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Lehrer muten sich (zu) viel zu

GEW-Pädagogentag Lehrer muten sich (zu) viel zu

Sie arbeiten nur morgens und haben das halbe Jahr Urlaub: so das Klischee. Die Wahrheit: Immer öfter hört man von Lehrern, die wegen Burnout monatelang oder ganz ausfallen. Mit den Belastungen des Berufs befasste sich der 9. Pädagoginnen- und Pädagogentag der Gewerkschaft GEW in Bad Segeberg.

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GEW-Kreisvorsitzende Sabine Duggen, Geschäftsführerin Gunhild Kirfel und Vorstandsmitglied Christian Steenbuck sammelten von den Anwesenden Ideen, wie das Land zum Wohlbefinden der Lehrer beitragen kann.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg. Gründe gebe es viele dafür, dass Lehrer zusammenklappen, sagte Christian Steenbuck,  Kreisvorstandsmitglied der Gewerkschaft, Erziehung und Wissenschaft (GEW), die zu der Veranstaltung  am Mittwoch ins Vitalia Seehotel eingeladen hatte. „Im Laufe der vergangenen Jahre sind viele Belastungen auf die Lehrer zugekommen, die diese nebenbei erledigen.“ Als Beispiele nannte Steenbuck mehr Bürokratie, neue Fachanforderungen, Inklusion behinderter Kinder, Umstieg von G9 auf G8, neue Zeugnisformen und Digitalisierung des Unterrichts.

Statt rechtzeitig auf ihre Gesundheit zu achten, würden aber viele Lehrer im Gegenteil sich noch zusätzlich selbst belasten, berichtete GEW-Kreisvorsitzende Sabine Duggen. „Mal übernimmt man Stunden des kranken Kollegen, dann kommt man selbst lieber trotz Krankheit zur Schule, weil sonst die anderen Kollegen leiden.“ Auch das Unterrichten selbst sei schwerer geworden, sagte Duggen: „Früher kam der Lehrer in die Klasse, die Schüler wurden still und warteten, was kommt. Heute muss der Lehrer, wenn er in die Klasse kommt, erst einmal für Ruhe sorgen.“ Zu viele Bilder aus Smartphone und PC geistern als Konkurrenz in den Köpfen herum. Neu sei auch der Umgang mit vielen Schülern aus anderen Sprach- und Kulturräumen.

Am Nachmittag des Tages gaben sich die rund 70 Teilnehmer in Arbeitsgruppen gegenseitig Anregungen zu Themen wie Nutzung digitaler Medien, Einsatz der Stimme, Deutsch als Zweitsprache und das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz zu Schülern.

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