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Wolfsbisse nicht ausgeschlossen

Gerissene Schafe Wolfsbisse nicht ausgeschlossen

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat am Mittwoch mitgeteilt, dass es im Dezember des letzten Jahres zu drei Schafrissen im Kreis Segeberg gekommen sei, die Wölfen angelastet wurden. In einem Fall war es allerdings nur ein Hund. Bei den anderen konnten Wolfsbisse nicht ausgeschlossen werden.

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Wölfin Mascha lebt im Wildpark Eekholt. Doch möglicherweise sind im Kreis Segeberg auch wilde Wölfe unterwegs.

Quelle: Jann Roolfs

Wiemersdorf/Föhrden-Barl/Latendorf. Um Wölfe, die durch Schleswig-Holstein ziehen, ist es in letzter Zeit ruhig geworden. Doch verschwunden sind sie wohl nicht. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek teilte am Mittwoch mit, dass es im Dezember des letzten Jahres zu drei Schafrissen im Kreis Segeberg gekommen ist, die zunächst Wölfen angelastet wurden. In einem Fall war es allerdings nur ein Hund.

 Betroffen war immer der gleiche Schafzüchter: Sven-Uwe Thomsen. Der aus Flensburg stammende Tierhalter hat rund 200 Mutterschafe, die er im Winterhalbjahr auf Wiesen im Raum Bad Bramstedt grasen lässt.

 Zwischen dem 18. und dem 31. Dezember meldete der Schafzüchter beim Landesamt drei tote Schafe, die an unterschiedlichen Tagen offensichtlich totgebissen wurden. Sie standen auf Wiesen in Latendorf, Wiemersdorf und Föhrden-Barl. Wolfsbetreuer des Landes fuhren hin und nahmen genetische Proben mit. Um die Kadaver auch tierärztlich zu untersuchen, wurden sie anschließend in das Landeslabor nach Neumünster transportiert.

 In allen drei Fällen bestätigten die pathologischen Untersuchungen den Verdacht, dass die Schafe durch Bisse getötet wurden. Für das Schaf aus Wiemersdorf ergaben die Untersuchungen eindeutig, dass ein Hund der Verursacher war. In den anderen beiden Fällen erbrachten die Laboruntersuchungen keine Ergebnisse. Die festgestellten Bissverletzungen und der Zustand der Kadaver ließen die Experten in Neumünster vermuten, dass in Föhrden-Barl eher ein Hund in Frage kommt, im Fall Latendorf dagegen eher ein Wolf. Ein eindeutiger Nachweis sei in keinem der beiden Fälle möglich, so das Landesamt.

 In Föhrden-Barl war auch Bürgermeister Hans-Jochen Hasselmann, selbst Jäger, vor Ort. „Ich kann nicht beurteilen, ob in diesem Fall ein Wolf am Werk war“, sagte er. Ihm sei auch nicht bekannt, dass ein Wolf im Raum Föhrden-Barl gesichtet wurde. Allerdings könne in manchen Fällen schon am Zustand des toten Tieres festgestellt werden, ob ein Hund oder ein Wolf am Werk war. „Hunde beißen die Schafe nur tot, Wölfe fressen in der Regel auch Fleisch“, so Hasselmann.

 Schäfer Thomsen hatte am Mittwoch noch keinen Bescheid vom Landesamt in Flintbek. „Ich hab’ seit Dezember nichts mehr von denen gehört“, sagte er. Er kann nun für die toten Schafe von Latendorf und Föhrden-Barl mit Ausgleichszahlungen rechnen. Im Fall Wiemersdorf aber nicht. Gezahlt wird zwar auch, wenn der Wolf als Verursacher nicht klar nachgewiesen werden kann. Wurde allerdings ein Hund als Täter ermittelt, gibt es nichts aus der Landeskasse.

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