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Eröffnung mit Oktoberfest

Kaisersaal in Bad Bramstedt Eröffnung mit Oktoberfest

Wer den Kaisersaal betritt, kann sich kaum vorstellen, dass in Bad Bramstedts Traditionsgaststätte - die lange geschlossen war - in einigen Monaten wieder gefeiert wird.

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Die Küche wurde entkernt. Hier muss alles erneuert werden.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Gräben durchziehen den Fußboden in der Küche, von den Decken hängen Leitungen, an den Wänden kommen uralte Tapeten zum Vorschein - der neue Geschäftsführer Stephan Sommer ist offenbar kein Mann für halbe Sachen. Im Oktober hofft er fertig zu sein. Dann wird mit einem Oktoberfest Eröffnung gefeiert.

 Der Kaisersaal hatte über 200 Jahre der Familie Fuhlendorf gehört. Nachdem Wirt Jürgen Fuhlendorf 2008 im Alter von 58 Jahren gestorben war, führte Witwe Anke Fuhlendorf mit ihren beiden Kindern die Gaststätte zunächst weiter. Seit 2011 jedoch versuchte sie den sanierungsbedürftigen Betrieb zu verkaufen, was schwer war. Schließlich schloss sie die Gaststätte vor einem Jahr - für viele Bad Bramstedter Vereine und Gilden, die sich regelmäßig im Kaisersaal trafen, ein schwerer Schlag. Schließlich fand sich im Frühjahr dann doch ein Interessent: Thorsten Pohlmann. Der Bad Bramstedter Bauunternehmer gründete eine GmbH, Geschäftsführer wurde der Hamburger Gastronom Stephan Sommer, der die Gaststätte pachten wird.

 Sommer leitet auch die umfangreichen Sanierungsarbeiten, über deren Kostenvolumen er lieber noch schweigt. „Man weiß immer erst am Ende, was es wirklich kostet“, sagt er. Mit Schließung und Verkauf des Kaisersaals war auch die Konzession ungültig geworden. Um den Betrieb wieder eröffnen zu können, darf vor allem in der Küche nichts bleiben, wie es war. Die Hygieneanforderungen haben sich dramatisch gewandelt, seit Küche und Restaurant zuletzt erneuert wurden. Das war 1950. „Wir mussten die Küche komplett entkernen“, erklärte Sommer. Selbst der Fußboden wird erneuert, weil hier Abwasserrohre verlegt werden müssen. Zum Restaurant hin werden Fenster geschaffen. „Die Leute sollen sehen können, was in der Küche geschieht, wir wollen Transparenz“, erklärt der Geschäftsführer.

 Im Restaurant wird es einen viel größeren Tresen geben als bisher. Er zieht sich im Halbkreis um die Küche herum bis in den früheren Klubraum, den es nicht mehr geben wird. Er wird ins Restaurant integriert. Stillgelegt und wahrscheinlich nur noch als Abstellkammer genutzt wird das alte Gildezimmer. „Wir müssten sonst eine zweite Fluchttür schaffen“, erklärte Sommer. Auch das sei eine Bedingung für die neue Konzession. Für einen so kleinen Raum lohne sich das aber nicht.

 Der große rückwärtige Saal bleibt voll erhalten und wird um eine Außenterrasse erweitert. Die kupferfarbenen Verkleidungen von Wand und Decke wurden entfernt. Sie stammten von 1974. Ein Rest in Form von quadratischen Kästen in der Decke bleibt allerdings erhalten - „als Erinnerung an den alten Kaisersaal“, sagt Sommer.

 Insgesamt sieben Kilometer Kabel werden im Kaisersaal neu verlegt. Damit hält auch moderne Technik Einzug. Der Saal wird für Vortragsveranstaltungen mit Beamer versehen. Ein fest installiertes DJ-Pult wird für Feste bereit stehen. Die will Sommer künftig auch selbst organisieren. Ü-30- und Ü-40-Partys will er anbieten, Rosenmontagsfeiern und Oktoberfeste. Auch einen „Kurschattenball“ hält Sommer für denkbar. „Private Feiern, wie Hochzeiten oder Beerdigungen, werden aber Vorrang haben“, verspricht er. Das diesjährige Oktoberfest soll auch gleichzeitig die Eröffnungsfeier werden. Wann es stattfindet, ist noch unklar. „Ich kann mich noch nicht festlegen, wie lange wir für die Arbeiten noch brauchen“, sagt Sommer.

 Gelegen ist dem Firmenchef auch an einer Außengastronomie und zwar in größerem Maß, als es früher der Fall war. „Ich muss allerdings noch mit der Stadt verhandeln“, erklärt Sommer. Der neu gestaltete Bleeck biete sich dafür doch geradezu an.

 Zeit wird es für Sommer, ans Personal zu denken. „Wir benötigen ausgebildete Fachkräfte für die Bedienung.“ In der Küche möchte er zwei Koch-Auszubildende einstellen. Lars Fuhlendorf, gelernter Koch, wird die Küchenleitung übernehmen und damit ein Stück Familientradition im Kaisersaal fortführen. Nachdem Fuhlendorf früher in Hamburger Nobelrestaurants gelernt und gearbeitet hatte, genoss die Kaisersaal-Küche unter seiner Leitung schon bisher einen ausgezeichneten Ruf. Daran soll angeknüpft werden. Es wird weiterhin vor allem deutsche Gerichte geben. Die Weihnachtskarte hat Fuhlendorf schon fertig. Unter anderem gibt es Brust und Keule von der Bimöhler Ente mit Rotkohl, Bratapfel und Kartoffelklößen

 Mit der Wiedereröffnung des Kaisersaales wird es nach langer Zeit auch wieder ein Bramstedter Bier geben: das Bramstedter Naturtrüb. Gebraut wird es jedoch nicht in der Kurstadt, sondern von einer kleinen Privatbrauerei in Süddeutschland.

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