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Stadtbus fährt nicht nach Plan

Kaltenkirchen Stadtbus fährt nicht nach Plan

Beim Kaltenkirchener Stadtbusverkehr geht es zur Zeit drunter und drüber. Beschwerden über Unpünktlichkeit gehören inzwischen zur Tagesordnung. Nun das nächste Problem: Ab Montag sollte eigentlich ein neuer Fahrplan gelten. Eine Genehmigung dafür liegt aber nicht vor.

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Dieses Fahrzeug war für den Stadtbusverkehr vorgesehen. Doch es ist seit längerem kaputt, so dass vom Unternehmen ein älteres Ersatzfahrzeug eingesetzt wird, das aber schwer als Stadtbus zu erkennen ist.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Nun wurde dem mit dem Stadtbusverkehr beauftragten Unternehmen Bus GmbH trotz laufendem Vertrag zum Jahresende gekündigt. Doch damit nicht genug. Die Stadtwerke, die seit Mai 2003 für die öffentliche Personenbeförderung in Kaltenkirchen zuständig sind, mussten ihren neuen Fahrplan einstampfen, der von Montag an gelten sollte. Es fehlte die nötige Genehmigung durch den Kreis Segeberg.

 Die Stadtwerke hatten den neuen Plan bereits ins Internet gestellt und schon einen Auftrag für die Veröffentlichung in einem Anzeigenblatt vergeben. Zu früh, wie sich herausstellte. Man habe den Antrag vor rund sechs Wochen gestellt und sei davon ausgegangen, dass das reiche, hieß es von den Stadtwerken. Ein folgenschwerer Irrtum.

 Wie Paul Maschke von der Genehmigungsbehörde erklärte, sei der Antrag bei ihm am 24. Juli eingegangen. Genau zu Beginn der Ferien- und Urlaubszeit. Wenn alles so eilig gewesen sei, hätte man darüber mit seiner Behörde sprechen müssen, doch das sei nicht geschehen. Zudem bestehe auch eine zweiwöchige, öffentliche Anhörungsfrist, die erst am Freitag, 4. September, auslaufe. Eine Genehmigung des neuen Fahrplans hätte daher frühestens am Montag, 7. September, erfolgen können. Die Stadtwerke haben inzwischen ihren neuen Fahrplan, der jetzt - wenn überhaupt - erst Ende des Jahres zum Zuge kommen soll, von ihre Homepage entfernt. Er sah zum Beispiel acht neue Haltestellen vor, darunter auch regelmäßige Stopps bei Dodenhof und am Globus-Baumarkt. Zudem sollte der Bus nicht mehr auf einem, sondern auf zwei Rundkursen verkehren.

 Die Autokraft in Bad Segeberg, die von den Stadtwerken mit dem Fahrbetrieb beauftragt wurde und ihrerseits dafür die Bus GmbH aus Kaltenkirchen einsetzte, hat inzwischen den Vertrag mit dem Subunternehmen zum Jahresende gekündigt. „Auf Anraten der Stadtwerke wegen Qualitätsmängeln“, wie Bus-GmbH-Sprecher Wilhelm Henning bestätigte, „dabei haben wir aber noch einen viel länger laufenden Vertrag.“ Ob das Busunternehmen gegen die Kündigung rechtlich vergehen wird, ließ Henning offen.

 Die Bus GmbH hatte zuvor sowohl den alten als auch den neuen Fahrplan kritisiert. Die von den Stadtwerken darin vorgegebenen Zeiten seien ihrer Auffassung nach einfach nicht einzuhalten gewesen. Ampeln, Tempo-30-Zonen und Dauerbaustellen seien nicht berücksichtigt worden, Verspätungen deshalb unumgänglich. Dass es zu Beschwerden gekommen sei, streitet Henning nicht ab. Er beklagt ferner, dass sein Unternehmen vergeblich um eine bessere Koordinierung des Fahrplans mit den AKN-An- und Abfahrzeiten gebeten habe.

 Aber offenbar steht es nicht nur mit der Einhaltung der Fahrplanzeiten zum Besten, sondern auch mit dem Umgang der Fahrer mit ihren Passagieren. Die Kaltenkirchener Magret Steen (60) und Herbert Kasseja (65) sind Stadtbus-Stammkunden und der Auffassung, sich ein Urteil erlauben zu können - und das fällt schlecht aus. „Wenn dir das hier nicht passt, kannst du ja aussteigen.“ „Willst du was auf die Schnauze haben?“ Solche Sätze habe er sich von Fahrern anhören müssen, sagt Kasseja, weil er zum Beispiel schnelles Fahren und hektisches Bremsen des Buslenkers kritisiert hatte. „Wenn dieser Fahrer bei mir Zuhause vorbeifährt und mich sieht, zeigt er mit den Stinkefinger“, erklärt der 65-Jährige. „Das geht doch gar nicht.“ Magret Steen wurde nach ihren Worten von einem Fahrer „beschimpft, beleidigt und geduzt“, nachdem sie sich über ihn beschwert hatte. „Deshalb habe ich ihn auch angezeigt.“

 Beschwerden hätten nichts genützt, berichten die beiden Kaltenkirchener übereinstimmend - weder beim Busunternehmen noch bei den Stadtwerken. Im Gegenteil. Die Reaktion sei gewesen, dass sie von den betreffenden Fahrern schikaniert wurden. Steen und Kasseja wünschen sich zukünftig: „Die Busfahrer sollten netter und hilfsbereiter sein. Sie sollten nicht so schnell fahren, der Stadtbus als solcher erkennbar und sauberer sein.“

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