7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Gefährlich: Badeverbot wird missachtet

Kaltenkirchen Gefährlich: Badeverbot wird missachtet

Wäre beim Sommerwetter schön, so ein kühles Bad im See im Kaltenkirchener Freizeitpark. Aber: Das ist verboten, ebenso wie Paddeln mit einem Schlauchboot. Nach Überzeugung der Stadtverwaltung gilt das aus guten Gründen. Es kann nämlich lebensgefährlich sein.

Voriger Artikel
Chorleiterin geht mit Bedauern
Nächster Artikel
Feuerwehren hatten viel zu tun

Der See im Kaltenkirchener Freizeitpark ist ein künstliches Gewässer, das durch den Sandabbau entstand. Da die Sand-Förderung weiterhin läuft, ist das Baden gefährlich - und daher untersagt.

Quelle: Stephan Ures

Kaltenkirchen. Eigentümer der Wasserfläche ist die Xella Deutschland GmbH (früher Kalkstandsteinwerk). Die Regularien des Sandabbaus sind in einem Planfeststellungsbeschluss von 1995 niedergelegt, und zu diesen Bestimmungen zählt seitdem auch ein Badeverbot. Denn im Wasser wird weiterhin Sand gewonnen, und durch das Absaugen können Badende in Lebensgefahr geraten, ebenso durch plötzliche Absackungen auf dem Seegrund. Hinweistafeln am See weisen auf die Nutzungsregeln hin.

Anlass für die Stadtverwaltung, auf diese Regeln nochmals hinzuweisen, sind Beobachtungen von Passanten in den vergangenen Wochen: Wiederholt wurden Leute in Schlauchbooten auf dem See gesehen, auch Familien mit Kindern. Sie missachteten nicht nur das Badeverbot, sondern schipperten auch in den Westteil des Sees mit seinen kleinen Inseln, der jedoch einer ungestörten Natur vorbehalten sein soll. Die Böschung zwischen Johannes-Kelmes-Sportanlage und Schmetterlingsgarten wurde so angelegt, dass sich Pflanzen- und Tierwelt unbeeinträchtigt entwickeln können. Am Nordufer liegt zudem ein Brutbereich für Wasservögel. Das Betreten dieser Zonen ist ebenfalls untersagt.

Die Stadt hat angekündigt, dass Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes und Beauftragte eines Sicherheitsunternehmens künftig verstärkt ein Auge auf den See haben werden. Die Besorgnis ist im übrigen nicht grundlos: Im September 2009 war ein 25-jähriger Mann aus Polen beim Baden im See ertrunken.

Das Gewässer gab es früher gar nicht. Seit den 1960er-Jahren wird in Kaltenkirchen Sand gefördert und zu Kalksandstein verarbeitet. Im Abbaugebiet entstand im Lauf der Jahre der See, und an dessen Ufern wurde der Freizeitpark angelegt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3