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Genug Ökostrom für alle

Energiewende im Kreis Segeberg Genug Ökostrom für alle

Eine Schallmauer der Energiewende hat der Kreis Segeberg durchbrochen. Liefen alle Biogasanlagen, Windkrafträder und Photovoltaikinstallationen auf voller Kraft, würden sie genug Strom produzieren, um alle Haushalte, Firmen und Verwaltungen zu versorgen. „Das ist allerdings nur ein theoretischer Wert“, schränkt Ove Struck ein wenig ein, Pressesprecher der Schleswig-Holstein Netz AG aus Quickborn.

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42 Windkrafträder und rund 1600 Photovoltaikanlagen sind im Kreis Segeberg bislang gebaut.

Quelle: schwartz photographie

Kreis Segeberg. Für das Gebiet des Kreises Segeberg hatte Struck Anfang April Zwischenbilanz gezogen. Das Fazit: Im Kreis Segeberg sind 42 Windkrafträder errichtet, rund 1600 Photovoltaikanlagen angebracht und 140 Blockheizkraftwerke in Betrieb, in der Regel Biogasanlagen. Sie speisen ihren Ökostrom in das System der Schleswig-Holstein Netz AG ein. Die Netz AG nimmt landesweit 90 Prozent des regenerativ erzeugten Stroms auf. Die restlichen 10 Prozent Ökostrom aus Schleswig-Holstein fließen in die Höchstspannungsnetze der Firma Tennet und gehen an mehrere Stadtwerke.

 Alle Segeberger Anlagen könnten insgesamt theoretisch rund 150 Megawatt Strom erzeugen. Dies würde in etwa den Strombedarf aller Abnehmer im Kreis Segeberg decken. „Die 150 Megawatt gäbe es aber nur bei voller Auslastung“, sagt Struck. Es müsste also gleichzeitig ein starker Wind wehen und die Sonne kräftig vom Himmel scheinen. Das ist allerdings ein unwahrscheinliches Szenario. Realistischer sei dagegen ein Durchschnittswert von etwa 50 Megawatt Ökostrom-Produktion, meint Ove Struck.

 Von den 150 Megawatt waren in den vergangenen zwölf Monaten 20 Megawatt neu hinzugekommen. Davon stammten 8 Megawatt aus neugebauten Ökostrom-Anlagen. Die übrigen 12 Megawatt sind nicht eigentlich neu, sondern sind auf die Übernahme eines Stromleitungsnetzes von Eon zurückzuführen, an dem wiederum schon länger bestehende Anlagen regenerativer Energieerzeugung gehangen haben. Zum Übernahmepaket der Schleswig-Holstein Netz AG Mitte 2014 gehörten auch 110 Kilometer 110-kV-Leitungen und acht große Umspannwerke im Kreis Segeberg.

 Um alle neuen und künftigen Öko-Stromanlagen aufnehmen zu können, baut die Netz AG ihr Verbundsystem aus. Im Kreis Segeberg etwa müssen viele Ortsnetztransformatoren verstärkt werden.

 In ganz Norddeutschland investiert die Netz AG nach eigenen Angaben von 2014 bis 2016 eine halbe Milliarde Euro, vor allem in neue Stromleitungen und Umspannwerke an der Westküste. Der Neubau neuer Ökostromerzeugungsanlagen hat zwar etwas nachgelassen, sagt Pressesprecher Ove Struck. Doch es gebe weiterhin viele neue Projekte. „Es steigt kontinuierlich an.“ Er rechne damit, dass noch mehr Windkraftanlagen errichtet werden als bislang ohnehin erwartet. Anlass sei ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig. Dies hatte die Begrenzungen durch das Land für die Windparkplanung verworfen. Das Gericht könnte damit Investoren in die Hände gespielt haben. „Sie haben jetzt mehr Freiraum“, sagt Ove Struck. Der wohl auch genutzt werde, meint er. Denn im Vergleich zum niedrigen Zinsniveau bei allgemeinen Geldsparanlagen sei die Rendite im Windkraftsektor deutlich besser.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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