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Viele Unterstützer für S21

Kreis Segeberg Viele Unterstützer für S21

Mit einer S-Bahn wären sie bestimmt viel schneller ans Ziel mitten im Hamburger Zentrum gelangt. So aber mühten sich Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause und Bad Bramstedts stellvertretender Verwaltungschef Burkhard Müller per Auto zur Verkehrsbehörde der Hansestadt.

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Eine ganze Kiste voller Unterschriften wurden nach Hamburg gebracht.

Quelle: Michael Zwicker

Kaltenkirchen/Henstedt-Ulzburg.. Im Kofferraum lagen sechs prallgefüllte Aktenordner. Der Inhalt: 7846 Blätter mit Unterschriften von Segebergern und Pinnebergern, die sich eine S-Bahn-Verbindung zwischen Hamburg und Kaltenkirchen wünschen – und zwar so rasch wie möglich. „Der Ausbau der AKN-Strecke zur S-Bahn ist in unserer Region besonderes wichtig für die Ansiedlung von Unternehmen und daraus resultierenden zusätzlichen Arbeitsplätzen“, betonte Bürgermeister Krause, als er mit Müller die Ordner an den Hamburger Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) und den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) übergab. Mit dabei waren weitere Bürgermeister aus Dörfern mit AKN-Anschluss.

 Der Ausbau der AKN-Trasse sei aber nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen wichtig, sagte Krause. Die Teilhabe am kulturellen Angebot in Hamburg und damit die Lebensqualität könnte für Kaltenkirchener, Henstedt-Ulzburger und zahlreiche andere Bürger im Kreis Segeberg gefördert werden. Außerdem sei die Elektrifizierung ein Schritt zu mehr Umweltschutz, denn Strom sei sauberer als Diesel. „Deshalb setzen wir uns weiterhin für die Verwirklichung des Projekts ein“, erklärte Krause, der sich bei seinen Begleitern – unter anderem aus Ellerau und Hasloh – für die Unterstützung bedankte.

 Die AKN Eisenbahn AG gehört fast zu gleichen Teilen dem Land Schleswig-Holstein und der Hansestadt Hamburg. Seit vielen Jahren ist im Gespräch, den rund 30 Kilometer langen Gleisabschnitt zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen zu einer S-Bahn-Strecke umzubauen und Züge der jetzigen Hamburger Linie S21 dort rollen zu lassen. Bislang können auf den Schienen nur dieselbetriebene Bahnen fahren. Wer von Kaltenkirchen mit der Bahn ins Hamburger Zentrum möchte, fährt mit der AKN bis Eidelstedt und muss dort in die S-Bahn umsteigen. Das ist unbequem und kostet Zeit.

 Für mit Strom betriebene S-Bahnen müsste die Trasse zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen elektrifiziert werden. Frühere Hamburger Regierungen waren bei dem Projekt „Verlängerung S21“ sehr zurückhaltend, die jetzige Koalition ist aber dafür und wie die schleswig-holsteinische Landesregierung darauf bedacht, die Elektrifizierung so schnell wie möglich zu realisieren.

 „Wir ziehen an einem Strang“, betonte Verkehrsminister Reinhard Meyer und versicherte: „2020 fährt die S21 bis Kaltenkirchen.“ Sein Hamburger Kollege Horch bekräftigte: „Wir stehen hundertprozentig zu dem Projekt.“ Eine S-Bahn hinein in den Kreis Segeberg sei nicht nur für Pendler und Betriebe wichtig, sondern auch mit Blick auf Hamburgs Olympia-Bewerbung ein wichtiges Infrastrukturprojekt, um den öffentlichen Personennahverkehr in der Metropolregion zu optimieren.

 Kaltenkirchens Verwaltungschef Krause hatte im Frühjahr die Unterschriftenaktion gestartet, um ein möglichst breites Meinungsbild der Öffentlichkeit zu bekommen. „Aus meiner Sicht war nicht hundertprozentig klar, dass die Elektrifizierung tatsächlich kommt.“ Seine Skepsis rührte daher, dass sich ein unbedingt erforderliches Wirtschaftlichkeitsgutachten zum AKN-Ausbau sehr lange verzögert hatte. Inzwischen liegt das Papier vor und bescheinigt einen wirtschaftlichen Nutzen.

 Deshalb soll noch 2015 das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Strecke beginnen. Die Kosten wurden auf mindestens 75 Millionen Euro veranschlagt. Stromleitungen müssen installiert und Bahnsteige umgebaut werden. Zudem muss der noch eingleisige Trassenabschnitt zwischen Quickborn und Tanneneck um ein zweites Gleis erweitert werden. Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnen Minister Meyer und Senator Horch im Jahr 2017. Dann könnte der Ausbau beginnen und bis 2019 fertig sein.

 Darauf hofft auch Kaltenkirchens Bürgermeister Krause – und mit ihm viele jetzige AKN-Nutzer, denn auf den Unterschriftenlisten tauchen überwiegend Namen von Pendlern auf, die sich eine bessere Verbindung (ohne lästiges Umsteigen in Eidelstedt) in die Hansestadt wünschen. Auch etliche Unternehmer aus Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg haben unterzeichnet, weil gute Bahnverbindungen ein Standortvorteil bei der Suche nach qualifiziertem Personal sein können. Ebenfalls sind viele Bad Bramstedter Namen zu finden. Die Rolandstädter hoffen auf eine Taktverdichtung im AKN-Fahrplan mit vielen Anschlüssen an die S-Bahn ab Kaltenkirchen.

 Gute Nachrichten zur geplanten Erweiterung des Hamburger S-Bahn-Netzes in den Kreis Segeberg kamen jüngst von der Deutschen Bahn (DB). Erste Züge für die Stromtechnologie seien bestellt, teilte der Konzern mit.

 Das S-Bahn-Netz der Hansestadt wird von der S-Bahn Hamburg GmbH betrieben, einem Tochterunternehmen der DB. Zwischen AKN und S-Bahn Hamburg GmbH gibt es inzwischen eine Vereinbarung zur Übernahme möglichst vieler AKN-Mitarbeiter für den S-Bahn-Betrieb und zum Erhalt der Werkstatt in Kaltenkirchen.

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Ein Artikel von
Michael Zwicker

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