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Geflügelpest Die Sorge wächst

Wegen der Geflügelpest wird der Sperrbezirk nahe dem Stocksee ausgeweitet. Eine tote Wildente war vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) positiv getestet worden. Höfe und Betriebe in den Segeberger Beobachtungszonen versuchen derzeit, die Krise zu managen. In Rickling dürfen nur noch Gänse frei laufen.

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Obwohl landesweit allgemeine Stallpflicht für Hausgeflügel herrscht, dürfen die Gänse in Schönmoor weiterhin frische Luft und Auslauf genießen.

Quelle: Petra Stöver

Rickling. „Musst du jetzt deine Viecher im Container einsperren?“ Verwundert guckt ein Stammkunde des Schönmoorer Hofs am Donnerstag auf die Auffahrt neben dem Hofladen, wo gerade ein großer Metallbehälter abgeladen wird. „Nein, ganz so ist das nicht“, antwortet Hofbesitzer Frank Gadow (44). Denn den Container will er nicht als Riesen-Käfig für Hühner und Enten nutzen, sondern als zusätzlichen Kühlraum für geschlachtetes Geflügel. Denn zurzeit wird im Betrieb geschlachtet, was geht.

 Dass viel mehr Tiere als üblich getötet werden, liegt an der um sich greifenden Geflügelpest. Im Kreis Segeberg wurde der Sperrbezirk im Nordosten des Kreises nahe dem Stocksee vergrößert. Außerdem bleibt die Sperrzone am Segeberger See bestehen. Zum befürchteten Restriktionsgebiet bei Hasenkrug muss es nicht kommen.

 Der Schönmoorer Hof liegt in einem Beobachtungsgebiet. Er ist spezialisiert auf Freilandgefügel und leidet er wie alle Geflügelhalter im Land unter der Vogelgrippe. Auf den Wiesen rund um den abgelegenen Betrieb picken, schnattern und krähen üblicherweise Zehntausende Gänse, Enten, Hühner, Mularden und Puten. Jetzt sind nur noch die Gänse draußen.

 Jeden Tag werden es weniger Vögel, denn Frank Gadow lässt von morgens bis spät am Abend schlachten. Deshalb hat er auch den Kühlcontainer geordert, damit der Schlachtbetrieb nicht eingestellt werden muss, weil Lagerraum fehlt. „Alles in Absprache mit dem Veterinäramt“, betont Gadow immer wieder. Die Behörde muss unter anderem zusätzliches Personal für die Fleischbeschau nach Schönmoor schicken. Fremdes Geflügel von Hobbyhaltern wird zurzeit nicht zu Schlachtung angenommen. „Zu gefährlich“, begründet der Landwirt.

 Die Geflügelpest bringt für ihn „jede Menge Stress“ mit sich. Er muss nicht nur um die Gesundheit der Tiere, sondern auch um den funktionierenden Betrieb fürchten. „Da hängen ja auch Existenzen dran“, gibt Gadow zu bedenken. Nicht nur die eigene, sondern auch die der 25 Mitarbeiter. Im Hofladen muss Gadow mehr Fragen als üblich beantworten, aber die Bestellungen sind noch nicht einschneidend zurückgegangen. „Mit einer gewissen Panik“ habe er die ersten Nachrichten über die Virusinfektion der Wildvögel verfolgt. Jetzt gelte es die Krise zu managen. „Man hofft ja immer dass der eigene Betrieb unbeschadet durchkommt.“

 Artgerechte Tierhaltung liegt Gadow am Herzen, wie schon seinem Vorgänger Carl Wilhelm Ohrt, von dem er den Betrieb 2011 übernommen hat. Obwohl landesweit allgemeine Stallpflicht für Hausgeflügel herrscht, dürfen die Gänse in Schönmoor weiterhin frische Luft und Auslauf genießen. Die Haltung werde „geduldet“. Denn „Gänse kann man nicht einsperren“, behauptet der Fachmann. Die freiheitsliebenden Tiere würden auf Käfighaltung so sensibel reagieren, dass er Todesfälle befürchten müsste. „Und eine Zeltplane würden sie kaputt beißen.“

 Befremdlich mutet es an, dass der schnatternden Gänseschar direkt hinter dem Hof ein Aufpasser verordnet wurde. Zwischen den großen Vögeln geht langsam ein Mann auf und ab, der sie vor Schlimmeren bewahren soll. „Und wenn nun eine Wildente drüber fliegt und was fallen lässt?“ Auf die Frage kann auch Gadow nur mit den Schultern zucken. Denn der Gänsehirte kann ja nicht jeden Vogelschiss in der hohlen Hand auffangen.

 
Sperrbezirk am Stocksee wird ausgeweitet – Entwarnung in Hasenkrug

  Wegen der Geflügelpest wird der Sperrbezirk nahe dem Stocksee ausgeweitet. Eine tote Wildente, die an der Badestelle am Stocksee lag, war vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) positiv auf den gefährlichen Erreger H5N8 getestet worden. In der Folge wird der bestehende Sperrbezirk nun auf Stocksee, Schmalensee, Damsdorf und Teile von Seedorf ausgedehnt. In dem Sperrbezirk befinden sich 18 Geflügelhaltungsbetriebe mit insgesamt etwa 135000 Vögeln.

 Weiterhin gelten die Restriktionen im Sperrbezirk rund um Bad Segeberg. Aufatmen können hingegen Geflügelhalter im Westen des Kreises. Anfang der Woche war in Hasenkrug eine Ente tot aufgefunden worden. Doch das FLI konnte den Verdacht ausräumen, dass sie mit dem gefährlichen Erreger infiziert war. Nicht bestätigt hat sich nach Angaben des Kreises auch der Verdacht, dass weitere Wildvögel der Geflügelpest zum Opfer fielen. Das gilt unter anderen für eine Reiherente vom Mielsdorfer See und einen Reiher aus Kükels. Für zwei Möwen, die am Dienstag auf der A7 nahe Großenaspe gefunden wurden, steht das Ergebnis noch aus.

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Nachdem verendete Enten am Schlossteich von Glücksburg gefunden wurden, ist jetzt klar: Sie sind dem Virus H5N8 zum Opfer gefallen. Auch  auf der anderen Seite der Flensburger Förde, auf Alsen, ist das Virus in Wildvögeln nachgewiesen worden.

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