder in den Blickpunkt

Im Fall der getöteten Nadine L. konzentriert sich die Mordkommission in Schackendorf bei der Suche nach dem Tatort wieder auf die Fundstelle der Leiche am Rande eines Wirtschaftsweges. Beamte suchten erneut mehrfach das Areal entlang der A21 nach bislang nicht entdeckten Beweismitteln ab.

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An dieser Stelle des Birkenwegs in Schackendorf wurde die Leiche am 2. November gefunden.

Quelle: Thorsten Beck

Schackendorf.  Wie Matthias Arends, Sprecher der Polizeidirektion Kiel, der Segeberger Zeitung gestern sagte, kamen dabei auch speziell ausgebildete Polizeihunde zum Einsatz. „Leider blieb der ganze Aufwand ohne Erfolg.“ Auch die Tatwaffe, mit der die 34-jährige Mutter eines dreijährigen Sohnes vor zwei Wochen auf so grausame Weise umgebracht wurde, bleibt weiterhin verschwunden. Arends schloss nicht aus, dass in nächster Zeit weitere Suchen dieser Art entlang des Birkenwegs stattfinden werden.

Der von der Staatsanwaltschaft Kiel als Täter verdächtigte Ehemann Volker L., der in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet nach wie vor jede Beteiligung am Tod seiner Frau, wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler auf Nachfrage erklärte. „Wir sind aber weiter in intensiven Gesprächen.“ Der 47-Jährige bleibe bislang bei seiner ersten Version, auf der Suche nach der Vermissten deren Leiche selbst gefunden zu haben. Er habe sich an dem besagten Donnerstag in Begleitung eines eilig verständigten Nachbarn auf den Weg gemacht, nachdem Nadine L. auch über Nacht nicht nach Hause zurückgekehrt war. Den abgelegenen und von keiner Straße einsehbaren Weg, der einige Kilometer parallel zur Autobahn verläuft, habe er eingeschlagen, weil sie dort gern mit dem Familienhund Gassi gegangen sei.

Was die Polizei am Birkenweg vorfand, hatte die Ermittler zunächst auf ein Sexualverbrechen schließen lassen. Die 34-Jährige war nur noch halb bekleidet. Die Kriminalpolizei hält es aber nach wie vor für möglich, dass der Ehemann die Tote bewusst so hergerichtet hat, um die Beamten über das eigentliche Tatmotiv zu täuschen. So deuteten die extrem schweren Kopfverletzungen auf ein so genanntes „Übertöten“ (englisch „overkill“) hin. Bei solchen Fällen, in denen ein Täter nicht einmal dann von seinem Opfer ablässt, wenn es bereits offenkundig tot ist, liege sehr häufig eine persönliche Beziehung der Beteiligten zugrunde, hieß es.

Auch wenn bei der Suche nach dem Tatort laut Arends weiterhin ausdrücklich „in alle Richtungen“ ermittelt werde, hält es die Mordkommission inzwischen offenbar für eher unwahrscheinlich, dass Nadine L. in dem Schackendorfer Mehrfamilienhaus ums Leben gekommen ist. Experten der Spurensicherung haben das Gebäude in der Straße Altdorf inzwischen komplett auf den Kopf gestellt. Nachdem es aus dem unmittelbaren Umfeld zunächst Hinweise auf einen höchst verdächtigen Wasserschaden in einem von der Familie L. als Waschküche genutzten Heizungsraum gegeben hatte, geht man bei der Kripo nun wohl von einer eher harmlosen Erklärung aus: einem technischen Defekt. Die bei einer solchen Tat anfallenden Mengen an Blut konnten demnach nicht nachgewiesen werden. Entsprechende Spuren fehlen allerdings auch am Fundort.

Keine Resonanz ergab laut Staatsanwaltschaft der kürzlich über die Medien veröffentlichte Aufruf, es mögen sich weitere Zeugen melden. Dabei ging es gar nicht um das Tatgeschehen selbst, sondern auch um Beobachtungen, die den Leihwagen der Familie und den Hund betreffen. Auch warte man immer noch auf die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung.

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