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„Nicht jeder ist eine Frau“

Gleichstellungsbeauftragte „Nicht jeder ist eine Frau“

Eine gemischte Bilanz zog die Segeberger Kreisgleichstellungsbeauftragte Dagmar Höppner-Reher nach ihren ersten drei Amtsjahren. Die Sprache auf Formularen und in Akten der Kreisverwaltung Segeberg soll künftig geschlechtergerecht sein.

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Frauen leisten mindestens so viel wie Männer, werden in Beruf und Freizeit aber weiterhin oft diskriminiert. In drei Jahren Amtszeit stieß Kreisgleichstellungsbeauftragte Dagmar Höppner-Reher auf einige Problemfälle.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Die Ungleichheit beginnt schon in der Kreisverwaltung. Frauen seien mit rund einem Drittel der Führungspositionen unterrepräsentiert, schreibt sie in einem Bericht für die Kreistagsgremien. In Vorlagen werde meist die männliche Form benutzt, weshalb Höppner-Reher einen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache angeregt hatte: „Denn nicht jeder ist eine Frau.“

 Bei Ausschreibungen für zwei freie Stellen wurde ihre Kritik am Verfahren ignoriert oder sie erst nicht eingeschaltet und sogar „versucht, das Recht der Gleichstellungsbeauftragten auf eigene Öffentlichkeitsarbeit zu beschneiden“. Beide Stellen seien mit Männern besetzt worden.

 Bei der Planung der WC-Umbauten im Kreishausaltbau sei sie nicht angehört worden. Die Folge: Die Frauenklos waren eng und verletzungsgefährdend, anders als die Herrenklos. Die Kreistagsgremien sind überwiegend in Männerhand, der Kreisklimarat sogar zu 100 Prozent. Nur im Jugendhilfeausschuss sitzen gleich viele Männer und Frauen.

 Höppner-Reher beschreibt, dass es für Frauen schwierig sei, Familie und Beruf zu vereinbaren. Frauen würden, oft indirekt, diskriminiert. Mit einer Fülle von Beratungen, Netzwerkarbeit und Stellungnahmen versucht sie gegenzusteuern. Allerdings sei die „personelle Ausstattung des Gleichstellungsbüros nicht ausreichend“. In ihren Urlaubs- und Krankheitszeiten liege die Arbeit brach.

 Kreistagsgremien beraten in den nächsten Tagen über einen Leitfaden für Sprachregelung. Denn das Grundgesetz und das Gleichstellungsgesetz fordert die Gleichbehandlung von Frauen und Männern auch im sprachlichen Bereich.

 So sollen die Kreisbeschäftigten die Silbe „man“ vermeiden. Es soll auch nicht „Mutter-Kind-Parkplatz“ heißen. Aus „Leiterinnen und Leiter“ wird „Leitende“, „Senioren“ werden zu „älteren Menschen“. Zu vermeiden sei das Wort „Antragsteller“, stattdessen zu schreiben: „Wenn Sie einen Antrag stellen wollen, bitten wir Sie...“. Die Kreisverwaltung ist „Herausgeberin“, nicht „Herausgeber“. Statt „keiner“ heißt es „niemand“, statt „Name des Antragstellers“ „(Ihr) Name“, und aus „Rednerpult“ wird „Redepult“. Um beide Geschlechterformen abzudecken, wird das Binnen-I empfohlen, etwa „TeilnehmerInnen“.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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