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Bürgermeister ärgert sich über Bank

Garbek Bürgermeister ärgert sich über Bank

Nach 83 Jahren schließt die einzige Bankfiliale in Garbek. Letztmals geöffnet ist sie am Freitag, 26. Februar. Das teilte die Volksbank Eutin Raiffeisenbank eG ihren Kunden mit. Übrig bleiben ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker. Bürgermeister Jörg Buthmann ist verärgert.

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Die Garbeker Filiale der Volksbank Eutin öffnet am Freitag, 26. Februar, zum letzten Mal.

Quelle: Gerrit Sponholz

Wensin. Die etwa 1000 Kunden finden ihre Berater der Volksbank Eutin künftig in der Filiale in Ahrensbök. Das Verhalten der Bank ärgert Wensins Bürgermeister Jörg Buthmann.

 Er ist selbst Kunde der Bank. Vorab informiert worden sei er als Bürgermeister nicht über den Schritt der Bank. Auch nicht über den Informationstermin für die Garbeker. Die Kunden wurden von der Volksbank für Montag, 1. Februar, ab 19 Uhr in das Restaurant des Golfclubs Segeberg nahe Garbek eingeladen. „Da können die Bürger ihrem Unmut Luft machen“, sagt Buthmann.

 Mit der Schließung der Filiale werde das Gemeindeleben geschwächt, sagt Buthmann. Eine wichtige Versorgungseinrichtung mit wichtigen Kontaktpersonen und Beratern vor allem für die älteren Bürger gehe verloren. Jungen Menschen falle es leichter, beispielsweise auf Online-Banking umzusteigen. Immerhin sind die technischen Voraussetzungen dafür gut: Gerade erst sind die Glasfaserleitungen für schnelles Internet verlegt worden.

 Ob Buthmann als Kunde ins 14 Kilometer entfernte Ahrensbök fahren wird, ließ er offen. Viele Garbeker seien eher in Richtung Bad Segeberg orientiert. 12 Kilometer sind es bis in die Kreisstadt, wo es andere Banken gibt, ebenso wie im 5 Kilometer entfernten Schlamersdorf.

 „Mit Herzbluten“ wird Filialleiter Hans Wilhelm Nohrn „seine“ Zweigstelle verlassen, sagt er. Er hatte dort 1968 seine Banklehre begonnen und seitdem in Garbek gearbeitet, ist Vertrauensperson für viele Kunden. Damals war es noch die 1933 gegründete eigenständige Spar- und Darlehenskasse, die später in Raiffeisenbank umbenannt worden war. 1989 fusionierte sie mit der Raiffeisenbank Pönitz, seit 1999 gehört sie zur Volksbank Eutin.

 Von Überfällen blieb die Bank verschont. Nur einmal hatten Einbrecher sich versucht, waren aber gescheitert.

 Nohrn wird von März bis Juni die Kunden aus Garbek von Ahrensbök aus betreuen und den Übergang begleiten. Ab Juli ist er in Rente. Nohrn ist Garbeker und führt den Turn- und Sportverein.

 Nicht nur in Garbek, sondern auch in Hutzfeld und Pönitz beendet die Volksbank Eutin ihren „personengestützten Service“. Grund seien „die wirtschaftliche Entwicklung, die anhaltende Niedrigzinsphase und das geänderte Kundenverhalten im Zuge der Digitalisierung“. Mit anderen Worten: Die geringen Zinsmargen setzen der Bank ebenso zu wie die zurückgehende Frequentierung von Bankfilialen, weil Kunden ihre Konten online oder telefonisch führen.

 Die Filiale in Garbek ist nur noch an zwei Tagen, montags und freitags, geöffnet. Die Volksbank Eutin hat rund 130 Mitarbeiter, 10500 Mitglieder und eine Bilanzsumme von 400 Millionen Euro.

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Gerrit Sponholz
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