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Ihlsee-Anwohner enttäuscht

Glasfasernetz in Bad Segeberg Ihlsee-Anwohner enttäuscht

Was nützt einem die schnellste Datenautobahn direkt vor der Haustür, wenn man keine eigene Auffahrt bekommt? Diese Frage stellen sich derzeit etliche Anwohner in Teilen des Theodor-Heuss-Rings, des Hamdorfer Wegs, des Bruchwegs, des Waldwegs, der Ostpreußenstraße sowie der Straße Am Ihlsee.

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Keine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser in Bad Segeberg: In der Ihlsee-Siedlung wird es wohl Löcher geben. Anlieger sind enttäuscht.

Quelle: Peter Kneffel/Archiv

Bad Segeberg. Sie waren bislang fest davon ausgegangen, dass ihnen – vielleicht sogar noch in diesem Jahr – hochmodernes Glasfaserkabel direkt ins Hause hinein gelegt wird. Doch dem ist, zumindest einstweilen, nicht so. Denn die „Ihlsee-Siedlung“, dessen Anschluss ans schnelle Internet das Bad Segeberger Unternehmen Deutsche Glasfaser unlängst angekündigt hat, ist an einigen Stellen beschnitten worden.

 Knackpunkt aus Sicht des Unternehmens, das derzeit ab etlichen Stellen in Bad Segeberg, Wahlstedt und Umgebung Leerrohre verlegen oder bereits mit Kabelsträngen befüllen lässt, ist die Nachfrage in einzelnen Straßenzügen. In der Regel müssen sich mindestens 40 Prozent der Haushalte für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser entscheiden, damit es mit der Versorgung ganz sicher klappt. Während viele der nun unangenehm überraschten Anwohner dachten, es gelte eine einzige Quote für das gesamte Gebiet, und die sei erreicht worden, schauten die Verantwortlichen noch einmal genau hin, wo viele Kunden sitzen – und wo nicht.

 „Schnelles Internet flächendeckend in die Kreisstadt zu bringen“, das sei und bleibe erklärtes Ziel der Unternehmensgruppe, versicherte deren Sales Manager Andreas Dankert. Der erste Schritt in diese Richtung sei im Juni mit dem Aufbau der zentralen Verteilerstation, dem sogenannten Point of Presence, kurz PoP, an der Dr.-Helmut-Lemke-Straße in der Ihlseesiedlung vollzogen worden. Seit Kurzem werde dort auch schon kräftig gebuddelt und gebaggert. Tiefbaukolonnen des von der Deutschen Glasfaser beauftragten Generalunternehmens verlegten aktuell die Glasfaserstränge in Teilen des Theodor-Heuss-Rings und in der Königsberger Straße.

 „Dort haben sich mindestens 40 Prozent der Haushalte für die zukunftsweisende Technologie entschieden“, erklärte Dankert. Wo diese Marke bislang noch nicht geknackt worden ist, werde man in den kommenden Tage und Wochen im Rahmen der weiteren Feinplanungen noch einmal intensiv versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Ein Ausbau ist nur dann wirtschaftlich vertretbar, wenn sich eine ausreichend große Zahl der Nutzer vertraglich für einen Wechsel zu uns entscheiden“, betonte Dankert.

 Welche Chancen modernster Kommunikationstechnik sich durch das künftige Breitbandnetz mit Glasfaseranschlüssen bis in Häuser für die künftigen Nutzer eröffnen, erfuhr unter anderem Markus Trettin, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Raums Segeberg Regionet, bei einem Besuch vor Ort am PoP in der Ihlseesiedlung. „Außer schnellem Internet mit garantierten Mindestgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde im Up- und Download sind auch digitale Telefonie und digitaler Fernsehempfang möglich“, erläuterte Dankert. In dem mit modernster Technik bestückten PoP befinde sich unter anderem ein sogenannter USV, Abkürzung für unabhängige Stromversorgung. Das elektronische Steuerungsgerät verhindert bei Stromausfällen durch den örtlichen Netzbetreiber bis zu 24 Stunden die komplette Lahmlegung der Datentransfers. „Eine tolle Sache“, meinte Trettin.

 Kräftigen Rückenwind in Sachen Breitbandausbau mit Glasfaser bis ins Haus erhielt das Unternehmen von Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld. „Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser hat mein volles Vertrauen, dass sie nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien und in der richtigen Reihenfolge die Stadt bedarfsgerecht ausbaut.“

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