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Krieg und Terror vermeiden

Gedenkstätten in Rickling Krieg und Terror vermeiden

An die Opfer von Krieg und Terror erinnern, um so etwas in der Zukunft zu vermeiden: Dieses Ziel hat sich Ricklings Pastor Martin Rühe vorgenommen. Daher lud er zu einer Tour zu sechs Stätten in Rickling ein, die zeigen, wie nah das Leiden einst war.

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Warum auf diesem Mahnmal in Rickling der 1. Weltkrieg anscheinend bis 1920 dauerte, gehört zu den Fragen, die Pastor Martin Rühe geklärt haben will.

Quelle: Detlef Dreessen

Rickling. Dass sich bei Dauerregen nur vier Teilnehmer und zwei Mitwirkende einfanden, bestätigte Rühe darin, dass es wichtig ist, zu erinnern. Nach einer kurzen Andacht in der Kirche schauten sie sich die Tafel an, mit der an die gefallenen Soldaten der Kriege erinnert wird. „Etliche Namen darauf sind noch heute in Rickling bekannt“, sagte Rühe. Betroffen waren die Teilnehmer auch von dem Mahnmal, das an Patienten des Landesvereins erinnert, die von Rickling aus in Vernichtungslager geschickt wurden.

Unbekannt sind die Namen jener russischer Soldaten, die im Zuge der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts auf Gemeindeterritorium starben und im Ortsteil Eversloh verscharrt wurden. Recht gut erforscht ist die Geschichte des Konzentrationslagers im Ortsteil Kuhlen, wie Seelsorgerin Monika Pade berichtete. Von Juli bis Oktober 1933 wurden dort Kritiker des Nationalsozialismus festgehalten und zur Arbeit im Moor gezwungen.

Auf dem Friedhof erinnert eine Stätte an Zwangsarbeiter aus vielen Ländern von Lettland bis Frankreich. Sie mussten bei Ricklingern arbeiten, berichtete Rühe. 30 von ihnen starben während des Krieges oder kurz danach und wurden auf dem Friedhof begraben.

Der Gefallenen der Weltkriege, des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und der Erhebung gegen Dänemark im Jahre 1848 gedachte die Runde an den beiden Ehrenmalen in den Ortsteilen Fehrenbötel und Rickling.

„Wenn wir uns erinnern, stoßen wir auch auf Sünden der Väter und Mütter“, sagte Rühe. Im kommenden Jahr will er die Rundtour ein weiteres Mal anbieten.

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